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Newsletter
Kinderhilfe
Newsletter Kinderhilfe Mai 2016
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Leser*innen,

in diesem Newsletter finden Sie kompakt zusammengefasst bundespolitische Informationen zum Thema Kinderhilfe aus dem Verband sowie fachpolitisch Aktuelles.

Entspanntes Lesevergnügen wünscht

Sabine Urban
Referentin Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung

 Neues aus dem DRK

Stellungnahme des Deutschen Roten Kreuzes zum Referentenentwurf des Bundesteilhabegesetzes

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 26. April einen Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung behinderter Menschen (Bundesteilhabegesetz) vorgelegt. Das Artikelgesetz beinhaltet schwerpunktmäßig eine Neufassung des SGB IX. Dieses hat künftig eine dreiteilige Struktur. Im ersten Teil soll das für alle Rehabilitationsträger geltende Rehabilitations- und Teilhaberecht zusammengefasst werden. Im zweiten Teil wird die aus dem SGB XII herausgelöste und reformierte Eingliederungshilfe als "Besondere Leistungen zur selbstbestimmten Lebensführung für Menschen mit Behinderungen" geregelt und das SGB IX somit zu einem Leistungsgesetz. Der dritte Teil beinhaltet das weiterentwickelte Schwerbehindertenrecht.

Die Stellungnahme des DRK zum Referentenentwurf des BTHG finden Sie hier. In den weiteren Forderungen für die Ausgestaltung des Bundesteilhabegesetzes, setzt sich das DRK für eine Verpflichtung der Einrichtungen zur Sicherstellung von Schutz vor Gewalt (insbesondere sexualisierter Gewalt) im Sinne der "DRK-Standards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung in den Gemeinschaften, Einrichtungen, Angeboten und Diensten des DRK" ein.

DRK Kampagne "ZEICHEN SETZEN"

Der offizielle Kampagnenstart der DRK-Kampagne "ZEICHEN SETZEN" war der Weltrotkreuztag am 8. Mai 2016. Die Kampagne will Menschen gewinnen, sich im DRK zu engagieren: Als Fördermitglied, Spender, als ehrenamtlicher Helfer oder Blutspender.

Die neue DRK-Kampagne soll Einzigartigkeit und Vielfalt des Deutschen Roten Kreuzes verdeutlichen und für Engagement im Roten Kreuz werben. Ab Anfang Mai sind bundesweit Plakate zu sehen. Zur Kampagne gehören auch ein TV-Spot und Aktivitäten in den sozialen Medien. Das Video zur Kmapagne finden Sie hier.

DRK Thüringen fördert Kita-Führungskräftenachwuchs

Die ersten 11 Kita-Mitarbeiterinnen erhielten am Montag in einer Feierstunde in der DRK-Landesgeschäftsstelle ein Zertifikat, mit dem ihnen die „Zusatzqualifikation zur Führung einer DRK-Kindertageseinrichtung“ zugesprochen wird.

Die in verschiedenen Thüringer Kitas tätigen pädagogischen Fachkräfte hatten bereits im März 2015 mit dem insgesamt 240 Unterrichtseinheiten in 12 Modulen umfassenden nebenberuflichen Weiterbildungsprogramm begonnen, das mit der Überreichung des Zertifikats offiziell endete. Der frischgebackene Führungskräftenachwuchs freute sich über die Anerkennung und darüber, dass sie ihren Familien und Freunden nun wieder mehr Zeit schenken können. Alle zeigten sich stolz und sind nun gespannt, welche Aufgaben in Zukunft auf sie warten werden.

In Anwesenheit von Vertretern des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) und Vertretern des DRK in Thüringen betonte Antje Rösner, Vorstand im DRK-Landesverband, die Bedeutung aktiver Personalentwicklung in Kindertageseinrichtungen. Denn in den kommenden 5 Jahren werden etwa 30 Prozent der derzeitigen Kita-Leitungen in den Ruhestand gehen. Aus diesem Grund unterstützt der DRK-Landesverband aktiv die Entwicklung des Kita-Führungskräftenachwuchses.

