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Newsletter
Kinderhilfe
Newsletter Kinderhilfe Februar 2016
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Leser_innen,

Februar ist für viele Faschingszeit, Zeit zum Lachen, Kostümieren und auch in der Kita feiern. Der Februar ist aber auch für viele Erkältungszeit, deshalb finden Sie hier Tipps für den Kita-Alltag mit einem kranken Kind. Begleitende Hinweise zur Medikamentengabe finden Sie auch in dem gleichnamigen Papier des DRK-Bundesverbandes.

Bleiben Sie gesund. Allen, die es doch erwischt hat: Gute Besserung.

Entspanntes Lesevergnügen wünscht Ihnen

Sabine Urban
Referentin Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung

 Neues aus dem DRK

DRK schließt Vereinbarung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmißbrauchs

Als einer der ersten Verbände hat das DRK am Mittwoch den 13.01.2016 eine weiterführende Vereinbarung zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch unterzeichnet. DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg sagte bei diesem Anlass: „Die Angebote des DRK für Kinder- und Jugendliche sind vielfältig. Sie sollen bei uns nicht nur gut betreut werden, sondern bei Gewalterfahrungen auch Schutz und Zuspruch finden. Selbstverständlich wollen wir auch sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche bestmöglich vor sexualisierter Gewalt geschützt werden.“

Weitere Infos finden Sie hier auf der Website des DRK und der Website des UBSKM.

Info zum Expertenworkshop "Reformbedarf bei der Finanzierung der Kindertageseinrichtung"

Bereits im November 2014 haben sich Bund, Länder und Kommunen auf ein gemeinsames Communiqué
„Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern“ verständigt. Unzweifelhaft kommt dabei neben der
Verständigung auf gemeinsame Qualitätsziele, der Finanzierung des frühkindlichen Bildung-, Erziehungs- und
Betreuungssystems eine Schlüsselrolle zu. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie frisches Geld ins System kommt sondern grundsätzlich auch welche Finanzierungssysteme in den Ländern für Träger von Kindertageseinrichtungen zur Anwendung kommen und ob diese vor dem Hintergrund der bundesrechtlichen Entwicklung der Kindertagesbetreuung zu einer rechtsanspruchsgestützen Leistung entsprechend ausgestaltet sind. Auf dem Expertenworkshop diskutierten Trägervertreter_innen der BAGFW-Verbände die Vor- und Nachteile der gängigsten Finanzierungsformen für Kindertageseinrichtungen auf Grundlage einer rechtlichen Betrachtung von Prof. Dr. Wiesner zum Reformbedarf. Anschließend wurden die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus dem seiner Darstellung diskutiert. Hierbei wurde ausgelotet, ob auf der Basis der Analyse, den Erfahrungen der Träger in den Ländern sowie den rechtlichen Einschätzungen, Möglichkeiten für verbändeübergreifende gemeinsame Eckpunkte und Forderungen für eine wirtschaftlich auskömmliches und den fachlichen Anforderungen entsprechendes Finanzierungssystem erkennbar sind. Die Verbände haben sich verständigt ein gemeinsames Papier auf den Weg zu bringen, welches aktuell in den BAGFW-Strukturen erarbeitet und diskutiert wird.

 Veranstaltungen

Grundkurs Kinderschutz - Kinderschutzkategorie Flucht und Krieg - jetzt noch anmelden!

Die Themen Krieg und Flucht beschäftigen uns derzeit wie kein anderes. Ein Drittel der geflüchteten Menschen, die im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen sind, sind Kinder und Jugendliche. Zum größten Teil mit ihren Familien. Die Kinder und Jugendlichen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, haben extreme Belastungen erlebt: Monate oder Jahre Krieg, möglicherweise eine lange Zeit in einem Flüchtlingscamp in einem der Nachbarländer ihres Heimatlandes, die gefährliche Flucht und das Ankommen in einem fremden Land mit einer ungewissen Zukunft. Nach Artikel 22 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen hat Deutschland  für ihren angemessenen Schutz und humanitäre Hilfe bei der Wahrnehmung ihrer Rechte zu sorgen.

