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Newsletter
Kinderhilfe
Newsletter Kinderhilfe August 2017
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Leser*innen,

am 1. August jährte sich zum 4. Mal das In-Kraft-Treten des Rechtsanspruches auf einen Kita-Platz für Kinder ab dem 1. Lebensjahr. 4 Jahre des Ausbaus und der Entwicklung liegen bereits hinter uns. Die Geburtenrate steigt erfreulicherweise und das Interesse von Familien an der Kindertagesbetreuung wächst stetig. Der Druck auf Politik aber auch auf Träger wächst. Immer erfolgreicher wird unser Ringen um die Verbesserung der qualitativen Standards, wenn auch aus Praxissicht in Mini-Schritten. Die Bewegung aber ist spürbar. Zum Jahrestag fordert die Familienministerin nun den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Schulkinder. Es bleibt also herausfordernd. Neben den Kosten für den Ausbau, quantitativ und qualitativ, wird es für Träger immer schwieriger ausreichend geeignete Fachkräfte zu finden oder schnell genug die geforderten Platzkapazitäten zu schaffen und Kitas hochzuziehen. Im DRK haben wir allein in den letzten 3 Jahren einen Aufwuchs um 111 Kitas. Wir betreuen mit ca. 106.600 Kindern 9.200 mehr als noch vor drei Jahren. Auch die Zahl der Fachkräfte ist in diesem Zeitraum um 2.600 auf 15.900 gestiegen (ohne Leitung, Verwaltung und Hauswirtschaft). Die Zahlen für 2017 erscheinen im Herbst und ich bin sicher wir wachsen beständig weiter. Aber nicht nur quantitativ. Auch qualitativ entwickeln wir uns weiter und schärfen unser Profil. Das Hauptaufgabenfeld Kindertagesbetreuung hat in den letzten Jahren richtig Schwung bekommen. Mit dem Projekt "Demokratie leben - von Anfang an!", welches im August startet können wir diesen Schwung sicher noch unterstützen.

Vielen Dank an die vielen engagierten Menschen im Verband, die all das ermöglichen!

Entspanntes Lesevergnügen im August wünscht

Sabine Urban
Referentin Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung

Newsletter mit funktionierenden Links!

 Neues aus dem DRK

Newsletter in neuem Design

Nicht nur das neue Kita-Jahr startet, auch der Newsletter Kinderhilfe ist runderneuert. Passend zur Website www.drk-kinder-jugend-familienhilfe.de erwartet er Sie in neuem Design. Neu ist auch das Archiv. Sie wollen noch mal in älteren Ausgaben stöbern oder erinnern sich da war doch mal eine spannende Info in einer älteren Ausgabe und sie haben die Mail bereits gelöscht? Kein Problem hier im Newsletter-Archiv können Sie die passende Ausgabe nachlesen. Vielen Dank für diese Anregung. Haben Sie weitere Ideen zur Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit? Dann melden Sie sich gern bei Sabine Urban.

Projektbeginn "Demokratie leben - von Anfang an! - Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen"

Demokratie ist dem Menschen nicht in die Wiege gelegt, er muss sie lernen. Kindertageseinrichtungen sind heute erste Erfahrungs- und Bildungsräume für Kinder ausserhalb ihrer Familie. Kinder sollen die Erfahrung machen, dass sie ihre Lebenswelt gestalten können, dass sie dafür auch mal Kompromisse eingehen müssen, dass sie neue Ideen sammeln und gemeinsam mit anderen bewerten müssen.

Reflexion der eigenen Biografie im Umgang mit Demokratie- und Machterfahrungen sind für pädagogische Fachkräfte aber auch für Eltern und weitere am Bildungs- und Erziehungsprozess beteiligte Partner*innen wichtig. Sie bieten eine wertvolle Grundlage und helfen eine Haltung zu entwickeln um Kindern den selbstbewussten Umgang mit Demokratie zu vermitteln.

Mit dem Projekt "Demokratie leben - von Anfang an! Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen" wird das DRK, an bereits vorhandenen Ansätzen anknüpfend, Fachkräften, Eltern und weiteren Akteuren diesen Reflexionsraum bieten.

Zum 15.8.2017 hat Ramona Sikora die Projektleitung hier im Generalsekretariat übernommen. Ein erster Aufgabenpunkt im Projekt ist die Veröffentlichung des Curriculums "Was MACHT was?!", worüber wir Sie in Kürze informieren werden. Der Newsletter Kinderhilfe wird ab September um die Kategorie Demokratieprojekt erweitert. Hier erfahren Sie was im Projekt geplant ist und was aktuell läuft.

Für Fragen, Anregungen und Ideen steht Ihnen Frau Sikora unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

Tel.: 030/ 85 404 - 284
E-mail: r.sikora@drk.de


Handreichung "Umsetzung der Rotkreuz- und Rothalbmondgrundsätze in DRK-Kindertageseinrichtungen"

Nachdem die Handreichung "Umsetzung der Rotkreuz- und Rothalbmond-Grundsätze in DRK-Kindertageseinrichtungen" kurzzeitig vergriffen war, wurde sie nun nachgedruckt und liegt in 2. Auflage vor. Zu bestellen ist die Broschüre, wie immer, unter der Artikelnummer 02286 unter www.rotkreuzshop.de (10 Exemplare pro Verpackungseinheit).