Bereits seit dem Jahr 2012 gehört die fachliche Förderung und Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zum Hauptaufgabenfeld des Deutschen Roten Kreuzes. Viel Zeit, Energie und Kreativität wurde seitdem in die qualitative Weiterentwicklung der Kindergärten und Kindertageseinrichtungen investiert. Bis 2014 wurde unter Federführung des DRK-Thüringen und in Abstimmung mit dem TMBJS ein Curriculum zur Zusatzqualifikation für die Führung einer DRK-Kindertageseinrichtung entwickelt. Im Frühjahr 2015 fiel dann der Startschuss. Die Referentin für Kinder, Jugend und Familie im DRK-Landesverband, Astrid Exel, wies noch einmal auf das Fehlen geeigneter Fach- und Führungskräfte im Kita-Bereich hin und darauf, dass mit dem DRK-Fortbildungsprogramm wichtiger Schritt gemacht worden sei. Besonders dankte sie dem TMBJS für die gute Zusammenarbeit.

Quelle: PM, DRK LV Thüringen e.V., 11.05.2016

In Sachen Kinderschutz

Das DRK ist seit den 1980er Jahren in Sachen Kinderschutz in Kindertageseirichtungen unterwegs. In regelmäßigen Seminaren und Kursangeboten informieren wir über Kinderschutzkategorien, die Wahrnehmung von Kindern und darüber was Erwachsene, insbesondere Fachkräfte für lebensgeschichtlich belastete Kinder tun können. Ende April 2016 war es wieder soweit. 15 Teilnehmer*innen aus Kindertageseinrichtungen, Schulsozialarbeit und Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge haben sich eine Woche mit den Kategorien und Geschichten von Kindern und Familien auseinandergesetzt. Am Ende des Kurses formulierten einige Teilnehmer*innen es sei ihnen wichtig in der Einrichtung Werte und Normen zu leben und zu vermitteln. Traditionen und Rituale helfen allen Kindern, besonders aber lebensgeschichtlich belasteten Kindern, die hierdurch eine wichtige Konstante im Leben haben. Pädago*innen müssen als sichere Basis zur Verfügung stehen und sich hierfür auch hanldungssicher und selbstwirksam fühlen. Achtsamkeit für sich und das Team, angemessene Rahmenbedingungen der Arbeit und Wissen um Kinderschutz gehören hier dazu.

Zum Schutz von Kindern in unseren Einrichtungen gehört auch die Auseinandersetzung mit den Rechten der Kinder und der eigenen Macht als pädagogische Fachkraft. Zu diesem Thema entwickelt der DRK Bundesverband aktuell in Zusammenarbeit mit der Anti-Bias Werkstatt und dem DRK- Multiplikatorinnen-Netzwerk Kinderschutz ein Methodenbuch für Fach- und Praxisberater*innen zum Thema "Umgang mit erzieherischer Macht". Mehr hierzu finden Sie im Herbst in diesem Newsletter.

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 Veranstaltungen

DRK-Wohlfahrtskongress 2016

Der 2. Wohlfahrtskongress des Deutschen Roten Kreuzes, der vom 18. bis 19. November 2016 in Berlin stattfinden wird, trägt den Titel „Deutsches Rotes Team. Ein Zeichen setzen für Engagement und Personal der Zukunft“ – ganz nach dem Motto unserer aktuellen DRK-Kampagne.

Der zweitägige Kongress richtet sich an alle ehren- und hauptamtlichen Führungs- und Leitungskräfte der DRK-Wohlfahrtsarbeit.

Das spannende, abwechslungsreiche und vielfältige Programm thematisiert Personalfragen und Fragen des Engagements der ehren- und hauptamtlichen Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Hier liegen große Herausforderungen für die Zukunft unseres Verbands und wir freuen uns schon jetzt auf die Inputs, Diskussionen und Austausche hierzu. Für den Bereich Familie und Kinder finden zwei interessante Workshops zum Thema Familie und Zeitbedarfe und Betriebliches Gesundheitsmanagement in Kitas statt. Anmelden können Sie sich hier.

