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Newsletter
Kinderhilfe
Newsletter Kinderhilfe November 2015
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Liebe Leser_innen,

im November-Newsletter der DRK Kinderhilfe finden Sie Aktuelles aus von der Bundesebene sowie Hinweise zu aktuellen Materialien und Medien. Besonders freut mich, Ihnen die Ausschreibung für den Fachtag "Profi(l) DRK Fachberatung - Rolle, Aufgaben und Positionen" im März 2016 präsentieren zu können. Gern können Sie diese teilen. Aktuelle Informationen zu Handreichungen und Materialsammlungen rund um das Thema geflüchtete Familien und Kinder finden Sie unter Tipps und Links.

Viel Lesevergnügen wünscht Ihnen

Sabine Urban
Referentin Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung

 Neues aus dem DRK

DRK- Kitas wachsen weiter

Langsam aber stetig, so könnte man das Wachstum des Feldes der DRK-Kindertagesbetreuung in Deutschland beschreiben. Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen: 23,6% mehr Kinder als noch 2006 betreut das DRK bundesweit. Zum 1.03.2015 wurden die 1.446 DRK- Kindertageseinrichtungen von 103.780 Kindern im Alter von 2 Monaten bis 14 Jahren besucht. Für das DRK als Arbeitgeber bedeutet das auch einen Aufwuchs von 64% an Fachkräften im Zeitraum 2006 bis heute. Im Vergleich: Waren 2006 noch 11.386 Fachkräfte im Bereich Kindertagesbetreuung beschäftigt, sind 2015 bereits 18.688 Fachkräfte (inklusive freigestellter Einrichtungsleitung, Verwaltung, Hauswirtschaft und Technik).

Die Rechte der Kinder - wir fragen nach! - zum Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention

Die Kinderrechtskonvention wurde am 20. November 1989, also vor 26 Jahren verabschiedet. Sie gilt in Deutschland seit 2010 ohne Vorbehalt - aber was beinhaltet diese Konvention, wer profitiert von ihr, wer hat sich nach ihr zu richten und was sind eigentlich die Rechte der Kinder? Wir fragen Kinder, Jugendliche und Erwachsene im DRK nach ihrer Meinung und veröffentlichen auf der Webseite der Kinder-,  Jugend- und Familienhilfe im Verlaufe des Jahres 2015 zu jedem der 54 Artikel der Konvention eine einzelne Meinung oder Reaktion. Diese Woche zu Artikel 18 "Verantwortung für das Kindeswohl"

„Die Verantwortung für das Kindeswohl ist auch immer eine gesellschaftliche Verantwortung!“

Im Rahmen des Aufbaukurses „Kinderschutz – eine Aufgabe für DRK-Kindertageseinrichtungen!“ im März 2015 haben sich die Teilnehmerinnen mit der UN-Kinderrechtskonvention auseinandergesetzt und dieses bildliche Statement zu Artikel 18 erarbeitet.

Das Statement trifft aktuell einmal mehr zu. Kinder aus geflüchteten Familien brauchen unser gesellschaftliches Dorf, unsere Unterstützung und uns als Anwälte für Kinder. Auch für sie gelten die Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention, der Grundrechtecharta und das Kinder- und Jugendhilfegesetz. Dies auch politisch und gesellschaftlich in Erinnerung zu bringen, ist Auftrag der Lobby für Kinder, wie zum Beispiel hier die National Coalition: „Flüchtlingskinder müssen – ohne Wenn und Aber - Anspruch auf Leistungen der bestehenden Sozialsysteme haben, ganz genau wie andere Kinder in Deutschland auch. Kinder, die nach ihrer Flucht dringend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, brauchen die gleichen Rechte auf gesundheitliche Versorgung, Betreuung und Bildung wie Kinder mit deutschem Pass. Werden nicht alle Kinder gleich behandelt, verstößt Deutschland gegen das Gebot der Nichtdiskriminierung, also den Grundsatz, allen Kindern gleiche Rechte zu gewähren. Erheblichen Handlungsbedarf sieht die National Coalition auch bei der Verwirklichung der Rechte auf Bildung, vollständigen Zugang zu ärztlicher Versorgung und auf Beteiligung.
 