Im Grundkurs "Kinderschutz - eine Aufgabe für DRK-Einrichtungen und deren Netzwerkpartner_innen!" beschäftigen sich die Teilnehmer_innen mit allen Kinderschutzkategorien, so auch mit dem Thema Krieg und Flucht. Was erleben die Kinder? Was macht das mit Ihnen? Was können wir bei den Kindern beobachten, wenn Sie in unseren Einrichtungen sind? UND: Was können wir tun, wie gehen wir als Fachkräfte damit um?

In dem einwöchigen Kurs vom 25.-29.04.2016 in Oberwinter beschäftigen wir uns unter anderem mit diesen Fragestellungen. Es stehen noch 6 Plätze für Teilnehmer_innen zur Verfügung. Die Anmeldefrist ist verlängert! Anmelden können Sie sich noch bis zum 04. März 2016.

 Fachpolitisch Aktuelles

Betreuungsquote unter 3-jähriger Kinder in fast allen ostdeutschen Kreisen bei über 50 %

In fast allen ostdeutschen Kreisen wurden zum Stichtag 1. März 2015 mehr als 50 % aller Kinder unter 3 Jahren in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege betreut. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war dies in 68 der insgesamt 77 Landkreise und kreisfreien Städte in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) der Fall. Bei der Zahl der Kinder in Kindertagesbetreuung handelt es sich um tatsächlich zum Stichtag 1. März 2015 betreute Kinder. Nach diesem Stichtag geschaffene oder genehmigte Plätze sind nicht berücksichtigt.

Die vollständige Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes finden Sie hier.

AWO, KTK und GEW: Qualitätsgesetz für Kitas ist möglich und nötig

Der Bund verfüge über die notwendige Gesetzgebungskompetenz, die Länder seien für die Umsetzung zuständig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Rechtsgutachten von Prof. Joachim Wieland von der Universität für Verwaltungsrecht Speyer, das in Berlin am 21.01.2016 vorgestellt wurde.

Eine bundesgesetzliche Regelung sei erforderlich, um gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen sowie die Rechts- und Wirtschaftseinheit in Deutschland zu wahren, erklärte Wieland. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hatte die Expertise in Absprache mit dem Deutschen Caritasverband (DCV) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Auftrag gegeben. "Rechtlich ist damit der Weg frei für ein Bundesqualitätsgesetz", stellen die drei Organisationen fest. "Jetzt ist der politische Wille von Bund, Ländern und Kommunen erforderlich, um die Qualität in den Kindertageseinrichtungen in den Vordergrund zu rücken", unterstreicht der Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, Georg Cremer.

GEW-Vorsitzende Marlis Tepe betont, dass Kinder pädagogische Fachkräfte brauchten, die durch bessere Rahmenbedingungen entlastet werden, um die gesellschaftlichen Anforderungen erfüllen zu können: "Dazu gehören eine bessere Fachkraft-Kind Relation, ausreichende Vor- und Nachbereitungszeit für pädagogische Fachkräfte, hinreichende Freistellung von Kita-Leitungen sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Für die finanzielle Absicherung dieser Qualitätsstandards müssen Bund, Länder und Kommunen an einem Strang ziehen."

Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender der AWO, sagt: "Vor dem Hintergrund einer Vielzahl von Kindern mit Fluchterfahrung ist die qualitative Verbesserung der Rahmenbedingungen jetzt unerlässlich. Denn frühkindliche Betreuungsangebote können den Grundstein für eine erfolgreiche Integration legen. Diese Chance gilt es zu nutzen." Quelle: Deutscher Caritasverband e.V. vom 20.01.2016


Das DRK fordert in seinem Positionspapier "Qualität in Kindertageseinrichtungen" ebenfalls die Verständigung, auf Ziel-Standards für die Qualität. Allerdings sollen diese weder Mittelmaß noch Mindestmaß sein und sich am Wohl der Kinder orientieren. Auch ein Bundesqualitätsgesetz müsste dies leisten, was mittelfristig wohl nur möglich ist, wenn auch die Finanzierung von Kindertageseinrichtungen auf breitere Schultern verteilt wird.