Unterlagen der Fachtagung "Individuell.Vielfältig – Aspekte inklusiver Arbeit in DRK-Kindertageseinrichtungen“ März 2017

 Die Präsentationen, Fotoprotokolle und Arbeitsblätter der Fachtagung "Individuell.Vielfältig – Aspekte inklusiver Arbeit in DRKKindertageseinrichtungen“ com 15.-17.03.2017 können Sie hier herunterladen. Bitte geben Sie das Passwort "DRK" ein.


Das DRK-Familienzentrum Bügelkamp ist nun ein „Ort des gesunden Aufwachsens"

Am Ende steht ein Zertifikat. Das DRK-Familienzentrum Bügelkamp ist nun ein „Ort des gesunden Aufwachsens“. Leiterin Ingeborg Stange ist dankbar für die Urkunde aus Berlin, besonders aber für den zweijährigen Prozess, der das Konzept des Kindergartens für sie und die Mitarbeiterinnen geschärft und bereichert hat. Begleitet wurde er von Fachberaterin und Multiplikatorin Marlies Leifken, die gestern mit Trägervertreterin Birgit Poschmann und Dieter Pape vom DRK-Ortsverein das Zertifikat und einen Blumenstrauß überreichte. Weiterlesen...


Thüringen: Sozialverbände bestehen auf mehr Personal für die Kitas

Mit einer Postkartenaktion machen derzeit Erzieherinnen und Eltern für Nachbesserungen im neuen Kita-Gesetz mobil Erfurt.

Das beitragsfreie Kita-Jahr ist gut, aber es darf es nicht auf Kosten der Qualität in der Betreuung gehen. - So lässt sich die Reaktion der Thüringer Sozialverbände auf den Entwurf des neuen Kita-Gesetzes zusammenfassen. Anfang Juni starteten die in der Liga zusammengeschlossenen Verbände, die fast 820 der rund 1150 Kindertagesstätten im Freistaat betreiben, eine Postkartenkampagne mit ihren Forderungen. Inzwischen sind mehr als 15 000 Karten zur Unterschrift an Einrichtungen verschickt, es könnten noch viel mehr werden. Weiterlesen...


Brandenburg: Aktion "Weil jeder Kita-Platz ein guter sein muss!"

Weil jeder Kita-Platz ein guter sein muss…

… hat der Brandenburgische Landtag am 29.06.2017 weitere Änderungen im Rahmen des Kindertagesstättenanpassungsgesetzes beschlossen. Damit wurde der Weg frei gemacht für eine Verbesserung des sogenannten Personalschlüssels für die Betreuung der Kinder im Alter von 3 Jahren bis Schuleintritt sowie einer Sockelfreistellung für Leitungsaufgaben in Höhe von plus 2,5 Stunden für jede Kita.

Diese jüngsten Entwicklungen sind außerordentlich zu begrüßen, sind sie doch ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch gibt es noch viel, viel mehr Verbesserungsbedarf und daher müssen nunmehr dringend für Brandenburg die zentralen Handlungsziele ab 2018 verbindlich festgelegt werden!

… gibt es mindestens drei gute Gründe mehr Landes- und Bundesmittel für die Qualität in Kitas zu investieren!

Weil Leitung der Schlüssel für gute Qualität ist, braucht es einer Sicherstellung ausreichender Zeitkontingente für die vielfältigen Aufgaben der Leitung.

Weil ein gutes Fachkraft-Kind-Verhältnis wichtig für eine gute Beziehungsarbeit ist, braucht es einer Ausfinanzierung bedarfsgerechter Betreuungszeiten.

Weil Qualitätsentwicklungsprozesse gut begleitet werden müssen, braucht es ein bedarfsgerechtes Angebot an Fachberatung zur Unterstützung der Fach- und Leitungskräfte.

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege hat für diese Ziele die Kampagne reaktiviert. Mehr erfahren Sie hier auf der Website


NRW: »Ich heiße Joachim – und ihr?«

Mit großen Augen blickt das kleine Mädchen den ungewöhnlichen Besucher in der Kita Haldem an. »Wer bist du denn?«, fragt der Anzugträger die Kleine, als er sich spontan zu ihr auf den mit Spielsachen bedeckten Boden hockt. »Also, ich bin der Joachim . . .« »Der Joachim«, das war kein Geringerer als Dr. Joachim Stamp, der neue NRW-Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Der gelernte Politikwissenschaftler, Vater zweier Töchter, ist zudem stellvertretender Ministerpräsident. Der Gast aus Düsseldorf war auf Einladung seines früheren FDP-Landtagsfraktionskollegen und heutigen Stemweder Bürgermeisters Kai Abruszat in die DRK-Kindertagesstätte Heidemaus gekommen. Stamp ließ sich von Kita-Leiterin Christina Frobieter über die Einrichtung informieren. Weiterlesen...