 

 

 Veranstaltungen

Fachtag "Profi(l) DRK-Fachberatung - Rolle, Aufgaben und Positionen" 2.-4. März 2016

Profi und Profil – mit diesem Wortspiel richten wir konkrete Fragen an die Fachberatungslandschaft im DRK. Was macht DRK - Fachberatung zu Profis und wie konturiert ist ihr Profil? Mit dem dreitägigen Fachtag schaffen wir ein Forum für Ihre Meinung und gemeinsame Antworten. Wir beginnen mit dem wissenschaftlichen Beitragvon Dr. Christa Preissing zur Rollenklärung, untersetzen mit einem Vorschlag für ein Kompetenzprofil von Petra Beitzel und erarbeiten dann das gemeinsame Profil der DRK – Fachberatung.

Der zweite Part des Fachtages bietet Ihnen verschiedene methodische Settings zum Vernetzen, Austauschen und Reflektieren Ihrer Arbeit. Am dritten Tag blicken wir auf Ihre Aktivitäten zum Profilelement „Anwaltschaftliche Vertretung in DRK-Kindertageseinrichtungen“, geben Ihnen einen aktuellen Stand über die DRK-Kita Landschaft und unsere Aktivitäten für das Feld und planen dann gemeinsam die nächsten Schritte im Profilbildungsprozess.

Vom 2.-4. März 2016 wollen wir uns mit den DRK-Fachberater_innen austauschen und laden herzlich zum Fachtag nach Berlin ein. Die Teilnahmegebühr für den dreitägigen Fachtag beträgt 90,00€. Ihre Anmeldung für den Fachtag ist bis zum 01. Februar 2016 hier möglich.

Heute ist bundesweiter Vorlesetag

Der Bundesweite Vorlesetag ist eine gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung. Dieser Aktionstag für das Vorlesen findet seit 2004 jedes Jahr am dritten Freitag im November statt.
Der Bundesweite Vorlesetag setzt ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens. Ziel ist es, Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken und Kinder bereits früh mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen.

Das Konzept ist einfach: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen. Auch an ungewöhnlichen Vorleseorten finden Aktionen statt: im Riesenrad, im Flugzeug, in einem Tierpark, in Museen oder als Guerilla-Variante auf einer viel befahrenen Kreuzung – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Das regelmäßiges Vorlesen die individuelle Entwicklung von Kindern, von schulischen Leistungen bis hin zu familiären Bindungen unterstützt, weist die Vorlesestudie 2015 nun erstmals auch die längerfristige soziale Bedeutung des Vorlesens nach.

Mehr unter www.vorlesetag.de

 Fördermittel und Ausschreibungen

"Mitentscheiden und Mithandeln in der Kita"

Das im Rahmen des Projektes „ jungbewegt – Dein Einsatz zählt.“ entwickelte Konzept „Mitentscheiden und Mithandeln in der Kita“ soll nach einer Modellphase nun in die Fläche getragen werden. Dazu sucht die Bertelsmann Stiftung die Zusammenarbeit mit interessierten Trägern, die die Förderung von Engagement, Partizipation und Demokratiebildung zu Leitthemen ihrer Qualitätsentwicklung machen.Einzelheiten können Sie dem Informationsbrief und den Ausschreibungsunterlagen entnehmen.

Qualität erfordert Dialog - Start neues Bundesprogramm der DKJS

Über Qualität der Kindertagesbetreuung im Dialog sein erfordert oft eine hohe Koordinationsleistung. Wer sin die richtigen Ansprechpartner_innen? Was kann ich mit wem erreichen und welche Wege muss ich dafür gehen? Diese Koordiantionsleistung übernimmt die DJKS für Sie im Programm "Qualität vor Ort". Sie wollten schon immer mal ihre Perspektive und Ihre Positionen zur Kita-Qualität an die Entscheider_innen bringen, haben aber nicht die Ressourcen für die Organisation? Mit dem vom BMFSFJ und der Jacobs Foundation geförderten Programm stehen Ihnen diese nun zur Verfügung.

