Sollte dieser Newsletter nicht korrekt dargestellt werden, klicken Sie bitte hier.

Newsletter
Kinderhilfe
Newsletter Kinderhilfe September 2016
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Leser*innen,

am 20. September ist Weltkindertag. Das Motto zum diesjährigen Weltkindertag lautet „Kindern ein Zuhause geben“. Das Deutsches Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland rufen unter diesem Motto dazu auf, die In­te­ressen, Rechte und Bedürfnisse von Kin­dern in das Zentrum von Politik und Gesellschaft zu stellen.

Eltern in Deutschland müssen besser unterstützt werden, ihren Kin­dern ein Zuhause geben zu können, das ihre vielfältigen Fä­hig­kei­ten und Begabungen fördert. Defizite sehen wir und die beiden Kinderrechtsorganisationen zum Beispiel bei den Bildungschancen für von Armut betroffene Kinder, in der mangelnden Umsetzung des Kin­der­rechts auf Spiel, Freizeit und Erholung und bei der Ver­sor­gung und Integration von geflüchteten Kindern.

Im Newsletter finden Sie diesmal auch ein Tipp-Spezial zum Thema Umweltbildung mit spannenden Links und Ideen für die pädagogische Arbeit in Kita, Hort oder Ganztagsschule.

 

Entspanntes Lesevergnügen wünscht

Sabine Urban
Referentin Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung

 Neues aus dem DRK

Rechtsexpertise des DRK: "Sprachmittlung als Teil der Leistungen in der Kinder- und Jugendhilfe" veröffentlicht

Das Deutsche Rote Kreuz hat die von Professor Johannes Münder im Auftrag des DRK erarbeitete Rechtsexpertise: „Sprachmittlung als Teil der Leistungen in der Kinder- und Jugendhilfe“ veröffentlicht.
Die Expertise klärt die Rechtslage in Bezug auf die Frage, ob bei unterschiedlichen Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe ein Anspruch auf Sprachmittlung besteht und wie die Finanzierung der dafür erforderlichen Kosten erfolgt bzw. erfolgen kann.
Das Ergebnis der Expertise zusammengefasst: Sprachmittlung ist - wo der Bedarf gegeben ist - unabdingbarer Teil der Kinder- und Jugendhilfeleistung und damit besteht entsprechend dem jeweiligen Rechtsanspruch auf die Leistung auch ein Rechtsanspruch auf Sprachmittlung. Gesetzlichen Handlungsbedarf sieht die Expertise allenfalls mit klarstellender Zielstellung.


Den in der Kinder- und Jugendhilfe Tätigen sollen die Ergebnisse der Rechtsexpertise und die Herleitung Grundlage und Unterstützung sein, sich für die Durchsetzung und angemessene Finanzierung des zentralen Standards ihrer Profession, der differenzierten sprachlichen Verständigung, einzusetzen. Die Rechtsexpertise soll sie dazu ermutigen, in ihrer Arbeit gut ausgebildete Sprachmittler*innen einzubeziehen und selbst für diese Kooperation die Kompetenzen zu erwerben.
Eltern, jungen Menschen und ihren Rechtsbeiständen soll die Rechtsexpertise dabei helfen, Ansprüche auf Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe auch dann durchzusetzen, wenn sie noch nicht genügend Deutsch sprechen.


Allen Verantwortlichen in der Kinder- und Jugendhilfe soll die Rechtsexpertise Anstoß sein, Strukturen zu schaffen, in der die Aufgaben einer sich inklusiv verstehenden und zur Umsetzung der Rechte junger Menschen verpflichteten Kinder- und Jugendhilfe verwirklicht werden. Solche Strukturen müssen das Heranziehen von professionellen Sprachmittler*innen im Alltag der Arbeit durch Vermittlungsstellen erleichtern – sowohl für die Sprachmittlung im persönlichen Kontakt als auch per Telefon- oder Videokonferenz. Sie müssen die Finanzierungsströme klären und regeln. Die Ausbildung der Sprachmittler*innen für die Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe muss ebenso gefördert werden wie die Qualifikation der Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe für die Arbeit mit Sprachmittler*innen.


Die gesamte Expertise finden Sie auf unserer Fachwebseite.

Wir sind sehr interessiert an Ihren Erfahrungen mit der Broschüre, wenn Sie sich auf die Rechtsauffassung von Professor Münder berufen, um die Finanzierung von Dolmetscherleistungen in der Kinder- und Jugendhilfe durchzusetzen.

Mit "LICHTHERZ" im Berliner Zoo

Gemeinsam mit DRK-Kinderbotschafterin Jette Joop und der DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg verbrachten Flüchtlingskinder am 16. August einen Tag im Zoo Berlin. Im Rahmen der Initiative „LICHTHERZ“ erlebten sie den Zoo hautnah und konnten ein Stück Berlin näher kennenlernen. DRK-Kinderbotschafterin und Designerin Jette Joop findet: "Vor allem die Kinder brauchen Herzlichkeit und Wärme“. Die Kinder sind zwischen 4 und 10 Jahren alt, mussten aus Ländern wie Syrien und Afghanistan fliehen und leben jetzt in einer Notunterkunft des DRK in Berlin. „Der Integration von Flüchtlingskindern müssen wir besondere Aufmerksamkeit widmen, weil sie durch eine lange Flucht oft traumatisiert sind“, sagt die DRK-Vizepräsidentin, Frau von Schenck. Mehr Informationen zur Aktion Lichtherz finden Sie hier.

 Veranstaltungen

DRK-Jahrestagung "Gewaltschutz- ein Thema in der Jugendsozialarbeit?" 01.-04.11.2016 in Bamberg

Gewaltschutz geht alle etwas an - das Ziel, den Schutz von Gewalt Kindern und Jugendlichen zu verbessern, findet zum einen Ausdruck in der Gesetzgebung und hat zudem bemerkenswerte Fortschritte in der Fachpraxis gemacht. Die diesjährige Jahrestagung greift das Phänomen Gewalt in verschiedenen Kontexten auf und diskutiert mit Wissenschaftler*innen und Expert*innen sowohl aktuelle Erkentnisse aus der Gewaltforschung als auch der Gewaltprävention. Interessierte können sich hier bis zum 23.09.2016 anmelden.