Aktuelle Ausgabe des KomDat

KomDat hat den Anspruch, die neuesten Ergebnisse der KJH-Statistik aufzugreifen und anhand der aktuellen Zahlen wichtige Themen der Kinder- und Jugendhilfe empirisch zu beleuchten und zu kommentieren. Herausgekommen ist mit der aktuellen Ausgabe ein Heft, in dem die Zuwanderung und die Lage der Flüchtlinge ein Thema ist, in dem es aber auch mit unterschiedlichen Akzentsetzungen um das Thema „Wachstum“ geht: Da ist etwa das kritisch beäugte Wachstum in punkto Ausgaben und Inanspruchnahme der Hilfen zur Erziehung. Ganz anders verhält es sich mit der Personalzunahme in der Kindertagesbetreuung. Diese wird eher als Erfolgsgeschichte des Berufsfeldes wahrgenommen, zumal dabei nicht nur das Qualifikationsniveau gehalten werden konnte, sondern nach und nach auch die Zahl der Männer – wenngleich auf bescheidenem Niveau – zunimmt. Und wieder anders stellt sich das Wachstum mit Blick auf die Zunahme der Hortkinder dar. So verwundert es angesichts des Ausbaus der Ganztagsschulen schon ein wenig, dass der Hort allen Unkenrufen zum Trotz kein Auslaufmodell ist, sondern in einigen Ländern nach wie vor von Eltern nachgefragt wird. Die beiden letzten Artikel betrachten die Bevölkerungsstatistik. Die Bevölkerungsfortschreibung und die Bevölkerungsvorausberechnung sind zentrale Referenzpunkte unserer Analysen. Grund genug also, sich einmal näher und eher methodisch hiermit zu befassen. Die aktuelle Aufgabe finden Sie hier.

Online-Befragung zur Qualität vor Ort in Kitas und der Kindertagespflege

Für die optimale Betreuung ihrer Schützlinge legen sich Deutschlands frühpädagogische Fachkräfte mächtig ins Zeug: Pro Woche arbeitet eine Kita-Leitung im Durchschnitt rund vier Stunden länger als sie eigentlich müsste, beim übrigen Personal fallen gut zwei Überstunden an, so eine Studie des Forschungsprojekts AQUA. Wie Kita-Fachkräfte und Tageseltern die Betreuungssituation in ihrer Region beurteilen, will das Programm Qualität vor Ort jetzt mit einer Online-Erhebung herausfinden. Die Teilnehmer können im Rahmen der Befragung angeben, was an ihrem Arbeitsort bereits vorbildlich läuft und wo sie Handlungsbedarf sehen. Die Initiative wird die Ergebnisse der Befragung regelmäßig auf ihrer Programm-Website veröffentlichen. Darüber hinaus werden die Resultate dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Verfügung gestellt. Interessierte finden die Umfrage unter www.qualität-vor-ort.de/umfrage
Weitere Informationen zum Programm Qualität vor Ort gibt es auch unter Tel. 030-257 676 830.
Quelle: Presseinformation der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gemeinnützige GmbH (DKJS) vom 2.2.2016

Beschwerdemöglichkeiten für Kinder

Der Familienausschuss des Bundestages hat am 25.01.2016 über die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz und die Einrichtung eines Bundeskinderbeauftragten bzw. einer Ombudsstelle beraten. Die Forderung der beiden Oppositionsfraktionen stößt in der Anhörung auf ein geteiltes Echo.

In einer öffentlichen Anhörung des Familienausschusses zu den entsprechenden Anträgen der Fraktionen (18/6042, 18/5103) am Montag sprachen sich die geladenen Sachverständigen jedoch mehrheitlich für größere Anstrengungen zur Gewährleistungen von Kinderrechten in der Praxis und die Schaffung von niedrigschwelligen Beschwerdemöglichkeiten auf kommunaler Ebene aus. 