 Veranstaltungen

Save the Date: DRK-Fachtagung Fachberatung 7.–9.3.2018

Vom 07.–09. März 2018 wird zum vierten Mal bereits die Fachtagung für Fachberaterinnen und Fachberater im System der Kindertagesbetreuung im DRK in Berlin stattfinden. Bereits heute möchten wir Sie bitten den Termin für die Fachtagung vorzumerken. Auch im kommenden Jahr wollen wir uns im Schwerpunkt beschäftigen mit Veränderungen - wie sich das System der Frühkindlichen Bildung weiterentwicklelt. Den Hinweis auf die Ausschreibung und den Programmflyer erhalten sie im Herbst über diesen Newsletter oder die Websiten www.drk-kinder-jugend-familienhilfe.de und www.drk-wohlfahrt.de


Fachkongress "Sexualisierte Gewalt gegen Kinder in familiären Lebenswelten", 21.–22. September 2017 in Bremen

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein zentrales Thema im Kinderschutz. Starke Emotionalität und Erregung, die hohe Erwartungshaltung der Öffentlichkeit sowie kontroverse fachliche Standpunkte stellen das Helfersystem dabei oftmals vor besondere Herausforderungen und erfordern eine fundierte Fachlichkeit und reflektierte Haltung. Auf dem Fachkongress der Kinderschutz-Zentren in Bremen am 21. und 22. September soll Fachkräften das notwendige Know-how und Handwerkszeug vermittelt werden, damit sie den besonderen Anforderungen gewachsen sind: Welche besonderen Dynamiken erzeugen Fälle von sexualisierter Gewalt? Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen von Diagnostik? Welche Formen der Traumatisierung können entstehen und was sind wichtige Resilienzfaktoren? Wie kann Kinderschutz in den digitalen Medien gestaltet werden? Dies sind einige der Fragen, die in Bremen beleuchtet werden.

Mehr zum Fachkongress und den Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.


Save-the-Date: Transferkonferenz „Praxis trifft Forschung, Forschung trifft Praxis: was wir voneinander wissen (wollen)“ 1./2.2.2018

Unter dem Titel „Praxis trifft Forschung, Forschung trifft Praxis: Was wir voneinander wissen (wollen)“ veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ am 01./02. Februar 2018 eine zweitägige Transferkonferenz in Berlin. Die Konferenz wird in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) durchgeführt. Die Tagung will den Dialog zwischen Forschung und Praxis der Kinder- und Jugendhilfe befördern und nimmt dabei u.a. folgende Aspekte in den Blick:

  • Organisationsentwicklung und Professionalisierung: Wie muss Forschung als Professionalisierungsstrategie gestaltet sein, damit die Relevanz von Forschung auf der Ebene der Fachkräfte erfahrbar wird? Welche Bedeutung hat Forschung für Qualitätsentwicklungsprozesse in der Praxis?
  • Aneignungskompetenz und -freundlichkeit: Wie kann Praxis Aneignungskompetenz für wissenschaftliche Wissensbestände herstellen? Wie kann Forschung Praxisfreundlichkeit sicherstellen?
  • Schnittstellen zwischen Forschung und Praxis: Wo und wie kommen Forschung und Praxis zusammen?

Die Transferkonferenz richtet sich an Praktikerinnen und Praktiker, Forschende, Aus- und Fortbildende, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie kommunal- und fachpolitische Entscheidungsträgerinnen und -träger. Die Veranstaltung soll Gelegenheit dazu geben, aktuelle Fragestellungen der Kinder- und Jugendhilfe sowohl aus Forschungs- als auch aus Praxisperspektive kritisch zu diskutieren. In Workshops werden zudem konkrete Forschungsfragen und aktuelle Forschungsprojekte ausgewählter Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe so in den Blick genommen, dass hierüber der Transfer von Forschung und Praxis bzw. von Praxis und Forschung exemplarisch konkretisiert wird. Transferagenturen/-stellen und anderen für den Forschungs-Praxis-Transfer relevanten Institutionen wird Gelegenheit gegeben, sich am Rande der Veranstaltung zu präsentieren.  Detaillierte Informationen zum Programm werden im Oktober 2017 kommuniziert und wir werden im Newsletter darauf aufmerksam machen.

 Fördermöglichkeiten - Ausschreibungen

Deutscher Kita Preis - über 1400 Bewerbungen eingegangen

Am Samstag den 15.07.2017 endete die Bewerbungsfrist für den Deutschen Kita-Preis. Bis zu diesem Stichtag hat die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) eine überwältigende Anzahl von mehr als 1.400 Bewerbungen erreicht – ein Beweis dafür, dass in unserem Land eine ganze Menge im Bereich der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung passiert. Und natürlich dafür, dass entsprechendes Engagement viele Gesichter hat. In den kommenden Wochen werden 30 Kitas und 15 lokale Bündnisse für frühe Bildung aus den Bewerbern ausgewählt. Von ihnen werden anschließend weitere Unterlagen angefordert. Anfang September werden dann alle Bewerber informiert, ob sie zu den 45 Nominierten gehören.