Was macht "Qualität vor Ort"?
Wir fragen danach, was den Akteuren_innen vor Ort dabei hilft, ihre Qualitätsansprüche umzusetzen und welche Faktoren dies erschweren. Dafür bringen wir verschiedene Perspektiven zusammen: Eltern, Fachkräfte, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik – alle sind gefordert, wenn es um die Frage geht, was unsere Kinder für ein bestmögliches Aufwachsen brauchen. Warum ist gute frühe Bildung wichtig? Was bedeutet
„Qualität“ in der Kinderbetreuung konkret? Was bedeutet sie für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft? Und wie lässt sie sich gemeinsam erreichen?

Für diesen Austausch sind 50 Dialoge zur frühen Bildung geplant, die bis Ende 2016 in ganz Deutschland stattfinden werden. Alle 50 Veranstaltungen werden an die Gegebenheiten vor Ort angepasst und in Kooperation mit den betreffenden Bundesländern sowie weiteren regionalen Partner_innen vorbereitet. Denn sie wissen am besten, wo es bereits nachahmenswerte Beispiele gibt oder welche Stellschrauben justiert werden könnten. Auch aktuelle Herausforderungen, wie beispielsweise die Integration von Kindern mit Fluchterfahrung, können in die jeweilige Konzeption der Dialoge einfließen.
Zusätzlich begleitet das Programm kommunale Netzwerke aus Akteuren_innen der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung auf dem Weg zu mehr Qualität und bietet passgenaue Unterstützung an. Dazu zählen Analyse- und Beratungsformate für Kommunen und Einrichtungen, die dabei helfen Handlungsbedarf auszuloten und individuelle Umsetzungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Qualitätsentwicklung zu erproben. Durch die Unterstützung der Jacobs Foundation können ausgewählte Modellkommunen zudem intensiv an integrierten Gesamtkonzepten zur frühen Bildung, Betreuung und Erziehung arbeiten.
Außerdem werden wir Fortbildungen zu Themen wie Fundraising oder Öffentlichkeitsarbeit durchführen. Fachveranstaltungen sowie Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten runden unser Angebot ab.

Das klingt für Sie spannend? Dann können Sie sich noch in diesem Jahr auf zwei Auftakt-Veranstaltungen am 8.12.2015 in Berlin und am 14.12.2015 in Dresden informieren. Die Ausschreibungen und mehr Informationen finden Sie hier.

Forschergeist 2016

Der "Forschergeist" ist ein bundesweiter Kita-Wettbewerb der Deutsche Telekom Stiftung und der Stiftung "Haus der kleinen Forscher". Gesucht und prämiert werden herausragende Projekte, die Mädchen und Jungen für die Welt der Naturwissenschaften, Mathematik oder Technik begeistert haben. Am 15. Oktober 2015 startete der Wettbewerb bereits zum dritten Mal. Bis zum 31. Januar 2016 kann sich jede Kita des Landes online unter www.forschergeist-wettbewerb.de bewerben.

 Fachpolitisch Aktuelles

Investitionen in Frühe Bildung lohnen sich - Gemeinsame Erklärung unterzeichnet

Anlässlich der Bund-Länder-Konferenz "Frühe Bildung lohnt sich" am 5. November haben Bund, Länder, Kommunen, Arbeitgeber und Gewerkschaften eine gemeinsame Erklärung zu Investitionen in frühe Bildung unterzeichneten. In der Kooperation von Politik und Wirtschaft soll die Qualität der Kindertagesbetreuung aktiv weiterentwickelt sowie durch eigene Maßnahmen befördert werden. Neben der Bundesfamilienministerin Schwesig nahm auch der Bundeswirtschaftsminister Gabriel an der Konferenz teil. Auch er betonte die bedeutsamkeit der Investitionen in Frühe Bildung und bekräftigte damit den Stellenwert der Gemeinsamen Erklärung mit den Wirtschaftspartnern. Die Arbeitgeber und Gewerkschaften verpflichten sich in der Erklärung den Qualitätsprozess mit eigenen geeigneten Maßnahmen, wie z.B. die kind- und familiengerechte Gestaltung von Arbeitszeiten zu unterstützen.