Gewährleistung von Kinderrechten und Schaffung von niedrigschwelligen Beschwerdemöglichkeiten 

Die Rechtswissenschaftler Friederike Wapler von der Humboldt-Universität Berlin und Reinhard Wiesner von der Freien Universität Berlin argumentierten, dass die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz verfassungsrechtlich wenig Sinn mache. Kinder seien bereits jetzt Träger aller Grundrechte, dies sei auch der Tenor der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes, führten Wapler und Wiesner aus. Eine Grundgesetzänderung habe lediglich symbolischen Charakter und könne dem Thema politisch mehr Gewicht verleihen.

Für die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz plädierten hingegen Immanuel Benz vom Deutschen Bundesjugendring, der Soziologe Manfred Liebel von der Freien Universität Berlin und Sebastian Sedlmayr vom Deutschen Komitee für UNICEF. Dies wäre ein zentraler Bestandteil der Umsetzung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen in deutsches Recht, sagte Sedlmayr. Benz argumentierte, Kinder seien zwar laut Bundesverfassungsgericht Grundrechtsträger, könnten die ihnen zustehenden Rechte in der Praxis nur über ihre Eltern ausüben.

Bundeskinderbeauftragter oder Ombudsstelle

Der Forderung nach einem Bundeskinderbeauftragten beziehungsweise einer Ombudsstelle beurteilte Benz jedoch kritisch. Die vorhandenen Strukturen und Instrumente würden nicht ausreichend genutzt, um den Kinderrechten Geltung zu verschaffen. Diese Defizite ließen sich jedoch nicht durch zusätzliche Strukturen beseitigen. Friederike Wapler bezeichnete die Vorstellung, dass ein Bundeskinderbeauftragter ein Ansprechpartner für Minderjährige wäre, als "lebensfremd". Kinder und Jugendliche würden sich Hilfe vor allem in ihrem näheren sozialen Umfeld oder bei niedrigschwelligen örtlichen Einrichtungen suchen. 

Manfred Liebel und Sebastian Sedlmayr hingegen sprachen sich dezidiert für eine Bundeskinderbeauftragten aus. Viele kinder- und jugendpolitische Entscheidungen würden auf Bundesebene getroffen, deshalb müsse auch auf Bundesebene eine entsprechende Institution geschaffen werden, führten Liebel und Sedlmayr an. Innerhalb der Europäischen Union gebe es nur vier Staaten, die nicht über eine solche Institution verfügten. Allerdings, so räumte Sedlmayer aus, seien die hinsichtlich ihrer Aufgabenstellung und ihrer rechtlichen Möglichkeiten sehr unterschiedlich gestaltet.

Zugang zum Recht ist ein zentrales Menschenrecht

Weitestgehend einig waren sich die Sachverständigen allerdings darin, dass die Beschwerdemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in allen Bereichen, die sie betreffen, verbessert werden müssen. Der "Zugang zum Recht" sei ein zentrales Menschenrecht, sagte Claudia Kittel von der Monitoring-Stelle zur UN-Kinderrechtskonvention am Deutschen Institut für Menschrechte. Eine solche Beschwerdestelle fehle in Deutschland bislang. In diesem Sinne äußerte sich auch die Sozialpädagogin Ulrike Urban-Stahl von der Freien Universität Berlin. Derzeit gebe es lediglich in Sachsen-Anhalt einen Landeskinderbeauftragten sowie etwa 100 Kinderbeauftragte auf kommunaler Ebene bei insgesamt 11.000 Kommunen. Urban-Stahl verwies in diesem Zusammenhang auf die guten Erfahrungen mit den Ombudsstellen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Achten Sozialgesetzbuch.