Der Deutsche Kita-Preis ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Karg-Stiftung und dem Didacta-Verband. Darüber hinaus wird der Preis von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis unterstützt.

www.deutscher-kita-preis.de

 Fachpolitisch Aktuelles

Stellungnahme der Kinderkommission „Ausstattung von Kindern – was brauchen Kinder, um gut und kindgerecht aufzuwachsen?“

Die Kinderkommission hat sich in der Vorsitzzeit von Susann Rüthrich schwerpunktmäßig mit dem Thema Förderung von Kindern und Jugendlichen befasst und sich hierzu im Rahmen von drei öffentlichen Expertengesprächen die Expertise von Sachverständigen eingeholt. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse haben zu einem umfassenden Forderungskatalog geführt, der in einer Stellungnahme zusammengefasst wurde. Die Stellungnahme der Kinderkommission des Bundestages finden Sie hier.

Ebenfalls veröffentlicht wurde die Stellungnahme der Kinderkommission des Deutschen Bundestages zum Thema „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“.


Dr. Katarina Barley: Wir brauchen einen Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder im Grundschulalter

Für Eltern ist die Ganztagsbetreuung von Kindern im Schulalter eines der Topthemen. Drei von vier Eltern von Kindern im Grundschulalter fordern, dass sich die Familienpolitik zurzeit besonders für den Ausbau solcher Angebote einsetzen soll. Es besteht dringender Handlungsbedarf bei der Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots für Kinder im Grundschulalter. Denn mit dem Schuleintritt erlischt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, obwohl der Unterricht oft bereits zur Mittagszeit endet. Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird daher für viele Eltern mit der Einschulung erneut und verschärft zum Problem.

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Katarina Barley: „Eltern müssen sich auf eine gute und verbindliche Betreuung ihrer Kinder verlassen können. Nach dem Rechtsanspruch für Kinder im Kita-Alter müssen wir jetzt den Rechtsanspruch für Kinder im Grundschulalter einführen. Gute ganztägige Angebote für Kinder sind wichtig für ein gutes Aufwachsen von Kindern, Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern.“ Erkenntnisse zum Bedarf an Ganztagsbetreuung für Schulkinder, zu den Vorstellungen der Eltern und zu den Wirkungen der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern auf Kinder, Eltern sowie Familien- und Arbeitsleben hat das Kompetenzbüro Wirksame Familienpolitik im Chartbook „Gute und verlässliche Ganztagsangebote für Grundschulkinder“ zusammengetragen. Das Chartbook zeigt zum Beispiel, dass zwar rund 80 Prozent der Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren ganztags oder im erweiterten Halbtag betreut sind, bei den Grundschulkindern aber 44 Prozent kein Betreuungsangebot nach dem Unterricht haben. Zudem versprechen sich große Mehrheiten von Eltern (83 %) und Lehrern (74 %) bessere Chancen für benachteiligte Kinder durch ganztägige Angebote – vor allem durch eine Hausaufgabenbetreuung. Zum Chartbook gelangen Sie hier www.bmfsfj.de/chartbook-ganztagsangebote.

Eine aktuelle Rechtsexpertise von Prof. Dr. Johannes Münder zum Thema „Bedarfsdeckende Förderung und Betreuung von Grundschulkindern durch Schaffung eines Rechtsanspruchs“ zeigt, dass der Bund einen solchen Rechtsanspruch umsetzen kann und wie dieser ausgestaltet werden könnte. Prof. Dr. Johannes Münder: „Die Rahmenbedingungen für die Förderung und Betreuung sind in Deutschland sehr unterschiedlich, da bundesweit keine rechtlich verbindliche Mindestregelung besteht. Wenn der politische Wille existiert, ist die ganztägige Betreuung und Förderung von Grundschulkindern durch einen Rechtsanspruch für die Kinder im Sozialgesetzbuch VIII – Kinder-Jugendhilfe zügig realisierbar. Dabei müssen die schulischen Angebote und die Betreuung außerhalb der Unterrichtszeit im Interesse der Kinder und Eltern eng verbunden werden. Es sollte ein Anspruch auf Förderung und Betreuung als Gesamtzeit unter Einschluss der durch die Schule abgedeckten Zeit festgelegt werden. Damit könnten auch Ferienzeiten und Unterrichtsausfall abgedeckt werden.“

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Katarina Barley: „Die konkrete Ausgestaltung eines Rechtsanspruchs werde ich mit den Ländern und anderen Akteuren diskutieren. Dabei muss auch über die notwendige finanzielle Beteiligung des Bundes geredet werden. Die Erfahrungen beim Ausbau der Betreuung für die Kinder unter drei Jahren stimmen mich zuversichtlich, dass wir auch für Schulkinder zu guten Lösungen kommen. Denn der Ausbau von Bildungs- und Betreuungsangeboten lohnt sich für Bund, Länder und Gemeinden gleich mehrfach: Startchancen von Kindern werden verbessert, Armutsrisiken für Familien reduziert, die Erwerbstätigkeit insbesondere von Müttern verbessert und die öffentlichen Mehreinnahmen gesteigert.“