Die gesamte Presseerklärung sowie die unterzeichnete Erklärung finden Sie hier.

Kampagne "Starkmachen für Kinderrechte"

Gemeinsam mit prominenter Unterstützung und Kindern zweier Berliner Kinderrechteschulen hat Bundesjugendministerin Manuela Schwesig am 18. November die Kampagne "Starkmachen für Kinderrechte" in Berlin vorgestellt. Mit der Kampagne informiert das Bundesfamilienministerium über Kinderrechte in Deutschland.

"Wir alle müssen uns stark machen für Kinderrechte, sie bilden die Grundlage für ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen", sagte Manuela Schwesig anlässlich des Jahrestages der Verabschiedung der VN-Kinderrechtskonvention am 20. November. Am 18. November wird seit diesem Jahr auch der Europäischer Tag für den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch begangen, den der Europarat eingerichtet hat.

"Kinderrechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind Kinderrechte. Alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von Aussehen, Herkunft, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit, haben Rechte! Und sie haben die gleichen Rechte. Mir ist wichtig, dass jedes Kind, aber auch jeder Erwachsene diese grundlegenden Rechte unserer Kinder kennt", erklärte Manuela Schwesig.

Prominente Unterstützung für Kinderrechte

Unterstützt wird die Bundesjugendministerin bei der Aufklärung zum Thema Kinderrechte von der Schauspielerin Karoline Herfurth, der Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes, dem Basketballprofi Dirk Nowitzki und den Schauspielern Hans-Werner Meyer und Matthias Schweighöfer.

"Ich finde es großartig, dass die prominenten Botschafterinnen und Botschafter jeweils für ein Kinderrecht die Patenschaft übernommen haben, das ihnen besonders wichtig ist", sagte Manuela Schwesig.

Kinderrechte sind universell

Vor 25 Jahren ist die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft getreten; sie ist die von den meisten Staaten weltweit unterzeichnete Konvention überhaupt. Im Übereinkommen über die Rechte des Kindes sind die zentralen, weltweit geltenden Kinderrechte aufgeführt. Darunter die in der Kampagne besonders hervorgehobenen Rechte auf Schutz vor Gewalt, auf Bildung, auf Beteiligung, auf Gleichbehandlung sowie das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung. Diese Rechte gelten universell, das heißt für alle Kinder.

Gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen müssen diese Rechte und der Vorrang des Kindeswohls gestärkt und in den Mittelpunkt gerückt werden. Jeden Tag flüchten Menschen vor Krieg und Verfolgung nach Europa, rund ein Drittel von ihnen sind Kinder.

"Respekt für die Rechte aller Kinder, egal woher sie kommen, stärkt jedes einzelne Kind. Mit einer Haltung der Wertschätzung und Anerkennung gegenüber Kindern und ihren Rechten stärken wir das Miteinander in den Familien und damit auch das Miteinander in der Gesellschaft", betonte Manuela Schwesig.

Einrichtung einer Monitoring-Stelle zur Kinderrechtskonvention

Als weiteren Baustein zur Stärkung der Kinderrechte in Deutschland und zur konsequenten Umsetzung der Kinderrechtskonvention hat Bundesjugendministerin Manuela Schwesig bereits am 17. November die unabhängige Monitoring-Stelle zur Kinderrechtskonvention beim Deutschen Institut für Menschenrechte eröffnet.