Quelle: Heute im Bundestag vom 25.01.2015

Studie zur Elternzufriedenheit

Höhere Qualität und geringere Kosten von Kindertageseinrichtungen – zufriedenere Eltern? dieser Frage widmete sich 2015 eine Studie des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Untersuchung zeigt, dass Eltern insbesondere den Tagesablauf in "ihrer" Kita zu schätzen wissen. Je mehr Mitsprachemöglichkeiten und Rechte Eltern haben, desto zufriedener sind sie mit der Kita. Mitwirkungsrechte für Eltern sind regional unterschiedliche geregelt, ebenso wie die Beiträge für die Kindertagesbetreuung. Insbesondere letztere werden von den Eltern am häufigsten kritisiert. Auch wenn sich Gebühren oft am EInkommen ausrichten, belasten sie einkommensschwache Familien vergleichsweise stark, ergaben die Analysen des DIW. Den gesamten DIW Wochenbericht über die Studienergebnisse finden Sie hier zum nachlesen.

Eltern geben jährlich fast 900 Millionen Euro für Nachhilfe aus

Eltern in Deutschland geben jährlich 879 Millionen Euro für private Nachhilfestunden aus. Pro Monat investieren sie für ihre Kinder durchschnittlich 87 Euro in außerunterrichtliche Fördermaßnahmen. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervor, die auf Basis einer repräsentativen Elternbefragung erstellt wurde.

Laut der Studie erhalten insgesamt 14 Prozent der Schüler zwischen 6 und 16 Jahren privat finanzierte oder kostenfreie Nachhilfe. Im Osten nehmen 16 Prozent der Schulkinder Nachhilfe in Anspruch, im Westen 13 Prozent. Schüler aus finanzstarken Familien (ab 3.000 € Haushaltsnettoeinkommen) nutzen mit 15 Prozent Nachhilfe etwas häufiger als Schüler aus Haushalten mit geringeren Einkommen (12 Prozent). Kinder und Jugendliche ohne Migrationshintergrund erhalten eher Nachhilfe als solche mit ausländischen Wurzeln (14 zur 11 Prozent).

Nachhilfe signalisiert Nachholbedarf bei individueller Förderung

Mit dem Wechsel von Grund- zu weiterführenden Schulen steigt der Nachhilfebedarf: Erhalten in der Grundschule knapp 5 Prozent der Kinder Nachhilfe, sind es in den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe insgesamt rund 18 Prozent. Am häufigsten verbreitet ist die Lernunterstützung an Gymnasien: Fast jeder fünfte Gymnasiast (18,7 Prozent) nutzt Nachhilfe. "Nachhilfe darf kein Ersatz für fehlende individuelle Förderung sein. Gerade die weiterführenden Schulen müssen sich noch besser auf die Vielfalt ihrer Schüler einstellen", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Quelle: Ausschnitt der Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung, 27.01.2016

Babynahrung: Europa-Parlament lehnt großzügige Zucker-Grenzwerte ab

Das Europa-Parlament hat am 20. Januar einen Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt, nach dem Säuglings- und Kleinkindernahrung bis zu drei Mal mehr Zucker enthalten darf, als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. So können Säuglinge und Kleinkinder nicht vor Fettleibigkeit geschützt werden, sagen die Abgeordneten und fordern, dass der zulässige Zuckerhöchstgehalt in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der WHO deutlich gesenkt werden sollte.
„Das heutige Abstimmungsergebnis ist ein wichtiger Schritt dahin, die Gesundheit als absolute Priorität bei den Vorschriften für Säuglings- und Kleinkindernahrung festzuschreiben. Der Vorschlag der Kommission hätte zur Folge gehabt, dass Babynahrung viel mehr Zucker als von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen enthalten könnte. So früh schon so viel Zucker in Lebensmitteln zuzulassen, trägt zur zunehmenden Fettleibigkeit bei Kindern bei und könnte auch die Geschmacksvorlieben beeinflussen. Für Säuglinge und Kleinkinder sollte der Zuckergehalt so gering wie möglich gehalten werden“, sagte der Berichterstatter Keith Taylor (Grüne/EFA, UK).