Vorankündigung: „Individuell.Vielfältig – Aspekte inklusiver Arbeit in DRK-Kindertageseinrichtungen“ Fachtagung für Fach- und Praxisberater*innen im DRK, 15.-17.03.2017 in Berlin

Mit der Fachtagung für Fach- und Praxisberater*innen im DRK bieten wir ein jährliches Forum für Fachaustausch und Profilbildung in der DRK-Kindertagesbetreuung an. Vom 15.-17.März 2017 widmen wir uns verschiedenen Aspekten der Inklusion.

Prof. Aladin El-Mafaalani wird uns auf Grundlage aktueller Forschung die Zusammenhänge von Migration, sozialer Ungleichheit und Bildungschancen erläutern und unseren Blick für einen sensibleren Umgang mit Vielfalt schärfen.

Vorurteilsbewusste Bildung ist mittlerweile ein gesetztes Stichwort beim Thema Inklusion. In Workshops werden wir uns damit vertieft auseinandersetzen. Grundlage und Diskussionsanregung zugleich ist dabei unter anderem die gemeinsam erarbeitete Handreichung „Inklusion in DRK-Kindertageseinrichtungen“.

Adultismus, also die Machtasymmetrie in der Beziehung von Kindern zu Erwachsenen spielt eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung von Partizipation. Anne-Sophie Winkelmann und Johannes Neumann von der Anti-Bias Werkstatt in Berlin haben für und mit dem DRK ein Curriculum zum Thema Reflexion von Macht in der pädagogischen Arbeit geschrieben. Beim Fachtag werden die beiden Autor*innen das Material vorstellen und einen ersten Einblick in die Ansätze der Arbeit damit geben.

Last but not least werden wir Ihnen voraussichtlich das Positionspapier „Fach- und Praxisberatung für DRK-Kindertageseinrichtungen“ präsentiert, dessen Erarbeitung im Fokus der diesjährigen Fachtagung stand.

Die Ausschreibung der Fachtagung erhalten Sie über diesen Newsletter im November 2016.

5. Fachtagung des Bundesverbands der Familienzentren e.V., 24. November 2016 in Frankfurt a. M.

 
Die Tagung greift das Thema Vielfalt auf, das in den letzten Monaten durch die Zuwanderung von Menschen auf der Flucht allgegenwärtig war. Inzwischen sind zahlreiche Kinder und Eltern mit Fluchterfahrung in Kindertageseinrichtungen und Familienzentren angekommen, wo sie meist auf Vielfalt treffen. Viele Neuankömmlinge haben bereits erste Sprachbarrieren überwunden und finden sich zurecht. Einige tun sich schwer mit den für sie unbekannten Traditionen und Regeln, die sie in den Einrichtungen vorfinden. Leitungs- und pädagogische Fachkräfte wiederum fühlen sich oft am Rande ihrer Kreativität, Geduld und Kraft angesichts der Aufgabe, Verständigung, Wertschätzung und pädagogische Qualität immer wieder herzustellen und zu erhalten. Die Herausforderung Inklusion ist keine Tagesfrage - sie existiert schon lange und berührt die Grundanliegen der pädagogischen Arbeit. Die Tagung bietet aktuelles Hintergrundwissen, informiert über inklusive Methoden und zeigt anhand von Praxisbeispielen, dass Vielfalt auch beflügeln kann, wenn es darum geht die Chancengerechtigkeit für alle Kinder und ihre Familien sicher zu stellen.
 
Bei Interesse an der Tagung, finden Sie das Programm und die Anmeldemöglichkeit auf folgender Website. Bitte melden Sie sich bis 31.10.2016 online unter www.bundesverband-familienzentren.de

 Fachpolitisch Aktuelles

Interessenbekundungsverfahren für die 2. Förderwelle des Bundesprogramms "Sprach-Kitas" gestartet

Vom 25. August bis zum 30. September 2016 können Träger nun von öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen ihr Interesse an der Förderung im Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ bekunden. Wie gehabt geht es um Sprachfachkräfte in den Kindertageseinrichtungen sowie die begleitende Fachberatung. Folgende Änderungen für einen Antragstellung gibt es im Vergleich zum bisherigen Programm:

  • Kindertageseinrichtungen, die die Kinderzahl von 40 unterschreiten (mindestens aber 20 Kinder betreuen), können nach landesspezifischem Ermessen berücksichtigt werden.
  • Es wird geprüft, ob sehr große Einrichtungen mit mehr als 160 Kindern zum o.g. Stichtag, vorbehaltlich der Länderentscheidung, eine zusätzliche Unterstützung erhalten können.
  • Das Kriterium „überdurchschnittlich hoher Anteil von Kindern mit besonderem Bedarf an sprachlicher Bildung und Sprachförderung“ wird auf Grundlage der Anzahl/des Anteils der Kinder mit nicht-deutscher Familiensprache bzw. deren Familien von der Kita-Beitragszahlung vollständig bzw. teilweise befreit sind oder anhand von sozialräumlichen Kriterien bestimmt. Die bundeslandspezifischen Kriterien sind dem Online-Formular zu entnehmen.
  • Im Rahmen einer Selbstauskunft wird außerdem die Zahl der in den Einrichtungen betreuten Kinder mit Fluchthintergrund (d. h. Kinder, die nach Kenntnis der Kitas über Fluchthintergrund verfügen, unabhängig von ihrem Herkunftsland oder ihrem rechtlichen Status als Flüchtlinge in Deutschland) erhoben.

Mehr Informationen zum Interessensbekundungsverfahren finden Sie hier.