Je mehr Mitspracherecht Eltern haben, desto zufriedener sind sie mit den Kitas

Ob Eltern mit der Einrichtung, die ihre Kinder betreut, zufrieden sind, hängt sehr stark davon ab, wie sie deren Qualität wahrnehmen. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. In den vergangenen Jahren hat Deutschland massiv in den quantitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren investiert – nicht zuletzt, um den seit dem 1. August 2013 bestehenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für alle Kinder ab dem ersten vollendeten Lebensjahr zu realisieren. Nachdem dieser quantitative Ausbau viele Jahre im Mittelpunkt stand, rückt gegenwärtig die Qualität in den Fokus der Debatten um die frühe Bildung. Ob Eltern mit der Einrichtung, die ihre Kinder betreut, zufrieden sind, hängt sehr stark davon ab, wie sie deren Qualität wahrnehmen. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. Die Untersuchung stützt sich auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), der Stichprobe "Familien in Deutschland" aus den Jahren 2012 und 2013 und einer Zusatzbefragung zu beiden Studien. Am zufriedensten sind die Eltern demnach mit dem Tagesablauf in den Kitas, am unzufriedensten mit den Möglichkeiten der Mitentscheidung sowie den Kosten. Deutlich unzufriedener sind insgesamt die Eltern von Kindern, die drei Jahre oder älter sind. "Dies legt nahe, dass aus elterlicher Perspektive die Qualitätsanstrengungen auch im Kindergartenbereich nicht vergessen werden dürfen", folgern die Autoren C. Katharina Spieß, Pia Schober, Georg Camehl und Juliane Stahl aus der Abteilung Bildung und Familie.

Mehr Informationen finden Sie im DIW Wochenbericht 46/2015

Die Teilakademisierung der Frühpädagogik - Eine Zehnjahresbeobachtung

Im deutschen Bildungssystem treffen Kinder, je jünger sie sind, auf desto geringer qualifiziertes Personal. Auf diese Situation reagierten seit 2004 zahlreiche Initiativen zur Etablierung frühpädagogischer Hochschulstudiengänge. Die Expansion ist mittlerweile zum Stillstand gekommen – Gelegenheit für eine Bilanzierung.

Am Beginn der Bildungsbiografien, in der Phase bis zum sechsten Lebensjahr, werden Kinder in Deutschland – soweit sie Kin­der­tages­stätten besuchen – traditionell von Personal betreut, das eine Berufs- oder Fachschulausbildung ab­solviert hat. Alternativ gibt es heute aber auch bun­desweit rund 120 frühpädagogische Studiengänge an 90 Hochschulen. Nach zehn Jahren ist die Expansionsphase zum Abschluss ge­kommen – mithin eine gute Gelegenheit, eine Bilanz von zehn Jahren (Teil-)Aka­de­mi­sie­rung der Frühpädagogik ziehen.

Mit den Akademisierungsinitiativen waren sehr konkrete Erwartungen verbunden: Qua­litätssteigerung der pädagogischen Arbeit, Höherwertigkeit des Berufs (höheres So­zialprestige und bessere Vergütung), Aufstiegschancen, steigende Verbleibs­quote im Beruf, mehr Männer in Kitas und intensivierte Forschung zur frühen Kindheit. Die­se Erwartungen werden hier mit den bisherigen Ergebnissen abgeglichen.

Immer mehr Kita-Nachwuchskräfte in der Ausbildung

Im Schuljahr 2013/14 haben knapp 36.000 Personen eine Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher begonnen und damit 7% mehr als im Vorjahr. Der Trend der letzten Jahre setzt sich damit fort.

Seit dem Schuljahr 2007/08 wächst die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger an den Fachschulen für Sozialpädagogik jährlich um über 2.000. Dies entspricht einem Anstieg um insgesamt rund 72% in sechs Jahren.

Ausbildungskapazitäten wurden insbesondere im Osten ausgebaut

In den meisten östlichen Ländern und in Berlin sind prozentual mehr Schülerinnen und Schüler im ersten Ausbildungsjahr hinzugekommen als in den westlichen Ländern. In Sachsen-Anhalt und Sachsen war der Anstieg mit einem Plus von 160% und 149% zwischen 2007/08 und 2013/14 am größten. Unter den westlichen Bundesländern ist Rheinland-Pfalz Spitzenreiter mit einem Zuwachs von 120%.

Zahl der Absolventinnen und Absolventen steigt verzögert

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler wirkt sich mit Verzögerung der Ausbildungszeit auch auf die der Absolventinnen und Absolventen aus. Zwischen dem Schuljahr 2007/08 und 2012/13 gab es bundesweit einen Zuwachs um 31% auf über 23.000. Auch die Zahl der fertig ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher ist in den östlichen Ländern und in Berlin prozentual stärker gestiegen als in den westlichen Ländern. Absolut betrachtet gab es in Nordrhein-Westfalen sowohl im Schuljahr 2007/08 als auch 2012/13 die meisten Absolventinnen und Absolventen.