Die Abgeordneten heben hervor, dass die Bestimmungen des Kommissionsvorschlags „allen Gesundheitsempfehlungen der WHO und der wissenschaftlichen Ausschüsse in den Mitgliedstaaten widersprechen, die eine deutliche Verringerung der Zuckeraufnahme insgesamt empfohlen haben.“ Die WHO empfiehlt eine Begrenzung der Aufnahme von freiem Zucker auf weniger als 10 Prozent der gesamten Energiezufuhr. Laut Kommissionsvorschlag darf 30 Prozent der Energie in Beikost für Säuglinge aus Zucker stammen (7,5 g Zucker pro 100 kcal entspricht 30 kcal aus Zucker in 100 kcal Energie). Das Parlament weist darauf hin, „dass eine mangelhafte Ernährung inzwischen die bei Weitem häufigste Ursache für Erkrankungen und Todesfälle weltweit ist – sogar noch vor Tabak- und Alkoholkonsum sowie Bewegungsmangel zusammen.“ Der zulässige Zuckerhöchstgehalt sollte in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der WHO deutlich gesenkt werden, so die Abgeordneten im Text der Entschließung. Die Abgeordneten sind außerdem der Ansicht, dass der Rückgriff auf aufstrebende Technologien wie GVO und Nanotechnologien, deren langfristige Risiken nicht bekannt sind, gemäß dem Vorsorgeprinzip bei der Herstellung dieser Nahrungsmittel verboten sein sollte.

Das Parlament verlangt, dass die Kennzeichnung und Vermarktung von verarbeiteter Säuglings- und Kleinkindernahrung klarstellen sollte, dass diese Produkte nicht für Säuglinge geeignet sind, die jünger als sechs Monate sind, und die Empfehlung des ausschließlichen Stillens während der ersten sechs Monate nicht untergraben werden sollte. Der Einspruch gegen den Kommissionsvorschlag wurde mit 393 Stimmen bei 305 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen gebilligt. Die Kommission muss nun einen neuen Vorschlag vorlegen. Die vorgeschlagene „delegierte Verordnung“ bezieht sich auf verarbeitete Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung sowie Getreidebeikost. Es geht um den Artikel 11 der Verordnung über Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder (bekannt als PARNUTS-Verordnung), die die EU-Kommission ermächtigt, sogenannte delegierte Rechtsakte zu verabschieden, in denen besondere Zusammensetzungs- und Informationsanforderungen für die betroffenen Lebensmittel festgelegt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Europäischen Parlaments vom 20.1.2016

 Tipps und Links

"KiDs aktuell" - Fasching vorurteilsbewusst feiern!

Februar ist Faschingszeit! Viele Kinder lieben es, sich zu verkleiden, und das Faschingsfest mit seinen Kostümierungen, der besonderen Raum-Deko, Süßigkeiten und Chips ist ein beliebtes Highlight im Kita- und Grundschul-Alltag. Was jedoch, wenn der Spaß des einen Kindes verletzende Botschaften über die Familie des anderen enthält? Was, wenn Kostüme Stereotype über Geschlecht, Hautfarbe oder Familienkulturen aufgreifen und wiederholen?

Der Beratungs- und Kampagnenbereich "KiDs - Kinder vor Diskriminierung schützen" der Fachstelle Kinderwelten veröffentlicht regelmäßig kurze Texte ("KiDs aktuell"), in denen wir einzelne Aspekte von pädagogischer Praxis und gelebtem Alltag mit jungen Kindern vorurteilsbewusst und diskriminierungssensibel beleuchten. Sie richten sich an Eltern, pädagogische Fachkräfte und alle weiteren Bezugspersonen junger Kinder.

Die erste Ausgabe zum Thema "Fasching vorurteilsbewusst feiern!" kann hier im PDF-Format heruntergeladen werden.

Hilfe für Flüchtlinge mit Behinderung: Familienratgeber stellt Informationen zusammen

Wo können sich Flüchtlinge mit Behinderung oder chronischer Erkrankung medizinisch versorgen lassen? Welche Hilfe gibt es für junge, unbegleitete Flüchtlinge? Infos zu diesen und weiteren Fragen bietet ein neuer Text im Familienratgeber der Aktion Mensch.