 Fachpolitisch Aktuelles

Kinderkommission des Deutschen Bundestages empfiehlt Maßnahmen zum Schutz von Flüchtlingskindern vor sexueller Gewalt in Flüchtlingsunterkünften

In einem Expertengespräch am 24. Februar 2016 hat sich die Kinderkommission des Bundestages u.a. mit dem Schutz von Kindern mit Fluchterfahrungen in Flüchtlingsunterkünften befasst. Sie kommt zu der Auffassung Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte sind keine geeigneten Lebensorte für Kinder. Die Mitglieder der Kinderkommission fordern daher die Einrichtungen müssen den Erfordernissen des Bundeskinderschutzgesetzes und des SGB VIII entsprechen, über entsprechende Qualistätsstandards und  Gewaltschutzkonzepte verfügen. Die konkreten Forderungen finden Sie in dem dreiseitigen Empfehlungspapier.

Europarat verabschiedet neue Kinderrechtsstrategie

Das Ministerkomitee des Europarats hat am 02. März 2016 eine neue Kinderrechtsstrategie für die kommenden fünf Jahre verabschiedet. Diese Leitlinie für die 47 Mitgliedstaaten des Europarates wurde von politischen Entscheidungsträgern und Experten aus den Mitgliedstaaten in einem partizipativen Prozess entwickelt, bei dem nicht nur die Auffassungen der Zivilgesellschaft, sondern auch der Kinder selbst berücksichtigt wurden. Sie enthält fünf Prioritäten: Gleiche Chancen für alle Kinder; Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung; Teilnahme aller Kinder an politischen Entscheidungsprozessen; ein gewaltfreies Leben für alle Kinder; kinderfreundliche Justiz und Rechte des Kindes im digitalen Umfeld. Die in Englisch vorliegende Strategie steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Mehr Kita-Fachkräfte haben einen Hochschulabschluss, dennoch bleibt ihr Anteil gering

Die Akademisierung des Kita-Personals schreitet voran: Seit 2006 hat sich die Anzahl der pädagogischen Fachkräfte und Leitungen mit einschlägigem Hochschulabschluss, zum Beispiel in Heil-, Sozial-, Kindheitspädagogik, Erziehungswissenschaft oder Sozialer Arbeit, auf das 2,6-Fache erhöht. 29.455 Personen hatten 2015 einen entsprechenden Abschluss. Die prozentuale Steigerung fällt aufgrund der Größe und der starken Expansion des Arbeitsfeldes jedoch eher gering aus: Der Anteil der Akademikerinnen und Akademiker am pädagogischen und leitenden Personal ist seit 2006 lediglich um 2,2 Prozentpunkte gestiegen und lag 2015 bei 5,4 Prozent. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF).

Deutlich über dem Bundesdurchschnitt lag der Anteil einschlägig akademisch ausgebildeter Fachkräfte und Leitungen in Mecklenburg-Vorpommern (13 Prozent), Hessen (10 Prozent), Bremen, Hamburg und Sachsen (jeweils 9 Prozent). Betrachtet man allein das Leitungspersonal, zeigen sich noch größere Unterschiede zwischen den Bundesländern: In Hamburg (48 Prozent), Bremen (45 Prozent) und Sachsen (39 Prozent) war fast die Hälfte einschlägig akademisch qualifiziert, in Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg nur jeweils 10 Prozent. Im bundesdeutschen Durchschnitt hatten 16 Prozent der Kita-Leitungen einen entsprechenden Hochschulabschluss.
Unter den einschlägig akademisch ausgebildeten Fachkräften in der Kita haben die meisten einen Fachhochschulabschluss in Sozialpädagogik bzw. Sozialer Arbeit. Im Jahr 2015 waren es rund 16.600 und damit mehr als doppelt so viele wie 2006 (+112 Prozent). Die stärkste Entwicklungsdynamik lässt sich bei der Anzahl der Kindheitspädagoginnen und -pädagogen beobachten, die erst seit 2012 in der Kinder- und Jugendhilfestatistik erfasst wird: Seitdem hat sich die Größe der Gruppe fast vervierfacht (+284 Prozent) auf 3.900.