Quelle: Pressemitteilung BMFSFJ, 31.07.2017


Zahl der Kinder unter 3 Jahren in Kindertages­betreuung um 5,7 % gestiegen

Zum 1. März 2017 wurden fast 763 000 Kinder unter 3 Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren das 41 300 Kinder beziehungsweise 5,7 % mehr als im Vorjahr. Der Anstieg fiel damit etwas stärker aus als im Vorjahr (2016: + 26 000 beziehungsweise + 3,7 %). Seit dem 1. August 2013 gibt es für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen bundesweiten Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. Bei den hier veröffentlichten Daten wird die Inanspruchnahme der Kindertagesbetreuung gemessen. Dabei werden nur tatsächlich betreute Kinder berücksichtigt. In Hamburg (+ 10,2 %), Niedersachsen und Schleswig-Holstein (jeweils + 10,1 %) nahm die Anzahl der betreuten Kleinkinder gegenüber dem Vorjahr am stärksten zu, in Mecklenburg-Vorpommern (+ 1,9 %) war der Zuwachs am geringsten. Dabei ist zu beachten, dass in den ostdeutschen Flächenländern bereits in der Vergangenheit hohe Betreuungszahlen erreicht wurden. Die Steigerungen fallen dort dementsprechend nur noch gering aus. Die Mehrzahl der Eltern von Kindern unter 3 Jahren nutzten die Tagesbetreuung in Einrichtungen (84,6 %). Mit einem Anteil von bundesweit 15,4 % spielte die Kindertagespflege bei einer Tagespflegemutter oder einem -vater nach wie vor eine deutlich geringere Rolle. Im März 2017 gab es bundesweit 55 266 Einrichtungen sowie 43 951 Tagespflegemütter und -väter. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Kindertageseinrichtungen (+ 0,6 %) als auch die Zahl der Kindertagespflegepersonen (+ 1,4 %).

Hier geht es zur vollständigen Meldung.

Quelle: Pressmitteilung Destatis, 27.07.2017


Deutsche Kinder- und Jugendstiftung: Neue Studie „Gute Kitas aus Kindersicht“

Was macht eine Kita für Kinder zu einer guten Kita? Um das herauszufinden, hat das Berliner Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration Vier- bis Sechsjährige befragt. Kita-Kinder wissen intuitiv sehr genau, was sie für ein gutes Aufwachsen brauchen. Die Erwachsenen in den Einrichtungen sollten sie deshalb direkt an Entscheidungen beteiligen, statt stellvertretend für sie zu sprechen. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie „Kita-Qualität aus Kindersicht“, die jetzt kostenlos unter www.qualitaet-vor-ort.org/quaki heruntergeladen werden kann. Weiterlesen...


Schwerpunktreihe KiTa-Leitung der Bertelsmann Stiftung

Die Bedeutung einer professionellen Führung und Leitung für die Qualität in Kindertageseinrichtungen (KiTas) ist empirisch bereits belegt. Fakt ist allerdings, dass die Bedingungen vor Ort nicht immer ausreichen, um den Ansprüchen einer guten Leitungsausübung gerecht werden zu können.  

Insbesondere die Ergebnisse aus der Studie „KiTa-Leitung als Schlüsselposition“ zeigen die hohen Belastungen auf, unter denen Leitungskräfte tagtäglich arbeiten: Neben ungenügenden strukturellen Rahmenbedingungen kommt hinzu, dass Tätigkeits- und Anforderungsprofile oftmals unbestimmt und damit Verantwortlichkeiten in den einzelnen KiTas nicht geklärt sind. 

Vor diesem Hintergrund wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung eine Praxishilfe zur systematischen Identifikation und Reflexion von Führungs- und Leitungstätigkeiten in KiTas entwickelt. Die Praxishilfe bietet die Möglichkeit, im partizipativen Prozess zwischen Träger und KiTa ein einrichtungsspezifisches Leitungsprofil zu erstellen.  

Die Praxishilfe …

… schafft mit 214 Tätigkeiten Transparenz über das Leitungshandeln in KiTas,
… ermöglicht den Dialog zwischen allen Leitungsverantwortlichen,
… sichert die Qualität in den KiTas und
… ist trägerübergreifend und bundesweit einsetzbar.  

Die Studie „Auf Augenhöhe. Leitung von Elterninitiativen in gemeinsamer Verantwortung von Eltern, Erzieherinnen und Erziehern“ wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Elterninitiativen (BAGE e. V.) durchgeführt. Mit Blick auf die Besonderheiten von Elterninitiativen untersuchte das Projektteam, zusammengesetzt aus Dr. Hilke Falkenhagen, Tim Frauendorf, Norbert Bender und Iris Hentschel, die Frage, wie Leitungstätigkeiten und -rollen in dem selbstorganisierten System Elterninitiative ausgeübt werden.   Die Studie liefert eine empirische Wissensbasis über Potentiale und Risiken für Leitungsprozesse in Elterninitiativen. Diese kann von Dachverbänden der Träger sowie Fort- und Weiterbildungsinstituten genutzt werden, um ihre (Unterstützungs-)Angebote weiterzuentwickeln.