Unter den Flüchtlingen, die nach Europa kommen, sind zunehmend Menschen mit Behinderung. Schätzungen zufolge haben zehn bis fünfzehn Prozent der Flüchtlinge und Asylsuchenden in Deutschland eine chronische Krankheit oder Behinderung. Ihre angemessene medizinische Betreuung und soziale Versorgung im Aufnahmeland regelt die EU-Aufnahmerichtlinie für Schutzsuchende. Doch wie ist die Lage aktuell in Deutschland? Welche Hilfen gibt es?

Der Familienratgeber der Aktion Mensch, ein kostenloses Internet-Angebot für Menschen mit Behinderung und ihre Familien, hat hierzu Informationen zusammengestellt. Der Text informiert zu Beratungungsstellen für Flüchtlinge mit Behinderung und deren Angehörige, zu ihren Rechten was die medizinische Versorgung angeht sowie zu Anlaufstellen für Flüchtlinge, die wenig oder noch kein Deutsch sprechen. Neben einer ausführlichen Linkliste mit weitere Informationen zum Thema "Flüchtlinge und Behinderung" finden auch Menschen, die Flüchtlingen helfen wollen, Anlaufstellen.

Die Informationen zur Hilfe für Flüchtlinge mit Behinderung sind hier zu finden.

Flüchtlingskinder und jugendliche Flüchtlinge in Schulen, Kindergärten und Freizeiteinrichtungen - Arbeitshilfe Unfallkasse NRW

Flüchtlingskinder in Nordrhein-Westfalen sollen möglichst schnell in das Schul- und Kindergartensystem integriert werden. Die von der Unfallkasse NRW publizierte Broschüre gibt Informationen über die Auswirkungen von Trauma, Trauer und dem Leben in einer fremden Kultur. Sie soll dem pädagogischen Personal helfen, die Kinder und Jugendlichen besser zu verstehen.
Zudem bietet der 40-seitige Ratgeber praktische und lebensnahe Handlungsempfehlungen, die Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher in der täglichen Arbeit unterstützen.
Schulen und Kindertageseinrichtungen in NRW sowie andere Mitgliedsunternehmen der Unfallkasse NRW, die Flüchtlingskinder und jugendliche Flüchtlinge betreuen, können die Broschüre kostenlos bei medienversand@unfallkasse-nrw.de bestellen.

AV1 Pädagogik Filme bittet um Mithilfe

"Wir bitten um Ihre Mithilfe für ein Filmprojekt. Wir überlegen nämlich, einen Film zu produzieren, der ErzieherInnen dabei unterstützen kann, Flüchtlingskinder gut in ihre KiTa zu integrieren. Bitte teilen Sie uns deshalb mit, was dbzgl. die wichtigsten Themen und Fragen für Sie sind ...?
Wir sammeln zunächst die Themen, versuchen, entsprechende ExpertInnen zu finden und diese für praxis-gerechte Antworten zu gewinnen. Das alles wollen wir dann visualisieren mit Aufnahmen aus KiTas, die schon erfolgreich Flüchtlingskinder in ihre KiTa aufgenommen haben (best practice). Auch Empfehlungen oder Hinweise auf solche KiTas wären klasse. Danke für Ihre Mithilfe. Wir halten Sie hier über die weitere Entwicklung des Projekts auf dem Laufenden. Mailen Sie sie uns Ihre Vorschläge und Tipps: pf@AV1.de"

Quelle: AV1 Newsletter, 29.01.2016

"Ankommen" - eine App für Flüchtlinge

Eine mehrsprachige App für Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, hilft, die deutsche Sprache zu lernen, und will Kultur und Werte vermitteln und praktische Tipps für den Alltag liefern.
Welche Schritte durch das Asylverfahren muss ich beachten? Wann muss mein Kind in die Schule? Wie erhalte ich eine Arbeitserlaubnis? Was tun, wenn ich krank werde? Die Antworten auf diese und andere Fragen erhalten Flüchtlinge in der kostenlosen App "Ankommen". Ihr Ziel ist es, die wichtigsten Informationen zur Verfügung zu stellen. Hinweise zu Werten und Leben in Deutschland finden sich dort ebenso wie Informationen zum Asylverfahren sowie zum Weg in Ausbildung und Arbeit. In die App ist zudem ein kostenloser, multimedialer Sprachkurs integriert, der eine alltagsnahe Unterstützung für die ersten Schritte auf Deutsch bietet.
Entwickelt wurde die bundesweit bisher einmalige Service- und Lern-App gemeinsam von Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Bundesagentur für Arbeit (BA) und Goethe-Institut, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk (BR).
"Ankommen" steht in den Sprachen Arabisch, Englisch, Farsi, Französisch und Deutsch zur Verfügung und ist nach dem Download auch ohne Internetzugang nutzbar. Weitere Informationen finden Sie unter www.ankommenapp.de