Diese Entwicklungen zeigen, dass das Interesse am Arbeitsfeld Kita nach wie vor groß ist. Wenngleich die Ausbildung auch für Erziehungshilfen bzw. Heimerziehung sowie für Ganztagsschulen qualifiziert, arbeiten die meisten Erzieherinnen und Erzieher nach ihrem Abschluss in Kindertageseinrichtungen. Dort bildeten sie am 1. März 2014 mit rund 70% die größte Gruppe der Kita-Fachkräfte. Kinderpflege- und Sozialassistenzkräfte, die eine Ausbildung an einer Berufsfachschule absolviert haben, sowie an Hochschulen ausgebildete Fachkräfte stellen eine weitaus kleinere Beschäftigtengruppe dar.

Statistische Grundlage: Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler sowie Absolventinnen und Absolventen veröffentlicht das statistische Bundesamt in der Schulstatistik. Die Angaben beruhen auf Daten aus den statistischen Landesämtern. Auf Bundesebene können die Besonderheiten der beruflichen Bildung der Länder nur ungenau abgebildet werden. Deshalb hat WiFF die Zahlen nach einer Abfrage bei den zuständigen Landesämtern geprüft und bereinigt.

Über fachkraeftebarometer.de

Das Fachkräftebarometer Frühe Bildung liefert auf Basis der amtlichen Statistik ausführliche Informationen über Personal, Arbeitsmarkt, Erwerbssituation sowie Qualifizierung in der Frühpädagogik. Die Publikation wurde im November 2014 erstmals veröffentlicht. Als Beobachtungs- und Analyseinstrument wird es zukünftig etwa alle zwei Jahre erscheinen. Die Website www.fachkraeftebarometer.de präsentiert einen Überblick über Bundestrends und Entwicklungen in den Ländern. Darüber hinaus wird jeden Monat eine aktuelle Zahl vorgestellt, die die Analysen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung fortschreibt.

Über WiFF

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts e. V. und wird aus Mitteln des BMBF gefördert.

Quelle: Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) vom 05.11.2015

Konsument Kind - Fachgespräch bei Bündnis 90/Die Grünen am 13.11.2015

Kinder sind die Konsumenten von morgen. Doch auch heute schon sind sie eine wichtige Zielgruppe für die Wirtschaft. Laut KIDS Verbraucheranalyse 2014 verfügen Kinder zwischen 6 und 13 jahren in Deutschland über eine Kaufkraft von fast 6 Milliarden Euro. Sie sind leicht beeinflussbar, haben ein ausgeprägtes Markenbewusstsein und einen starken Einfluss auf die Kaufentscheidungen ihrer Eltern. Kein Wunder also, dass die Wirtschaft große Summen in die Erforschung des Konsumverhaltens von Kindern und in zielgerichtete Werbung investiert. Gleichzeitig stehen auch die Eltern als Konsumentenzielgruppe immer mehr im Fokus der Unternehmen, indem Produkte als besonders kindgerecht dargestellt werden. Kinder gehören jedoch zu den besonders "verletzlichen" Verbrauchern. Sie sind bis zum 8. Lebensjahr normalerweise nicht in der Lage, zwischen Werbung und Realität zu unterscheiden und sind daher leicht zum Konsum zu verführen. Frühzeitig geschaffene Markenbindungen können sehr lange halten, Essgewohnheiten das Ernährungsverhalten ein Leben lang beeinflussen und starre Bilder von geschlechterrollen sich in den Köpfen manifestieren. Anhand von Beispielen aus der Lebensmittelwirtschaft und des Gendermarketings wurde in dem Fachgespräch die Rolle des Kindes als Konsument näher betrachtet, wie Unternehmen um Kinder werben. Mit Blick auf den Verbraucherschutz wurde anschließend diskutiert, wie Kinder und Eltern über Strategien der Anbieter aufgeklärt werden und zum kritischen Konsum angehalten werden können. Zur Diskussion stand aber auch, we politischer Handlungsbedarf gesehen wird und wo die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaft bleibt. In einem EU-Pledge haben sich bereits 2013 international agierende Unternehmen verpflichtet, ihr Kindermarketing zum Schutz der Kinder zu verändern. Dass dies kaum wirkt hat kürzlich erst der Foodwatch-Marktcheck herausgefunden. Die Nährstoffzusammensetzung aller Produkte, die sich in Marketing oder Werbung direkt an Kinder richten, wurde mit den Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation an ernährungsphysiologisch ausgewogene Lebensmittel abgeglichen. Das WHO-Regionalbüro für Europa (WHO/Europa) hatte Anfang 2015 Empfehlungen für die Beschränkung von Kindermarketing veröffentlicht. In diesem sogenannten nutrient profile model werden Lebensmittel nach Kategorien anhand ihrer Nährwertzusammensetzung dahingehend bewertet, ob sie sich im Marketing an Kinder richten sollten oder nicht. Dabei spielen die Anteile von Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz, aber auch der Kaloriengehalt, Zuckerzusätze und zugefügte Süßstoffe eine Rolle. Die Empfehlungen der WHO/Europa: Nur die nach diesem Modell als ernährungsphysiologisch ausgewogen geltenden Produkte dürften an Kinder vermarktet werden. Diskutiert wurden daher Alternativen auch aus anderen Ländern, wie die Lebensmittel-Ampel in Großbritanien oder Beispiele aktueller gesetzlicher Regelungen zum Schutz von Kindern in Mexico und Chile.  Das Thema verantwortungsvolle Zielgruppenansprache versus Genermarketing wurde von Stevie Schmiedel, Vorsitzende des Verein PinkStinks mit Carola Laun von der Kinder und Jugendmarketingagentur Kontor diskutiert.