Armut in Deutschland: Bei Kindern deutlicher Anstieg durch Zuwanderung (WSI)

Die Kinderarmut in Deutschland hat 2016 erneut spürbar zugenommen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die unter der Armutsgefährdungsgrenze leben, stieg um 0,6 Prozentpunkte auf 20,3 Prozent. Das entspricht rund 2,7 Millionen Personen unter 18 Jahren. Grund für den Anstieg ist, dass sich die große Zahl der in letzter Zeit nach Deutschland geflüchteten Kinder und Jugendlichen jetzt in der Sozialstatistik niederschlägt. Dagegen sind die Armutsquoten unter Kindern und Jugendlichen, die keinen Migrationshintergrund haben oder als Kinder von Migranten in Deutschland geboren wurden, leicht rückläufig. Weiterlesen...


Partnerschaftliche Kinderbetreuung - Partnerschaftlichkeit nach der Trennung ermöglichen

Kommt es zur Trennung, muss jede Familie ihren Weg finden. Wenn eine partnerschaftliche Elternschaft auch nach der Trennung gelingt, kann das ein großer Gewinn sein - für Eltern und Kinder.

Wenn Familien auseinander gehen, dann ist das traurig, häufig emotional und belastend. Für die Eltern und für die Kinder. Und doch bleiben Vater, Mutter, Kind für immer miteinander verbunden und müssen ihren Weg als getrennte Familie finden. Dabei gibt es nicht das eine Rezept für alle. Trennungsfamilien sind vielfältig. Unterschieden wird zwischen Alleinerziehenden, wenn die Kinder im Wesentlichen bei einem Elternteil leben, und getrennt Erziehenden. Getrennt Erziehende teilen sich die Betreuung der Kinder gemeinschaftlich, auch wenn sie nicht mehr zusammen sind. Wenn eine Partnerschaft gerade in die Brüche gegangen ist, wenn es Verletzungen und Streit gibt, ist das erst einmal nicht leicht. Familien, denen partnerschaftliche Erziehung gelingt, profitieren davon. Was sich Trennungsfamilien wünschen...


Großtagespflege in Deutschland immer weiter verbreitet

Laut Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2017 gab es im Jahr 2016 deutschlandweit 3.039 statistisch erfasste Großtagespflegestellen – und damit 1.176 (+63,1%) mehr als noch im Jahr 2012. Auf die Einrichtungen verteilten sich dabei rund 7.100 Kindertagespflegepersonen und knapp 28.000 Kinder. Vier Jahre zuvor beliefen sich diese Zahlen noch auf etwa 4.300 Tagespflegepersonen und 17.200 betreute Kinder.

Die Betreuungsform Großtagespflege, für die sich mindestens zwei Tagespflegepersonen zusammenschließen, um außerhalb der privaten Wohnräume mehr als fünf Kinder gleichzeitig betreuen zu können, findet hierzulande immer größere Verbreitung. Insgesamt liegt die Zahl dieses Betreuungsangebots in Deutschland vermutlich sogar noch höher: Aufgrund fehlender landesrechtlicher Regelungen weist die amtliche Statistik, die Grundlage für die Fachkräftebarometer-Berechnungen ist, für die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen keine Daten aus.

In NRW finden sich mit Abstand die meisten Großtagespflegestellen

Auf Länderebene zeigen sich deutliche Unterschiede: Während im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen 1.128 Großtagespflegestellen gezählt wurden, finden sich im ebenfalls einwohnerstarken Bayern nur 267 derartige Einrichtungen. Auch im angrenzenden Baden-Württemberg bewegt man sich mit 384 Großtagespflegestellen auf niedrigem Niveau – allerdings hat sich hier die Zahl der Einrichtungen seit 2012 um 218 erhöht und damit mehr als verdoppelt. Ein ähnlich hohes Wachstum ist im Ländervergleich nur noch in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen: Dort stieg die Anzahl der Einrichtungen binnen vier Jahren um 120%. Einzig in Hamburg sind Großtagespflegestellen auf dem Rückmarsch: Wurden im Jahr 2012 noch 173 Stellen erfasst, waren es 2016 nur noch 149 (-13,9%).

Die „Kita light“ wird im fachlichen Diskurs durchaus kritisch gesehen

„Da insbesondere zu kleinen Kindertageseinrichtungen fließende Übergänge bestehen, wird die Großtagespflege in Expertenkreisen teilweise auch als ‚Kita light‘ bezeichnet“, erklärt Professorin Dr. Anke König, Leiterin der WiFF. Der Begriff ist dabei durchaus als Kritik zu verstehen: „Die Großtagespflege ist im Vergleich zu den Kitas weniger stark reguliert. Die Tätigen erhalten weder tarifliche Vergütung noch sind sie einem bestimmten Qualifikationsniveau verpflichtet. Hier gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf“, so König.

Quelle: Pressemitteilung WiFF, 08.08.2017

 Tipps und Links

Kinder-Medien-Studie 2017 Trotz Smartphone: Kinder lesen klassisch!