Die an Fachschulen ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher hatten 2015 mit rund 70 Prozent den größten Anteil am pädagogischen und leitenden Personal in der Kita. An zweiter Stelle folgten Beschäftigte mit einer Berufsfachschulausbildung (13 Prozent), zumeist in der Kinderpflege. Nur rund 4 Prozent haben eine andere Berufsausbildung abgeschlossen, weitere 5 Prozent befanden sich zum Zeitpunkt der Erhebung in einer Ausbildung und nur 2 Prozent waren ohne Berufsabschluss.
Das Fachkräftebarometer Frühe Bildung liefert auf Basis der amtlichen Statistik ausführliche Informationen über Personal, Arbeitsmarkt, Erwerbssituation sowie Qualifizierung in der Frühpädagogik. Die Publikation wurde im November 2014 erstmals veröffentlicht. Als Beobachtungs- und Analyseinstrument erscheint sie künftig etwa alle zwei Jahre. www.Fachkraeftebarometer.de präsentiert einen Überblick über Bundestrends und Entwicklungen in den Ländern. Die Daten werden laufend aktualisiert: Jeden Monat wird zu einem Thema eine Zahl aus dem aktuellen Jahr vorgestellt.


Quelle: Pressemitteilung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) am Deutschen Jugendinstitut e.V. vom 10.5.2016

Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zur Modernisierung des Mutterschutzes

Das Bundeskabinett hat am 4. Mai das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingebrachte Gesetz zur Neuregelung des Mutterschutzrechts beschlossen.
Mit diesem Gesetz soll der bestmögliche Gesundheitsschutz für schwangere und stillende Frauen gewährleistet werden. Die Regelungen zum Mutterschutz stammen im Wesentlichen aus dem Jahr 1952. Seither haben sich die Arbeitswelt, aber auch die Erwerbstätigkeit der Frauen selbst grundlegend gewandelt.
„Der Mutterschutz ist wichtig für Mütter und Babys. Alle Mütter sollten ihn erhalten. Mit dieser Reform passen wir den Mutterschutz an die heutigen Realitäten an. Das Gesetz war veraltet – wir bringen es auf die Höhe der Zeit.
Besonders wichtig ist, dass wir den Mutterschutz für Mütter von Kindern mit Behinderung verbessern: Hier soll künftig nach der Geburt der Schutz auf 12 Wochen erhöht werden“, betonte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.
Die Ministerin erklärte weiter: „Mehr Frauen können künftig vom gesetzlichen Mutterschutz profitieren: Künftig haben auch Studentinnen und Schülerinnen ein Recht auf Mutterschutz. Mit diesem Gesetz sorgen wir ebenfalls für eine Flexibilisierung – denn viele Frauen möchten gerne länger bis zur Geburt arbeiten.“
Mit der Reform werden neuere gesundheitswissenschaftliche Erkenntnisse umgesetzt und gesellschaftliche Entwicklungen beim Mutterschutz berücksichtigt. Dadurch wird der Diskriminierung schwangerer und stillender Frauen entscheidend entgegengewirkt.

Die Neuregelung sieht vor:
Die Schutzfrist nach der Geburt eines Kindes mit Behinderung wird von acht auf zwölf Wochen verlängert, weil die Geburt in vielen dieser Fälle für die Mutter mit besonderen körperlichen und psychischen Belastungen verbunden ist. Mit der Neuregelung des Anwendungsbereichs soll der gesundheitliche Mutterschutz künftig auch Frauen in Studium, Ausbildung und Schule einbeziehen. Es wird ein Kündigungsschutz für Frauen nach einer nach der zwölften Woche erfolgten Fehlgeburt neu eingeführt. In den Anwendungsbereich fallen auch die nach geltendem EU-Recht arbeitnehmerähnlichen Personen, z.B. selbständige Geschäftsführerinnen, sowie Bundesbeamtinnen, Bundesrichterinnen und Soldatinnen sowie Landesbeamtinnen und Landesrichterinnen. Die Regelungen zur Mehr- und Nachtarbeit sowie zur Sonn- und Feiertagsarbeit werden branchenunabhängig gefasst, so dass Frauen mehr Mitsprache bei der Gestaltung der Arbeitszeit bekom men. Dur ch die Integration der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV) in das Mutterschutzgesetz werden die Regelungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeber sowie für die Aufsichtsbehörden klarer und verständlicher. Betriebe und Behörden werden durch die Einrichtung eines Ausschusses für Mutterschutz in Umsetzungsfragen beraten und begleitet.