Steigende Kinderarmut in Deutschland

Je länger Kinder in Armut leben, desto negativer sind die Folgen für ihre Entwicklung und ihre Bildungschancen. Sie haben häufig kein eigenes Zimmer, keinen Rückzugsort für Schularbeiten, essen kaum oder gar kein Obst und Gemüse. Verglichen mit Kindern in gesicherten Einkommensverhältnissen sind arme Kinder häufiger sozial isoliert, gesundheitlich beeinträchtigt und ihre gesamte Bildungsbiografie ist deutlich belasteter. Das zeigt eine Metastudie, die Claudia Laubstein, Gerda Holz und Nadine Seddig vom „Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.“ in Frankfurt am Main für die Bertelsmann Stiftung verfasst haben. Die komplette Studie zum Download finden Sie hier.

Statistisches Bundesamt: Bildung der Eltern beeinflusst die Schulwahl für Kinder

Das Bildungsniveau der Eltern beeinflusst nach wie vor die Wahl der weiterführenden allgemeinbildenden Schule für Kinder. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltbildungstages am 8. September mitteilt, besuchten Kinder unter 15 Jahren, deren Eltern selbst einen hohen Bildungsabschluss haben, im Jahr 2015 mehrheitlich das Gymnasium (61 Prozent). Der Besuch einer Realschule oder einer Schule mit mehreren Bildungsgängen (jeweils 18 Prozent) stellt für Kinder hochgebildeter Familien dagegen seltener eine Alternative dar. Der Hauptschulbesuch ist von untergeordneter Bedeutung (3 Prozent).
Je niedriger der Bildungsabschluss der Eltern, umso seltener fällt beim Schulbesuch der Kinder die Wahl auf ein Gymnasium. Für Kinder von Eltern mit mittlerem Bildungsniveau spielt die Realschule (35 Prozent) die größte Rolle, nur 30 Prozent besuchen das Gymnasium. Ein fast ebenso großer Teil der Kinder (28 Prozent) lernt an einer Schule mit mehreren Bildungsgängen. Die Hauptschule wird selten gewählt (7 Prozent).
Bei Kindern niedrig gebildeter Eltern stellt der Hauptschulbesuch dagegen kein Randphänomen dar. Zwar besucht ein Drittel der Kinder von Eltern mit niedriger Schulbildung die Realschule, dicht gefolgt von Schulen mit mehreren Bildungsgängen (31 Prozent). Für 22 Prozent dieser Kinder ist jedoch die Hauptschule die bevorzugte Alternative. Nur jedes siebte Kind besucht ein Gymnasium (14 Prozent).
Der Zeitvergleich verdeutlicht: Für Kinder von Eltern mit hohem oder mittlerem Bildungsniveau spielte die Hauptschule bereits vor fünf Jahren nur eine geringe Rolle. Dagegen besuchten 2010 noch 38 Prozent der Kinder niedriggebildeter Eltern eine Hauptschule. Damit ist der Hauptschulbesuch zwar auch bei diesen Kindern innerhalb der vergangenen fünf Jahre deutlich zurückgegangen, war aber auch 2015 keinesfalls unbedeutend. Hinzu kommt: Die Ursache für den Rückgang liegt nicht zwangsläufig in einer bewussten Bildungsentscheidung der Eltern. Große Bedeutung hat auch die Umstrukturierung der Schullandschaft. In vielen Bundesländern ist die Hauptschule ein stark rückläufiges Bildungsangebot beziehungsweise wurde bereits gänzlich abgeschafft. Deutlichen Zuwachs hat bei Kindern niedriggebildeter Eltern dagegen der Besuch von Schulen mit mehreren Bildungsgängen. 2010 besuchten nur 14 Prozent eine derartige Schule, 2015 war der Anteil mehr als doppelt so hoch (31 Prozent). Der Anteil der Kinder am Gymnasium blieb hingegen unabhängig vom Bildungsabschluss der Eltern nahezu konstant.
Quelle: OTS: Statistisches Bundesamt vom 8.9.2016

nifbe-Glossar zur sprachlichen Bildung und Förderung erschienen

Die Sprachbildung und -förderung ein- und mehrsprachig aufwachsender Kinder ist eine der zentralen Aufgaben in Kita und Grundschule. Doch in den entsprechenden Fachbüchern und Fachartikeln wimmelt es oftmals von Formulierungen und Fachausdrücken, die für linguistische Laien kaum verständlich sind: Wer weiß schon, was „bootstrapping“, „Code Mixing“, „Dyslalie“ oder „Taxonomieprinzip“ bedeuten? Oder was gemeint ist, wenn syntaktisch komplexe dekontextualisierte Äußerungen elizitiert werden sollen?
Um den Durchblick im Dschungel der Fachbegriffe zu ermöglichen, hat das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) in der Reihe „Online-Texte“ jetzt ein „Glossar sprachliche Bildung und Förderung“ herausgegeben. Autor*innen sind die Linguistin Anja Bereznai und Timm Albers, Professor für Inklusive Pädagogik an der Universität Paderborn.
Das Glossar kann auf dem nifbe-Portal in der Online-Bibliothek unter https://www.nifbe.de/infoservice/online-bibliothek kostenlos als PDF herunter geladen werden.
Quelle: Presseinformation des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V. vom 12.8.2016

Steckbriefe zu Sprachen und Bildungssystemen einiger Herkunftsländer

Familien mit Fluchterfahrung sprechen unterschiedliche Sprachen und bringen verschiedene Bildungsbiographien aus unterschiedlichen Bildungssystemen mit. Die vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS) NRW erarbeiteten Steckbriefe sollen pädagogischen Fachkräften erste Informationen über mögliche Herkunftsländer und Familiensprachen bieten, um Familien gezielt beim Ankommen im deutschen Bildungssystem unterstützen zu können. Auf jeweils zwei Seiten wird ein kurzer Überblick über den Aufbau des Bildungssystems eines Landes, den Zugang zu schulischen sowie frühpädagogischen Bildungseinrichtungen sowie z.T. über Inhalte bzw. deren Ausrichtung gegeben. So kann ein erster Eindruck von den gesellschaftlich-familiären Hintergründen, mit denen Kinder mit Fluchterfahrung in die Kitas und Familienzentren in Deutschland kommen, vermittelt werden. Die Steckbriefe können hier heruntergeladen werden.