Kindheitspädagoginnen im Kita-Team: Chance für Weiterentwicklung

Fachkräfte mit Studienabschluss bieten eine große Chance für die pädagogische Arbeit und die organisatorische Abläufe in Kindertageseinrichtungen. Sie bereichern die Teams u. a. durch ein ausgeprägtes Reflexionsvermögen und ein vertieftes (anderes) Fachwissen. Die Erwartung an Kindheitspädagoginnen und -pädagogen ist groß: Sie sollen neue Impulse für die Weiterentwicklung der Kita zum Bildungsort setzen. Die meisten Beschäftigten sind aber nach wie vor an Fachschulen ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher. Derzeit hat nur 1% der pädagogischen Fachkräfte einen Hochschulabschluss in Kindheitspädagogik. Erst seit 2007 gibt es Absolventinnen und Absolventen dieses Fachs, aber ihre Zahl steigt. Dies wirft die Frage auf, wie Kindheitspädagoginnen und -pädagogen in der Praxis eingesetzt und wie sie in Kita-Teams integriert werden. Eine Befragung unter Trägern, Leitungen, Erzieherinnen und Erziehern sowie Kindheitspädagoginnen und -pädagogen in 16 Kindertageseinrichtungen gibt Aufschluss darüber. Die Studie wurde von der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) veröffentlicht. 

Ideen für das Babyturnen

Unter dem Titel "Babys in Bewegung" präsentieren 20 Kurzfilme vielfältige Möglichkeiten, den Bewegungsdrang - und damit die motorische Entwicklung - der jüngsten zu unterstützen. Die anschaulich erklärten Ideen sind für Fachkräfte, Eltern und Kinder gleichsam gut umzusetzen. Vom Greifen übers Krabbeln bis hin zu Bewegung als soziales Handeln. Aufgeteilt in sechs Altersabschnitte behandeln die einzelnen Folgen motorische Aspekte, die in den ersten 24 Monaten eines Kindes besonders relevant sind. Die kostenfreien Filme sind ein Angebot der Kinderturnstiftung Baden und hier zu finden

Deutschlandweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Die siebte deutschlandweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien startet am 14. Februar 2016. Im Mittelpunkt der Aktionswoche steht das nationale Gesundheitsziel "Alkoholkonsum reduzieren". Ungefähr 2,65 Millionen Kinder unter 18 wachsen mit suchtkranken Eltern auf. Diese Mädchen und Jungen sind die größte bekannte Risikogruppe für eine eigene Suchterkrankung. Zusätzlich sind sie lebenslang hoch gefährdet, psychische Krankheiten sowie soziale Störungen zu entwickeln. Veranstaltungen und Aktionen in ganz Deutschland sensibilisieren die Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit für die Problematik von Kindern aus Suchtfamilien und vermitteln Informationen. Das Programm der Aktionswoche sowie Tipps, wie jedermann und jedefrau aktiv daran teilnehmen kann, finden sich auf der Website www.coa-aktionswoche.de.

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DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Sabine Urban
Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de

Djamila Younis
Projektleiterin Profilbildung und Qualitätsentwicklung / Hauptaufgabenfeld Kindertagesbetreuung Initiative zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften
Telefon: 030/ 8 54 04 - 822
E-Mail: younisd@drk.de

Ramona Sikora
Projektleitung »Demokratie leben ‒ von Anfang an! Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen«
Telefon: 030 8 54 04 - 284
E-Mail: r.sikora@drk.de


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