Wesentliche Zielsetzungen des Mutterschutzes werden mit der Reform konturiert: die frühzeitige und sorgfältige Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze, die aktive Einbeziehung der schwangeren und stillenden Frauen und die praxisgerechte Sicherstellung des Mutterschutzes auf der Höhe der Zeit.
Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 4.5.2016

Statistisches Bundesamt: Knapp ein Viertel der Betreuungszeit begleiten Eltern ihre Kinder

4 Prozent der Betreuungszeit verbrachten Eltern im Jahr 2012/2013 durchschnittlich mit der Begleitung ihrer Kinder zu Terminen. Das waren rund 2 Stunden 13 Minuten pro Woche. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tages der Familie am 15. Mai weiter mitteilt, waren Mütter mit 25 Prozent hier etwas stärker eingebunden als Väter (22 Prozent). Zur Begleitung der Kinder gehören sowohl die Wegezeiten zu Terminen als auch die Anwesenheit während dieser Termine wie zum Beispiel während des Arztbesuchs oder des Fußballtrainings.
Der Umfang der Begleitung variiert mit dem Alter der Kinder: Bei Kindern unter 6 Jahren machte die Begleitung 19 Prozent der Betreuungszeit aus. Hier war der Zeitanteil für Beaufsichtigung, Körperpflege, Spielen und Sport mit 73 Prozent deutlich höher. Bei Kindern von 6 bis 18 Jahren investierten die Eltern 35 Prozent in die Begleitung ihrer Kinder.
Der Zeitanteil für Beaufsichtigung, Körperpflege, Spielen und Sport lag ebenfalls bei 35 Prozent. Insgesamt verbrachten Väter und Mütter im Jahr 2012/2013 täglich 1 Stunde 20 Minuten mit der Betreuung von Kindern unter 18 Jahren als Hauptaktivität. Mütter leisteten mit 1 Stunde 45 Minuten etwa doppelt so viel wie Väter (51 Minuten).
Die vollständige Zahl der Woche (inklusive PDF-Version) sowie weitere Informationen und Funktionen im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes finden Sie hier.

Die Hälfte der unter 3-Jährigen wurde 2014 in der EU ausschließlich von den Eltern betreut

Familien in Europa nutzen unterschiedliche Formen der Kinderbetreuung für ihre Kinder unter drei Jahren. Einige Eltern betreuen ihre Kinder selbst. Andere Eltern nutzen Tagesstätten (formale Kinderbetreuung), Tagesmütter oder -väter, Großeltern oder andere Haushaltsmitglieder, Verwandte, Freunde oder Nachbarn (nicht formale Kinderbetreuung) oder eine Kombination aus formaler Kinderbetreuung und nicht formaler Kinderbetreuung. Wie es im EU-weiten Vergleich bei der Betreuung von U-3-jährigen aussieht, dazu veröffentlichte Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union, anlässlich des Internationalen Tags der Familie am 15. Mai nun Daten aus 2014.

Von insgesamt 15,5 Mio. Kindern unter drei Jahren wurde die Hälfte (50%) ausschließlich von den Eltern betreut. 28% wurden zumindest teilweise formal betreut, was bedeutet, dass die Zielvorgabe von Barcelona, dass 33% der unter 3-Jährigen eine formale Betreuungseinrichtung besuchen, 2014 immer noch nicht erreicht war. Es bestanden jedoch beträchtliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten.

Betreuung ausschließlichdurch die Eltern war in der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten die häufigste Betreuungsform für unter 3-Jährige. Es bestanden jedoch große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Die höchsten Anteile wurden in Bulgarien (73%), Lettland 70%), Ungarnund der Slowakei (je 68%) erfasst, während die niedrigsten Quotenin den Niederlanden (23%), Portugal (27%), Dänemark (30%) und Zypern (32%) gemeldet wurden. Auf EU-Ebene wurde jedes zweite Kind unter drei Jahren ausschließlich von den Eltern betreut.