HanseMerkur-Kinderschutzpreis: 50.000 Euro für Kinder- und Jugendschutz-Projekte

Die Flüchtlingskrise hat es in den vergangenen Monaten erneut sichtbar gemacht: Überall in Deutschland engagieren sich Menschen ehrenamtlich für das Wohl anderer. Mehr als 40 Prozent der über 14-Jährigen übernehmen freiwillig Verantwortung, investieren Zeit und Herzblut. Viele von ihnen setzen sich besonders für junge Menschen ein: Sie sorgen für Bildungs- und Bewegungsangebote, unterstützen medizinische Projekte oder kümmern sich um die Integration von minderjährigen Geflüchteten. Ihr Engagement zu stärken ist das Ziel des HanseMerkur Preises für Kinderschutz, der im kommenden Jahr zum 36. Mal vergeben wird.
Für die Preisträger bedeutet die Auszeichnung nicht nur Anerkennung ihrer Arbeit. Sie verschafft ihnen auch öffentliche Aufmerksamkeit, hilft, neue Netzwerke und Unterstützer zu finden und ist – mit einem Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro – auch eine große finanzielle Hilfe für die Projekte. Noch bis zum 30. September 2016 können sich Menschen, Initiativen und Vereine aus ganz Deutschland, die sich in herausragenden Projekten für Kinder und Jugendliche engagieren, um den Preis bewerben.
Wichtig: Die Projekte müssen vor allem durch ehrenamtliches Engagement getragen werden, die Initiativen bei Einreichung der Bewerbung bereits mindestens ein Jahr im Kinder- und/oder Jugendschutz aktiv sein. Wer sich selbst, sein Projekt oder eine Initiative für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz 2016 vorschlagen möchte, bewirbt sich bis zum 30. September dieses Jahres formlos bei der HanseMerkur Versicherungsgruppe unter dem Stichwort „Preis für Kinderschutz 2016“, c/o Gabriela Ulmen, Siegfried-Wedells-Platz 1, 20354 Hamburg. Zudem kann eine Broschüre mit Fallbeispielen angefordert werden, die auch eine Checkliste für Bewerber enthält. Weitere Informationen unter Tel: 040-4119-1277; Fax 040-4119-3626; E-Mail: presse@hansemerkur.de; www.hansemerkur.de/kinder schutzpreis
Quelle: Presseinformation der HanseMerkur Versicherungsgruppe vom 17.8.2016

Kinder-und Jugendärzte fordern mehr Schutz vor zuckerhaltigen Getränken

Eine aktuelle foodwatch-Marktstudie hat ergeben, dass jedes zweite Erfrischungsgetränk überzuckert ist.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert seit Jahren Lebensmittelampel, Zuckersteuer, ein Werbeverbot für süße Getränke und die Verringerung des Zuckergehalts in Lebensmitteln. Die aktuelle Studie liefere nun schlagende Argumente für diese Forderungen, so BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach am 24. August in Köln: „Wir brauchen mehr Schutz vor Zucker für Kinder und Jugendliche, denn Zucker macht dick und krank, er verursacht Diabetes Typ II, Gefäßerkrankungen, orthopädische Probleme und Karies. Das ist wissenschaftlich bewiesen. Die Politik nimmt hier jedoch anders als beim Kampf gegen das Rauchen ihre Verantwortung nicht wahr. Sie schützt vor allem Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Cola, Limonade, Eistee und Co.

Minderjährige trinken laut der KIGGS-Studie, der großen Basiserhebung zur Kinder und Jugendgesundheitsuntersuchung, im Schnitt mehr als zwei Gläser der Zuckerbomben pro Tag.

Mit Zucker gesüßte Getränke sind auch deshalb so gefährlich, weil sie zusätzlich zur normalen Nahrung aufgenommen werden. Vielen Eltern ist nicht klar, wie gesundheitsschädlich Softdrinks sind. Vor allem Eltern mit Migrationshintergrund oder schlechter Schulbildung verstehen die komplizierten Angaben auf den Flaschen nicht. Denn die Hersteller sind sprachlich äußerst kreativ, wenn es darum geht, das Wort Zucker zu vermeiden. Stattdessen steht dann da Maltodextrose, Fruchtextrakt oder Glukosesirup, was sich harmlos oder sogar gesund anhört.

Die Forderungen der Kinder- und Jugendärzte: Lebensmittelampel, weniger Zuckerbeimengung, Werbeverbot, Zuckersteuer und Aufklärung.

Hier brauchen wir endlich eine einfache Kennzeichnung wie die Lebensmittelampel.
Was wir ebenfalls brauchen: weniger Zucker. Das Bedürfnis nach Zuckerhaltigem lässt sich durch geringere Beimengungen verringern, die Geschmacksnerven passen sich wie beim Salz der Dosis an. Und Umsatzeinbußen einzelner Unternehmen lassen sich vermeiden, wenn alle Hersteller von Soft Drinks den Zuckergehalt senkten. Weiterhin plädieren wir für ein Werbeverbot für zuckerreiche Lebensmittel, vor allem im TV-Programm für Kinder. Soft Drinks gehören auch nicht in den Schulkiosk. Und dann fordern wir auch endlich die Zuckersteuer nach dem Vorbild der Alkopops-Steuer. Nachdem die Politik die bei Jugendlichen überaus beliebten Schnapsmischgetränke mit einer Sondersteuer belegt hatte, sank der Absatz binnen eines Jahres um 80 Prozent. Das Beispiel, aber auch die Beispiele Mexiko, Frankreich, Finnland, Ungarn und Großbritannien zeigen, dass Steuerungsmechanismen die Gesundheit wirksam schützen können. Durch die Einführung von Zucker-Steuern und damit höheren Preise vergeht den Verbrauchern die Lust auf Süßes, die Absatzzahlen an Süßgetränken gehen deutlich zurück. In Mexiko wurden Ende letzten Jahres zwölf Prozent weniger zuckergesüßte Getränke konsumiert als vor Einführung der Steuer.
Darüber hinaus ist es auch wichtig, dass Kinder von früh auf „Ernährungsbildung“ im Kindergarten und in der Schule bekommen, um sich bestmöglich zu informieren und gesund zu essen.“
Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) vom 24.8.2016