Die neue Kinder-Medien-Studie der sechs Verlage Blue Ocean Entertainment AG, Egmont Ehapa Media GmbH, Gruner + Jahr, Panini Verlags GmbH, SPIEGEL-Verlag und ZEIT Verlag hat erstmals untersucht, welche Medien die 7,17 Millionen Kinder zwischen vier und 13 Jahren in Deutschland konsumieren. Die Kinder-Medien-Studie beleuchtet außerdem, wie und wie oft sie diese Medien nutzen, wie sie generell ihre Freizeit gestalten, ob es Unterschiede im Online- und Offline-Verhalten gibt und welche Rollen Eltern und Freunde spielen. Die Schlüsselergebnisse der repräsentativen Untersuchung zur Frage „Young Digital Natives – wie digital sind sie wirklich?“ mit über 2.000 Interviews:

  • Digital ist attraktiv, aber: 72 Prozent aller deutschen Kinder zwischen vier und 13 Jahren lesen auch 2017 privat noch mehrmals pro Woche von Papier.
  • Der Reiz des Gedruckten: Kinderbücher und -magazine erreichen mehr Sechs- bis 13-Jährige als YouTube und Spielekonsolen. Zusammen offline statt allein online: Kinder lieben es nach wie vor, mit Freunden im Freien zu spielen und mit der Familie aktiv zu sein.
  • Frühe Ungleichbehandlung: Bereits zwischen vier und 13 Jahren haben Jungen mehr Geld zur Verfügung als Mädchen. Beide Geschlechter investieren in Süßigkeiten und Lesestoff.
  • Gedrucktes Vertrauen: Offline dürfen viele Kinder schon früh selbstständig Konsumentscheidungen treffen, online kontrollieren Eltern länger, was heruntergeladen und angesurft wird.
  • Print wirkt: Eltern bewerten Kindermagazine positiver als andere Medien. Sie sehen in ihnen eine „sinnvolle Beschäftigung“, bei der Kinder etwas lernen können.
  • Seiten umblättern statt auf Touchscreen und Tastatur tippen: 72 Prozent aller deutschen Kinder zwischen vier und 13 Jahren lesen auch im digitalen Zeitalter mehrmals pro Woche von Papier.

Das geht aus der Kinder-Medien-Studie 2017 hervor – der neuen repräsentativen Untersuchung des Medienkonsums und -nutzungsverhaltens von Kindern in Deutschland. Weiterlesen...


WiFF Expertise 49 - "Das Spiel mit Gleichaltrigen in Kindertageseinrichtungen. Teilhabechancen für Kinder mit Behinderung"

Dem freien Spiel räumt bereits Friedrich Fröbel eine besondere Bedeutung für die Gestaltung von Erziehungs- und Bildungsprozessen im Kindergarten ein. Dabei hat das Spiel nicht nur hohen Einfluss auf das Selbstbildungspotenzial der jungen Akteurinnen und Akteure, sondern erweist sich in der Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen (peers) als ureigener Ort für Teilhabe und Partizipation. Hier erleben Kinder Zugehörigkeit und machen Erfahrungen mit Aushandlungsprozessen unter gleichberechtigten Partnern. Damit Fachkräfte beim Blick auf das Spiel die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern mit unterschiedlichen Voraussetzungen wahrnehmen und dieses inklusive Potenzial zur Entfaltung bringen können, ist ein tiefes und reflektiertes Verständnis vom freien Spiel erforderlich.

In einer WiFF-Expertise hat sich Professor Dr. Ulrich Heimlich, Inhaber des Lehrstuhls für Lernbehindertenpädagogik an der LMU München, mit der Bedeutung des Spielens in Kindertageseinrichtungen auseinandergesetzt. Im Interview gibt er einen Einblick in das Thema – und erklärt, welche Kompetenzen frühpädagogische Fachkräfte mitbringen sollten, um inklusive Spielsituationen zu schaffen.


Kinder und Snacks Welchen Einfluss haben Marke und Preis?