Im Jahr 2002 wurde auf dem Gipfel in Barcelona beschlossen, die Mitgliedstaaten aufzufordern, Hemmnisse zu beseitigen, die Frauen von einer Beteiligung am Erwerbsleben abhalten und danach zu streben, für mindestens 33% der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2014 wurde dieses Ziel von 33% vollständiger oder teilweiserformaler Kinderbetreuung in zehn Mitgliedstaaten erreicht: Dänemark (70%), Schweden (56%), Belgienund Luxemburg (je 49%), den Niederlanden und Portugal (je 45%), Frankreich (40%), Slowenien und Spanien (je 37%) sowie Finnland (34%). Insgesamt besuchte in der EU weniger als ein Drittel (28%) der unter 3-Jährigen eine formale Betreuungseinrichtung.

Die gesamte Pressmitteilung von Eurostat vom 13.05.2016 finden Sie hier.

 

 

Der Erzieherberuf – ein attraktives Berufsfeld, zunehmend auch für Männer

Der Männeranteil im Feld der  ‚Kindertagesstätten‘ steigt nunmehr seit Jahren bundesweit jährlich an, während der Männeranteil in allen anderen pädagogischen Berufsfeldern des Sozialsektors kontinuierlich rückläufig ist.  Dies zeigt sich auch an der steigenden Anzahl männlicher Fachschüler.  Von 2009/2010 bis 2014/2015 stieg diese von 7740 auf 15.061. Dies entspricht einer Steigerung von 94,6 Prozent. Interessant und sicher ebenfalls ein Erfolg der verschiedenen Bundesprogramme zum Thema ‚Männer in Kitas‘ ist die Entwicklung im Bereich der berufsbegleitenden Ausbildung.

Berufsbegleitende Ausbildung für Männer besonders attraktiv

Berufsbegleitende Erzieher/innen-Ausbildungsgänge haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Im Zeitraum von 2009/2010 bis 2014/2015 stieg der Anteil dieser Ausbildungsform von 8,5 Prozent auf 17,7 Prozent an. Ein Blick in die Datensätze der statistischen Bundesländer zeigt, dass insbesondere diese Ausbildungsgänge interessant für Männer sind. Die berufsbegleitende Ausbildung zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die Fachschüler/innen neben ihrem schulischen Unterricht in einer sozialpädagogischen Einrichtung angestellt sind. In der Regel arbeiten die Fachschüler/innen dann an ein bis vier Tagen in der Woche in einer sozialpädagogischen Einrichtung und besuchen an den anderen Tagen die Fachschule oder auf mehrere Wochen Schule folgen einige Wochen Praxis. Die Fachschüler/innen werden für ihre praktische Tätigkeit vergütet bzw. beziehen ein Ausbildungsgehalt. Ein Vergleich mit der vollzeitschulischen (unvergüteten) Erzieher/innenausbildung zeigt, dass der Anteil männlicher Fachschüler bei den berufsbegleitenden Ausbildungen im Durchschnitt um 3,5 Prozentpunkte höher liegt als bei der so genannten Vollzeitausbildung.

Quelle: Pressemitteilung Koordinationsstelle Männer in Kitas, 12.05.2016

Bundesregierung gibt Auskunft zu Datenschutz im Kinderzimmer

„Datenschutz im Kinderzimmer“ ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (18/8317) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/8015). Wie die Abgeordneten darin ausführten, macht die fortschreitende Digitalisierung „vor den Kinderzimmertüren nicht halt“. Mehr als jedes dritte Kind habe ein „Lieblingsspielzeug“, das aus dem Mobil-, Computer- oder Konsolenbereich komme, und neuartiges, vernetztes Spielzeug erobere den Markt.

Dazu betont die Bundesregierung, dass es bei digitalen Produkten und Diensten und damit auch bei vernetzten Geräten mit digitalen Funktionalitäten für sie unabdingbar sei, „dass die Verbraucherrechte gewahrt werden und Schutz und Sicherheit für alle Beteiligten gewährleistet sind“. Dies gelte insbesondere für Produkte, die sich an Kinder als besonders verletzliche und schutzwürdige Verbraucher richten. Bei einer vernetzten Puppe, die Gespräche aufnimmt und an das Spielzeugunternehmen oder Dritte überträgt, seien sensible Informationen aus dem persönlichen Umfeld und damit der Kernbereich privater Lebensführung betroffen. Hier müssten der Schutz der Privatsphäre, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und die Datensouveränität gewährleistet sein.