 Tipps und Links

Hinweis: Neuregelung im Infektionsschutzgesetz (IfSG) seit 2016

Wir möchten Sie an dieser Stelle auf eine neue Präventionsvorschrift im Infektionsschutzgesetz hinweisen. Gemäß § 34 Absatz 10a IfSG ist bei der Erstaufnahme eines Kindes in eine Kindertageseinrichtung der schriftliche Nachweis einer ärztlichen Beratung in Bezug auf einen vollständigen, altersgemäßen, nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission ausreichenden Impfschutz des Kindes zu erbringen. Neben einer ärztlichen Bescheinigung kann auch der Impfausweis oder das Untersuchungsheft des Kindes vorgelegt werden, sofern dort eine zeitnah erfolgte Impfung oder Vorsorgeuntersuchung eingetragen ist. Die Kindertagepflege ist von der Neuregelung ausgenommen. Informationsmaterial zum Thema Impfen gibt es in 19 Sprachen auf der Website des Robert-Koch-Institutes. Hier finden Sie ebenfalls Informationen zum Thema Asylsuchende und Impfen.

Aber auch pädagogische Fachkräfte sollten an die wichtige Vervollständigung und regelmäßige Aktualisierung ihres Impfschutzes denken - zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz der betreuten Kinder. Besonders hinweisen wollen wir in diesem Zusammenhang auf die seit 2010 neu empfohlene Masernimpfung für Erwachsene ab Jahrgang 1970. Ihr Hausarzt oder Betriebsarzt und auch Ihr Gesundheitsamt beraten Sie gerne.

Mehr zur neuen Meldepflichtverordnung zum Infektionsschutzgesetz finden Sie unter http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/IfSG/Meldepflichtige_Krankheiten/IfSGMeldAnpV_2016_Tab.html

Mehr zum Thema Infektionsschutz finden Sie zudem unter www.infektionsschutz.de

Hinweis: Neue Kinderrichtlinie jetzt auch mit Verweisen zum Zahnarzt

Die zum 1. September in Kraft getretene, neue Kinderrichtlinie stärkt besonders auch die vertragszahnärztliche Vorsorge für Kinder bis zum 6. Lebensjahr. Das so genannte Gelbe Heft oder auch Kinderuntersuchungsheft enthält als Bestandteil der Regelung jetzt in Form von Ankreuzfeldern sechs Verweise vom Arzt zum Zahnarzt für Kinder vom 6. bis zum 64. Lebensmonat. In dem Heft werden im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Kinderuntersuchungen sowie spezielle Früherkennungsuntersuchungen dokumentiert.(..)

Über die bisherige Richtlinie hinaus, die die erste zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung im dritten Lebensjahr vorsieht, sollen künftig schon früher im Kleinkindalter Untersuchungen eingeführt werden.

„Das trägt dazu bei, das übergeordnete Ziel der Zahnärzteschaft zu erreichen, frühkindliche Karies im Rahmen der GKV auf breiter Front zu reduzieren. Nun obliegt es zunächst dem Gemeinsamen Bundesausschuss, Art und Umfang der Leistungen sowie Altersgrenzen und Häufigkeit der neuen Untersuchungen vor dem 30. Lebensmonat zu bestimmen. Die entsprechenden Beratungen dazu sowie zu Effekten der Therapeutischen Fluoridierung dauern noch an. Erst im Anschluss können wir mit den Kassen dann im Bewertungsausschuss über die jeweilige Bewertung verhandeln.“

Quelle: OTS: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung vom 2.9.2016

Hinweis: Dokumentation von Erste-Hilfe-Leistungen

Nicht meldepflichtige Arbeitsunfälle oder dienstlich zugezogene Verletzungen und in diesem Zusammenhang erfolgte Erste-Hilfe-Leistungen sind so zu dokumentieren, dass Spätfolgen erkannt und nachvollzogen werden können. Dieses geschah bislang häufig mittels des sog. „Verbandbuches“, das dann in der Regel im Verbandkasten o.ä. aufbewahrt wurde.
Diese Praxis stößt inzwischen aus Datenschutzgründen auf Bedenken, weil nicht verhindert ist, dass Unbefugte – z.B. bei späteren Hilfeleistungen – in dem Verbandbuch frühere Fälle nachlesen und dabei auch personenbezogene und medizinische Daten von Betroffenen zur Kenntnis nehmen können.
Seit April 2016 haben daher die gesetzlichen Unfallversicherungsträger als Alternative zum Verbandbuch einen Meldeblock eingeführt, in dem ebenfalls die Unfälle, Verletzungen und Hilfeleistungen dokumentiert, dessen einzelne Formulare anschließend jedoch aus dem Block herausgetrennt und gesichert – z.B. beim zuständigen Rotkreuzarzt oder Betriebsarzt – aufbewahrt werden können. Dieser Meldeblock kann bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)  bestellt werden.

Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen

Das bundesweite Leseförderprogramm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ unterstützt Eltern über einen Zeitraum von sechs Jahren dabei, gemeinsam mit ihren Kindern die Welt des Lesens zu entdecken und das Lesen, Vorlesen und Erzählen zu einem festen Bestandteil des Familienalltags zu machen. Das Programm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und von der Stiftung Lesen durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen dabei die kostenfreien Lesestart-Sets, die in allen drei Programmphasen für die Kinder ein altersgerechtes Buch und für die Eltern Tipps und Informationen zum Vorlesen und Erzählen enthalten. Im gesamten Programmzeitraum zwischen 2011 und 2018 wurden und werden rund 4,5 Millionen dieser Sets an Familien mit Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren übergeben.