Die Debatte begleiten wir gern auch inhaltlich weiter und berichten hier darüber.

Wie sich das Thema Geschlechterrollen pädagogisch aufgreifen lässt, haben wir unter anderem in der kürzlich erschienenen Handreichung "Inklusion in DRK-Kindertageseinrichtungen" beschrieben. Um Kinder und Eltern gut begleiten und beraten zu können, brauchen auch Fachkräfte Wissen. Ein Blick in auf die hier verlinkten Seiten kann bereits interessante Anregungen bieten.

17. Shell Jugendstudie

Die 17. Shell Jugendstudie 2015 stützt sich auf eine repräsentativ zusammengesetzte Stichprobe von 2.558 Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren aus den alten und neuen Bundesländern, die von Infratest-Interviewern zu ihrer Lebenssituation, ihren Einstellungen und Orientierungen persönlich befragt wurden. Die Shell jugendstudie wird seit 1953 regelmäßig durchgeführt und gibt daher ein gutes Barometer für die Stimmung der Jugend.

Weiterhin viel Optimismus

Insgesamt lässt sich die Jugend nicht von ihrer positiven Grundhaltung abbringen. 61 Prozent der Befragten blicken optimistisch in die persönliche Zukunft, das sind noch einmal mehr als in den Jahren 2010 und 2006. Die Zuversicht der Jugendlichen aus sozial schwachen Schichten hingegen stagniert. Erstmals seit den 1990er Jahren beurteilt eine Mehrheit der Jugendlichen (52 Prozent) auch die gesellschaftliche Zukunft optimistisch.

Mehr über die Studie und ihre Ergebnisse finden Sie hier.

 Tipps und Links

Informationen zu Broschüren und Fördermöglichkeiten zum Thema Kinder mit Fluchterfahrungen in der Kita

Eine gute Übersicht zu aktuellen Broschüren und Fördermöglichkeiten in den Bundesländern bietet der Deutsche Bildungsserver. Unter der Website finden Sie neben Allgemeinen Informationen und Neuem aus den Bundesländern auch Mehrsprachige Informationsmaterialien für die pädagogische Arbeit mit Kindern und die Zusammenarbeit mit Eltern über Sprachgrenzen hinweg.

Impuls e.V. entwickelt Programm für Flüchtlingsfamilien mit jungen Kindern

Unter dem Dach von IMPULS Deutschland Stiftung e.V. befinden sich Programme wie Hippy oder Opstapje, die sich an Familien mit Migrationshintergrund wenden und seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt werden. Nun hat Impuls Deutschland Angebote für Flüchtlingsfamilien mit Kindern zwischen 3 Monate bis 7 Jahren entwickelt. Mehr Informationen hier.