Dafür sei eine verständliche und umfassende Information der Verbraucher unabdingbar, heißt es in der Antwort weiter. Sie trete deshalb insbesondere dafür ein, dass bei allen digitalen Angeboten – so auch bei vernetzten Spielgeräten – Verbraucher die Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten erhalten und damit selbst über die Datenverarbeitung entscheiden können. Bei einer Kinder betreffenden Datenverarbeitung sei die Einwilligung in eine Verarbeitung je nach Einzelfall, Alter und Spielzeug grundsätzlich durch die Eltern zu erteilen.
Der Antwort zufolge sieht die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die voraussichtlich ab Mitte 2018 anwendbar sein wird, einige besondere Schutzregeln für Kinder vor. Ferner verweist die Bundesregierung in der Vorlage auf den aus Bundesmitteln geförderten „Marktwächter Digitale Welt“, der zur Aufgabe habe, die digitalen Märkte zu beobachten und zu analysieren, Missstände an die Aufsichtsbehörden zu melden, die Politik zu beraten und die Verbraucher zu informieren. Damit habe sie neben der etablierten Aufsicht ein effektives Instrumentarium zur Beobachtung des Marktgeschehens geschaffen, auch soweit es um digitale Angebote an Kinder geht, schreibt die Regierung. Verbraucherbeschwerden aus den rund 200 Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und empirischen Untersuchungen „helfen dem Marktwächter dabei, auch verbraucherschützende Aspekte vernetzten Spielzeugs in seine Betrachtungen einzubeziehen“.
Auch verweist die Regierung darauf, dass zur Stärkung der Rechtsdurchsetzung im Verbraucherdatenschutz am 23. Februar 2016 das Gesetz zur Verbesserung der zivilrechtlichen Durchsetzung von verbraucherschützenden Vorschriften des Datenschutzrechts verkündet worden sei. Zum besseren Schutz der Rechte der Verbraucher könnten seither neben den betroffenen Verbrauchern und den Datenschutzaufsichtsbehörden auch Verbände und Kammern gegen die unzulässige Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung von Verbraucherdaten durch Unternehmer vorgehen.

Quelle: heute im bundestag vom 11.5.2016

Freiheits- und Persönlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen

Ein neues Positionspapier des Landesjugendamtes Rheinland diskutiert das Verhältnis von Autonomie, Macht und Zwang in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Im Fokus der Veröffentlichung stehen Kinderrechte, sowie Partizipations- und Beschwerdeverfahren.
Das Positionspapier "Die Förderung von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe und der Schutz ihrer Freiheits- und Persönlichkeitsrechte" setzt sich mit den Fragestellungen der Kinderrechte, der Partizipations- und Beschwerdeverfahren und den Zusammenhängen zwischen Autonomie, Macht und Zwang in der Pädagogik auseinander und fordert zu einer differenzierten Auseinandersetzung und einer reflektierten Haltung auf. Auch soll das Positionspapier zur Versachlichung des Themas der geschlossenen Unterbringung beitragen und allen handelnden Personen die Grundlagen ihres Handelns verdeutlichen. Mit den beschriebenen Mindestvoraussetzungen des Rheinischen Modells erhalten die Träger und belegenden Jugendämter Sicherheit bei der Planung und Durchführung freiheitsbeschränkender und freiheitsbegrenzender Maßnahmen.

 Tipps und Links

Handlungsleitfaden "Integration von geflüchteten Familien" veröffentlicht

Das Kompetenzteam "Frühe Bildung in der Familie" der Evangelischen Hochschule Berlin hat im Auftrag des Bundesfamilienministeriums einen Handlungsleitfaden für Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter erarbeitet. Dieser steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

Fachkräfte der (frühen) Bildung und Familienbildung spielen eine wichtige Rolle, um geflüchtete Eltern und Kinder dabei zu unterstützen, in Deutschland anzukommen und sich zu integrieren.