 

Zum Schuljahresbeginn 2016/17 beginnt der dritte Meilenstein des Lesestart-Programms: Bundesweit werden alle Grundschulen mit Lesestart-Sets für alle Kinder ausgestattet, die vom Schuljahr 2016/17 bis zum Schuljahr 2018/19 eingeschult werden. Die kostenfreien Sets enthalten ein altersgerechtes Buch, das die Kompetenzen und unterschiedlichen Vorerfahrungen der Kinder beim Schuleintritt berücksichtigt, sowie einen mehrsprachigen Vorlese-Ratgeber für Eltern, der zusätzlich in Türkisch, Russisch und Polnisch übersetzt ist. Auf www.lesestart.de wird der Vorlese-Ratgeber zu Programmbeginn in 17 Sprachen zum Download zur Verfügung stehen.

Die zentralen Multiplikatoren in der dritten Programmphase von „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ sind die Grundschulen und Lehrkräfte der ersten Klassen, die wichtige Motivatoren sind, wenn es darum geht, die Kinder zum Selberlesen zu motivieren und das Vorlesen weiterhin im Familienalltag zu verankern. Zudem genießt der Beginn der Schulzeit eine hohe und positive Aufmerksamkeit in den Familien, denn er spielt für den gelingenden Bildungsweg eines Kindes eine wichtige Rolle.

Ausführliche Informationen zu Lesestart finden Sie auf www.lesestart.de und www.facebook.com/lesestart.

Was macht gute Kinder-Apps aus?

Woran sollen sich Eltern, Pädagogen und Multiplikatoren im App-Dschungel orientieren? Wie können Fehlkäufe, Abzocke und Werbung vermieden werden?
Diese Fragen beantwortet der neue Schwerpunkt des Internet-ABC.

Pokémon Go - Erzieherische Herausforderungen durch neue Spielewelten

Über "Pokémon Go" wird derzeit viel diskutiert. Worauf Eltern achten sollten, wenn ihr Kind die App spielen möchte, verrät Ihnen ebenfalls das Internet-ABC.

Mit Bilderbuch und Touchscreen: Orientierungen für Eltern

Deutsche Liga für das Kind veröffentlicht Film zur Medienerziehung in der frühen Kindheit
Die Deutsche Liga für das Kind hat den Film „Mit Bilderbuch und Touchscreen. Junge Kinder und Medien“ herausgegeben. Der Film orientiert sich an der Lebenswelt der Kinder und begleitet Familien auf ihren individuellen Wegen durch die Vielfalt analoger und digitaler Medien. In dokumentarischen Beobachtungen, Interviews und Trickfilmsequenzen werden praktische Anregungen gegeben, wie ein gesundes, am Wohl des Kindes orientiertes Aufwachsen mit Medien gelingen kann.
„Kinder wachsen von Beginn an in eine stark durch Medien beeinflusste Umwelt hinein. Auch Eltern sind intensive Mediennutzer. Smartphone, Fernseher und Tablet gehören für die meisten Mütter und Väter selbstverständlich zum Alltag. Zugleich sind viele verunsichert, gerade in den ersten Lebensjahren des Kindes“, sagt Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München und Präsidentin der Deutschen Liga für das Kind. „Hier bietet der Film Orientierung. Er zeigt auf, wie die Chancen digitaler Medien genutzt und wie Kinder vor schädlichen Einflüssen geschützt werden können.“
Der Film richtet sich in erster Linie an Eltern. Weitere Zielgruppen sind pädagogische Fachkräfte sowie Auszubildende und Studierende. Es werden Antworten unter anderem auf folgende Fragen gegeben: Welche Medien sind in welchem Alter angemessen und wieviel Medienzeit ist sinnvoll? Wo können Medien die Entwicklung unterstützen und auf welche Weise können Kinder vor Gefahren durch Medien geschützt werden? Was heißt es, Kindern Medienkompetenz zu vermitteln? Wie nutze ich selbst digitale Medien und was lebe ich damit vor?
Der erste Teil vermittelt in vier Kapiteln Grundlagen der Medienerziehung in den ersten sechs Lebensjahren des Kindes. Die Bedeutung von Kinderbüchern und des Vorlesens sind ebenso Thema wie altersgerechte erste Begegnungen mit digitalen Medien und die Rolle der Eltern als Vorbilder. Im zweiten Teil unter dem Titel „Orientierungen im Mediendschungel“ werden praktische Empfehlungen für den Umgang mit Medien im Familienalltag gegeben. Stichworte sind hier u. a. „Gemeinsam schauen“, „Verarbeitung fördern“, „Regeln aushandeln“ und „Medien kreativ nutzen“. Die Empfehlungen haben das Ziel, eine kreative, möglichst interaktive und selbstbestimmte Nutzung analoger und digitaler Medien zu fördern.
Der Film (DVD-Video, Gesamtlänge 77 Minuten) wurde von Anja Hansmann und Susanne Richter (libellefilm, Berlin) realisiert und durch einen Fachbeirat begleitet. Die Finanzierung erfolgte mit besonderer Förderung der Ehlerding Stiftung und der Kroschke Kinderstiftung sowie durch zahlreiche weitere Förderer. Exemplare des Films sind zum Preis von 15,- € (zzgl. Versandkosten) erhältlich im Onlineshop der Deutschen Liga für das Kind unter www.fruehe-kindheit-online.de

http://www.fruehe-kindheit-online.de
Eine zweite, parallel entstandene DVD mit dem Titel „Aufwachsen in der Medienwelt. Kurzfilme zur Medienbildung in Kita und Kindertagespflege“ richtet sich gezielt an pädagogische Fachkräfte. Die insgesamt sieben Kurzfilme und ein Intro-Film wurden im Rahmen der Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Exemplare dieses zweiten Films sind – in limitierter Auflage – für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen kostenfrei über die Geschäftsstelle der Deutschen Liga für das Kind erhältlich. Informationen unter www.liga-kind.de
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Liga für das Kind vom 30.8.2016

Buchtipp: "Was macht Ihr Sohn denn da?" Geistige Behinderung und Sexualität

Ilse Achilles, Journalistin und Mutter eines Jungen mit geistiger Behinderung, gibt Antworten auf viele sexualpädagogische Alltags- und Spezialfragen, ohne Rezepte anzubieten. Sie beschreibt typische Situationen und geht auf peinlich verschwiegene Probleme ein, die Helfern und Eltern begegnen. Informationen zur Verhütung, Sterilisation, Homosexualität sowie Interviews mit Familienangehörigen und hilfreiche Adressen runden dieses Buch ab. Das im MAbuse-Verlag erschienene Buch ist hier bestellbar.