Broschüre „Flüchtlingskinder und jugendliche Flüchtlinge in Schulen, Kindergärten und Freizeiteinrichtungen“

Laut UNICEF ist jeder dritte nach Deutschland einreisende Flüchtling ein Kind oder Jugendlicher. Schätzungsweise 65.000 Flüchtlingskinder leben mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland.
Viele dieser Kinder besuchen deutsche Schulen, Kindergärten oder werden stundenweise in anderen Einrichtungen teilweise auch von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. Der Wunsch, diese Kinder und Jugendlichen bestmöglich zu unterstützen, ist groß. Ebenso groß ist bei vielen die Unsicherheit wie sie diesen Kindern begegnen sollen. Dafür gibt es kein Patentrezept. Es gibt nicht „die Flüchtlingskinder“. Jedes Kind, jeder Jugendliche ist anders, die Hintergründe und Schicksale unterscheiden sich sehr. Aber es gibt Informationen über die Auswirkungen von Trauma, Trauer und dem Leben in einer fremden Kultur, die helfen können die Kinder und Jugendlichen besser zu verstehen.
 
Die neue 38-seitige Broschüre des Zentrum für Trauma- und Konfliktmanagement (ZTK) GmbH Köln möchte dieser Unsicherheit entgegenwirken. Sie bietet Hintergrundinformation über Trauer, Trauma und den Schwierigkeiten vom Leben in einer fremden Kultur. Praktische Beispiele sollen Lehrkräften, Erzieher/innen und Mitarbeitern anderer Einrichtungen helfen diese Kinder und Jugendlichen besser zu verstehen und zu unterstützen.
 
Der Ratgeber eignet sich als Informationsmaterial für Schulen, Kindergärten, Tageseinrichtungen, Vereine, Ärzte und Ehrenamtliche die mit Flüchtlingskindern und -jugendlichen arbeiten. Die Informationsbroschüre können Sie hier bequem online bestellen.

Portal für Flüchtlingshilfe in Baden-Württemberg

Auf dem Portal www.fluechtlingshilfe-bw.de werden vom Staatsministerium Baden-Württemberg,
Stabsstelle der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung vielfältige und für die Praxis hilfreiche Informationen zur Flüchtlingshilfe zusammengestellt, die keineswegs nur für Baden-Württemberg relevant sind und zum stöbern einladen.

Was kann Heilpädagogik als Profession zur Inklusion beitragen?

Eine gemeinsame Publikation des Berufs- und Fachverband Heilpädagogik (BHP) e.V. und des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. (DV) gibt Antworten auf die Frage, was Heilpädagogik als Profession zur Inklusion beitragen kann. Die Publikation mit dem Titel "Inklusion und Heilpädagogik – Kompetenz für ein teilhabeorientiertes Gemeinwesen" erscheint im November 2015. Fünf namhafte Autorinnen und Autoren gehen darin der Frage nach, welche Rolle die Heilpädagogik bei der Umsetzung von Inklusion in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens spielt. Dabei führen sie eine intensive und fundierte Auseinandersetzung mit den Ansprüchen, Aufträgen und Möglichkeiten der Profession Heilpädagogik im Spannungsfeld zwischen vorhandenen Organisationsstrukturen, öffentlichen Haltungen und aktueller Sozialgesetzgebung. Heilpädagogik wird dabei als Handlungswissenschaft verstandenen und in ihren verschiedenen Dimensionen vorgestellt.

  Ansprechpartner*innen

DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Sabine Urban
Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de

Djamila Younis
Projektleiterin Profilbildung und Qualitätsentwicklung / Hauptaufgabenfeld Kindertagesbetreuung Initiative zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften
Telefon: 030/ 8 54 04 - 822
E-Mail: younisd@drk.de

Ramona Sikora
Projektleitung »Demokratie leben ‒ von Anfang an! Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen«
Telefon: 030 8 54 04 - 284
E-Mail: r.sikora@drk.de


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