Der Handlungsleitfaden "Integration von geflüchteten Familien" bereitet zentrale Themenfelder der Arbeit mit geflüchteten Familien für die Praxis auf.

„Impfen schützt! Infektionskrankheiten müssen nicht sein“

Anlässlich der Europäischen Impfwoche Ende April hat die BZgA Materialien für Fachkräfte und Eltern überarbeitet zur verfügung gestellt

Der Basisvortrag „Impfen schützt“ wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), dem Paul-Ehrlich Institut (PEI) sowie dem Robert Koch-Institut (RKI) für Schulen, Kitas, VHS, Elternkurse etc. entwickelt. Die Vortragsfolien können von Multiplikator/innen in verschiedenen Lebenswelten wie beispielsweise Schulen, Kitas, Arztpraxen genutzt werden, um umfassend über das Thema Impfen zu informieren.

Entscheidungshilfe für Eltern: Impfen gegen Masern, Mumps und Röteln? Die online Entscheidungshilfe richtet sich in erster Linie an Eltern von Säuglingen und Kleinkindern. Jedoch auch Jugendlichen und Erwachsenen werden wichtige Informationen für den eigenen Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln (kurz MMR) vermittelt:

Filme zum Download: Vom Essen, Spielen und Einschlafen

Die fünf bewährten Kurzfilme von www.kindergesundheit-info.de greifen in authentischen, nur wenig kommentierten Alltagsszenen Themen auf, die Eltern von Babys und Kleinkindern besonders beschäftigen. Alle Filme (auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch und Arabisch) stehen ab sofort hier zum kostenlosen Download bereit.

Arbeitshilfe des LVR Rheinland zu Partizipation und Beschwerdemöglichkeiten

Das LVR-Landesjugendamt Rheinland will Tageseinrichtungen dabei unterstützen, Partizipation im Kita-Alltag umzusetzen und hat eine Arbeitshilfe zur Beteiligung, Mitbestimmung und Beschwerde von Kindern in Kindertageseinrichtungen aufgelegt. Diese enthält neben theoretischen Überlegungen vor allem praktische Empfehlungen zur konzeptionellen Umsetzung von Partizipation.  
Die Broschüre steht zum Herunterladen oder Bestellen im Online- Bestellkatalog des LVR hier bereit.

Plakate zur gesunden Entwicklung des Kindes

Leicht verständlich und übersichtlich – das ist das Motto von fünf neuen Plakaten, mit denen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die gesunde Entwicklung von Kindern unterstützen möchte. Die großformatigen farbigen Plakate eignen sich für alle Einrichtungen, die sich um Babys, Kleinkinder und ihre Eltern kümmern, wie ärztliche Praxen, Familienzentren, Hebammenpraxen oder Kitas. Sie geben Eltern anschauliche Hinweise im Umgang mit dem Baby und zeigen wichtige Aspekte und Stationen der kindlichen Entwicklung von Geburt an. Die Plakate zu den Themen

- Das Baby richtig hochnehmen und hinlegen

- Das Baby richtig tragen und halten

- Greifentwicklung 0–12 Monate

- Entwicklung der Beweglichkeit und Körpermotorik

- Sonnenschutz für Kinder

können Sie hier bestellen.

Faltblatt für Eltern warnt vor Gefahren des Schüttelns und gibt Eltern wichtige Informationen zur Hilfe

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung geben gemeinsam eine Neuauflage des Faltblattes "HILFE! Mein Baby schreit so viel" heraus.

Das doppelseitige Faltblatt "HILFE! Mein Baby schreit so viel" wurde überarbeitet und liegt nun in "leichter Sprache" vor. Es ist ein Ratgeber für Eltern von Neugeborenen und Kleinkindern.

  Ansprechpartner*innen

DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Sabine Urban
Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de

Djamila Younis
Projektleiterin Profilbildung und Qualitätsentwicklung / Hauptaufgabenfeld Kindertagesbetreuung Initiative zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften
Telefon: 030/ 8 54 04 - 822
E-Mail: younisd@drk.de

Ramona Sikora
Projektleitung »Demokratie leben ‒ von Anfang an! Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen«
Telefon: 030 8 54 04 - 284
E-Mail: r.sikora@drk.de


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