Hinterm Sternchenvorhang - ein guter Beitrag zum tabuisierten Thema Kindliche Sexualität

Geschichten von Kindern und Nacktheit und Sexualität erzählen oft Grausames. Man liest von sexuellen Übergriffen unter Kindern und Fällen, in denen Aufsichtspersonen ihre Macht ausnutzen. Oder von angeblich politischen Positionen, wie sie in den siebziger und achtziger Jahren vertreten wurden, wonach zu einer freien Sexualität auch die zwischen Kindern und Erwachsenen gehört. Die Empörung darüber ist, zu Recht, jedes Mal groß. Doch mit ihrer Wucht lenkt sie ab von etwas Wichtigem.

Durch die Sorge, mit der wegen solcher Geschichten jede Berührung des kindlichen Körpers beäugt wird, kommt etwas anderes zu kurz: die Sexualität der Kinder selbst.

Der Artikel "Hinterm Sternchenvorhang", erschienen in der ZEIT vom 14.7.2016 greift dieses wichtige Thema auf.

 Tipp-Spezial: Umweltbildung

umweltbildung.de

Die Website www.umweltbildung.de ist die Internetrepräsentanz des Bundesverbandes der AG Natur- und Umweltbildung e.V.. Hier findet man viel zu Themen der Umweltbildung, Wissenswertes zu Fakten und einige Praxismaterialien, die allerdings eher für die Sekundarstufe 1 konzipiert sind.

KiKA - September „Respekt für meine Rechte! – Umwelt schützen jetzt!“

Vom 12. September bis 2. Oktober stärkt das KiKA-Programm unser Umweltbewusstsein und vermittelt Wissen zu Nachhaltigkeit sowie ökologischem Handeln. Eltern und Pädagogen finden hier schon bald Anregungen für Zuhause und den Unterricht. Mehr unter: http://www.kika.de/erwachsene/begleitmaterial/themenschwerpunkte/themenschwerpunkte102.html

Mitmachen können Kinder z.B. in der Respekt für meine Rechte -Gruppe oder bei der Foto-Aktion "Uns was machst du?"

Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung

Kinder wollen die Welt erforschen und sie begreifen, ihren Platz in einer Gruppe finden und mitbestimmen. Sie lernen Regeln des Miteinanders und Werte des Umgangs. Die körperlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklungen eines Kindes sind in der frühen Kindheit besonders rasant.

Das Potential von Bildung für nachhaltige Entwicklung ist in diesem Bildungsbereich besonders groß: Das Kind lernt Grundwerte und Fähigkeiten und es erlebt, dass es gestalten kann und sein Handeln Auswirkungen auf andere Menschen und seine Umgebung hat. Dieses Bewusstsein ist die Basis von Bildung für nachhaltige Entwicklung, die darauf abzielt, Menschen zu verantwortlichem Denken und Handeln zu befähigen. Dazu sind Schlüsselfähigkeiten wie Kooperation, Partizipation und Selbstorganisation nötig, die als wesentliche Elemente einer modernen Kinderpädagogik angesehen werden.

2015 fiel der Startschuss für das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung, das Folgeprogramm der Vereinten Nationen für die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Das fünfjährige Programm (2015-2019) zielt darauf ab, Bildung für nachhaltige Entwicklung vom Projekt in die Struktur zu bekommen. Zur Umsetzung des Programms in Deutschland hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Nationale Plattform eingerichtet, die bis zum Frühjahr 2017 einen Nationalen Aktionsplan erarbeitet. Sie wird unterstützt durch so genannte Fachforen, die aus Experten zu den verschiedenen Bildungsbereichen besteht. Das Fachforum Frühkindliche Bildung erarbeitet prioritäre Handlungsfelder für den Bildungsbereich frühkindliche Bildung und konkrete Ziele und Umsetzungsstrategien. Außerdem identifiziert es Beispiele guter Praxis und gibt Anregungen für neue Bildungs-und Lernformate. Aktuell sind es 5 Handlungsfelder, die im Fachforum priorisiert werden:

1. BNE verbindlich in den Bildungsplänen verankern lassen

2. BNE als institutionellen Auftrag von Trägern etablieren

3. BNE in die Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften integrieren

4. BNE als Teil professionellen Handelns unterstützen

5. Vernetzungsstrukturen zu informellen und formellen Bildungsorten aufbauen

Ideen zu diesen Handlungsfeldern werden in den Nationalen Aktionsplan einfließen. Weitere Informationen zum Aktionsplan und zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung finden Sie hier.

Kinder-Garten im Kindergarten oder die GemüseAckerdemie

Das Projekt "Kinder-Garten im Kindergarten – Gemeinsam Vielfalt entdecken" begeistert Kinder für Natur und Artenschutz. Dafür wurde bereits ein bundesweites Netzwerk von 200 Kinder-Gärten aufgebaut, die Wissen und Erfahrungen rund um das Thema Garten, Natur und Vielfalt austauschen. Das Netzwerk verbindet bereits naturnah gestaltete Kindergärten und hilft, gemeinsam noch mehr Kinder-Gärten wachsen zu lassen. Die Gemeinschaft macht Mut, bringt Ideen und Tipps, auch mit einfachen Mitteln zu starten und Stolpersteine zu meistern.

In der GemüseAckerdemie lernen Kinder und Jugendliche, wo Lebensmittel herkommen, wie diese angebaut werden und wie man bewusst mit ihnen umgeht. Denn dieses Wissen geht mehr und mehr verloren. Auch hier gilt im praktischen Tun lernen Kinder wie sich Erde anfühlt, wie Tomaten riechen und ganz frische Möhren schmecken. Sie lernen die Jahreszeiten anders kennen und erfahren wie geduldig man sein muss für leckeres Gemüse. Das Team von Ackerdemia unterstützt dies bereits an über 40 Standorten in Deutschland. Ehrenamtliche AckerMentor*innen begleiten Kinder und Fachkräfte und stellen ihr Wissen zur Verfügung. Die GemüseAcekrdemie unterstützt Kitas im Aufbau eines eigenen Ackers, vielleicht auch im Zusammenwirken mit anderen Einrichtungen für einen Gemeinschaftsgarten.

Die Mülldetektive

Wieviel Verpackungsmüll entsteht in einer Woche in einer Kita? Wenn Sie auf diese Frage noch keine Antwort haben, wie wäre es mit einem Selbstversuch? Viele kreative Ideen rund um das Thema Ressoucenschonung durch Abfallvermeidung bieten zum Beispiel der "Abfallkoffer" des Projektes JuP-Umweltbildung oder die Mülldetektive.

Die Naturdetektive

Auf der gleichnamigen Kinderwebsite des Bundesamtes für Naturschutz finden Erwachsene und Kinder viele Informationen über Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume. Es gibt vielfältige Ideen, wie das jeweilige Thema, welches Kinder gerade berührt methodisch aufgegriffen und umgesetzt werden kann. Die Materialien bieten gute Anregungen zum weiterdenken.

Milch erforschen mit inklusiven Kindergruppen Sieben Mini-Experimente zum Schulstart

Milch ist ein tolles Lebensmittel. Gesund, leicht verfügbar und Kindern bekannt. Doch wer kann damit auch zaubern und beispielsweise Blitzkäse herstellen, Milchblasen erzeugen, „Kasein-Matsch“ herstellen oder Pudding ohne Klumpen? Mit Milch lässt sich wunderbar experimentieren. Die sieben Mini-Experimente im neuen aid-Heft „Milch erforschen mit inklusiven Kindergruppen“ haben alle Grundschulkinder begeistert, die sie ausprobiert haben. Sie staunten, forschten an ihren eigenen Fragen, waren stolz auf ihre Ergebnisse und das Forscherheft, das sie mit den sieben Kopiervorlagen bastelten.
Die Versuche kann jedes Kind durchführen. Es braucht weder lesen, noch schreiben, noch sprechen können, sondern einfach nur ausprobieren und neugierig sein. Übers Staunen kommen die Kinder automatisch zum selbständigen Forschen, entdecken viel Neues und lernen die Milch und die Kuh näher kennen. Die sieben Mini-Experimente passen gut in die Arbeit im Hort oder der Ganztagsschule. Außerdem sind sie willkommene Highlights für das nächste Ferienprogramm ;)

Mäusegesichter im Garten Micky-Maus-Strauch – Kinderpflanze im September

Der Name Micky-Maus-Strauch legt ja schon nahe, dass diese Pflanze für Kinder interessant sein MUSS. Aber wie kommt der Strauch zu diesem illustren Namen? Die schwarzen Beeren sitzen wie Micky-Maus-Ohren über einer roten Nase, die von den Kelchblättern gebildet wird und insgesamt wirkt das wie ein kleines Mäusegesicht.
Zum Glück sind die Beeren, die Kinder magisch anziehen, harmlos und zum Spielen geeignet. Das Fruchtfleisch ist sogar essbar, allerdings können die Samen zu Übelkeit führen. Wer also mutig von den Beeren probieren möchte, der sollte die Samen besser wieder ausspucken. Vögel essen die Früchte gern. Ein bisschen erinnern die schwarzen Beeren auch an Vogelaugen, deshalb wird der Strauch manchmal Vogelaugenbusch genannt.
Doch nicht nur die skurrilen Früchte schmücken den bisher wenig beachteten südafrikanischen Strauch. Im Frühjahr leuchten zahlreiche goldgelbe Blüten, die obendrein angenehm duften. Ein Grund mehr, dem wärmeliebenden Exoten ein Plätzchen auf Balkon oder Terrasse anzubieten. Für das Auspflanzen im Garten eignet sich der Strauch nicht, weil er frostfrei überwintern muss. Dafür ist er nicht wählerisch, ob man ihn im Winter in einen hellen, kühlen Kellerraum oder in ein warmes Zimmer stellt.
Wer das ausprobieren und sich einen Strauch auf den Balkon stellen möchte, der sollte im Fachhandel nach Ochna serrulata fragen, das ist der wissenschaftlich korrekte Name dieses Strauches. Unter dem Namen Micky-Maus-Pflanze sind nämlich noch ganz andere Pflanzen im Handel, die aber nicht so spannende Früchte tragen. weitere interessante Kinderfreundliche Pflanzen finden Sie in der gleichnamigen Broschüre.

  Ansprechpartner*innen

DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Sabine Urban
Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de

Djamila Younis
Projektleiterin Profilbildung und Qualitätsentwicklung / Hauptaufgabenfeld Kindertagesbetreuung Initiative zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften
Telefon: 030/ 8 54 04 - 822
E-Mail: younisd@drk.de

Ramona Sikora
Projektleitung »Demokratie leben ‒ von Anfang an! Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen«
Telefon: 030 8 54 04 - 284
E-Mail: r.sikora@drk.de


Alle angegebenen Informationen über externe Veranstaltungen, Wettbewerbe, Kampagnen, Links etc. haben wir gründlich recherchiert. Für dennoch enthaltene Fehler übernehmen wir keine Gewähr.

Wenn Sie den Newsletter abbestellen möchten, klicken Sie bitte einfach hier.

Deutsches Rotes Kreuz e.V. • DRK-Generalsekretariat • Carstennstraße 58 • 12205 Berlin
Telefon: 030 8 54 04 - 0 • Telefax: 030 8 54 04 - 450 • drk@drk.de • www.drk.de
Gesetzliche Vertreter: Christian Reuter (Vorsitzender des Vorstands) 
Registergericht: Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
Registernummer: 95VR590Nz
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 122123471
Steuernummer für Körperschaften: 27/630/50727