Viele Kinder dürfen mit ihrem Taschengeld selbstständig einkaufen gehen. Haben sie bereits Erfahrung im Umgang mit Geld, können höhere Preise für energiereiche Snacks zu einer gesünderen Wahl im Laden führen. Das ist ein Ergebnis einer Studie der Universität Bonn und der Tufts University, Massachusetts in den USA. An der Untersuchung nahmen 116 Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren an Offenen Ganztagsschulen in der Region Boston teil. Zunächst gaben die jungen Probanden in einem Fragebogen an, ob sie von ihren Eltern Taschengeld bekommen und wofür sie es in der Regel ausgeben. Neben den allgemeinen Ernährungsgewohnheiten wurden beliebte Snacks und Marken ermittelt. Für ihre Mitarbeit erhielten die Kinder ein kleines Entgelt von zwei Dollar, das sie im folgenden Kaufexperiment für mehr oder weniger gesunde Snacks ausgeben konnten. Zur Auswahl standen Schokoladenkekse, Apfelscheiben und Trinkjoghurt mit Erdbeergeschmack. Das internationale Wissenschaftlerteam zeigte jedem Kind zehnmal Fotos von jeweils zwei Snackartikeln, die sich in der Art des Produkts, Marke und Preis (30 bis 70 US-Cent) unterschieden. Die Kinder konnten sich für einen der Snacks entscheiden oder den Kauf ablehnen. Am Ende des Experiments wurde zufällig eine der zehn Entscheidungen gezogen. Dann waren sie verpflichtet, den bei dieser Entscheidung ausgewählten Snack auch tatsächlich von ihrem verdienten Geld zu kaufen. So konnte die Situation möglichst realistisch gestaltet werden. Das Fazit: Wenn Kinder auf eigene Faust Süßigkeiten und andere Snacks kaufen, ist in erster Linie der Produkttyp entscheidend (57 %). Dabei sind Schokoladenkekse deutlich beliebter als Apfelscheiben und Trinkjoghurt. Marke (23 %) und Preis (21 %) hatten eine geringere Bedeutung. Überraschenderweise war die Bekanntheit der Marke kein wesentlicher Faktor. Es kommt vielmehr darauf an, ob das Kind die Marke mag oder nicht. Wer regelmäßig Taschengeld bekommt und bereits Erfahrung im Umgang mit Geld hat, schaut auch auf den Preis. Dann können höhere Ausgaben für energiereiche, nährstoffarme Snacks die Kaufentscheidung beeinflussen, erklären die Verhaltensforscher im Fachjournal „Appetite“. Allerdings war die Stichprobe relativ klein und regional begrenzt, und es standen nur wenige Produktalternativen zur Auswahl.

Quelle: BZfE-Newsletter Nr. 32 vom 9. August 2017, Heike Kreutz, www.bzfe.de


www.infotool-familie.de

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat am 4. August 2017 das „Informationstool Familienleistungen“ – www.infotool-familie.de – freigeschaltet. Mithilfe dieses neuartigen digitalen Angebotes können (werdende) Eltern und Familien durch die Eingabe von nur wenigen Angaben herausfinden, welche Familienleistungen und ggf. weitere Unterstützungsangebote für sie in Frage kommen sowie wo und unter welchen Voraussetzungen diese beantragt werden können. Das spart eine Menge Zeit und unterstützt insbesondere diejenigen, die bis dahin noch keinen Überblick über das Angebot der familienpolitischen Leistungen hatten.

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley erklärte anlässlich des Livegangs des Infotools: „Für das Bundesfamilienministerium ist es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger umfassend über die familienpolitischen Leistungen und Möglichkeiten zu informieren. Alle müssen die Möglichkeit haben, in Anspruch zu nehmen, was ihnen zusteht.“ Dieses interaktive, digitale Informationstool steht nun den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung und geht mit den wichtigsten Familienleistungen und Unterstützungsangeboten an den Start. Dabei ist das Tool so konzipiert, dass es Stück für Stück weiter ausgebaut wird und an die aktuellen Gesetzeslagen angepasst werden kann. Es ist ebenso für Tablet und Smartphone optimiert. „Das Bundesfamilienministerium geht hier neue Wege. Wir sind ein digitales Familienministerium und gestalten den digitalen Wandel aktiv mit“, betonte Dr. Barley. Die Bundesfamilienministerin verwies auf die Möglichkeiten, die digitale Technologien bieten, um den Zugang zu familienpolitischen Leistungen leichter zu machen. Ein wichtiger Baustein ist dabei das Infotool Familienleistungen. Aber auch die Beantragung von Leistungen will die Bundesministerin vereinfachen. Noch in diesem Jahr wird es Schritt für Schritt möglich sein, Elterngeld als erste familienpolitische Leistung online zu beantragen. Das Infotool Familienleistungen soll dazu beitragen, dass der Zugang zu Informationen über Familienleistungen vereinfacht und entbürokratisiert wird. Das Projekt ist eine zentrale Maßnahme im Rahmen des Arbeitsprogramms Bessere Rechtsetzung 2014 (Thema Bürokratieabbau) und der Digitalen Agenda 2014 – 2017 der Bundesregierung.

Quelle: Pressemitteilung 099 BMFSFJ, 04.08.2017


klicksafe.de

Seit 2004 setzt klicksafe in Deutschland den Auftrag der EU-Kommission um, Internetnutzern die kompetente und kritische Nutzung von Internet und Neuen Medien zu vermitteln. Angesprochen werden Kinder und Jugendliche, Eltern und Fachkräfte. Die Initiative klicksafe hat den Auftrag, Internetnutzern die kompetente und kritische Nutzung von Internet und neuen Medien zu vermitteln und ein Bewusstsein für problematische Bereiche dieser Angebote zu schaffen. Dabei hat die Arbeit von klicksafe ihre Schwerpunkte auf zwei Hauptpfeilern: Inhalte und Qualifikation sowie die Öffentlichkeit auf die Thematik Internetsicherheit aufmerksam zu machen - nur wer erkannt hat, dass es Risiken gibt und Regeln, die eingehalten werden sollten, wird sich konkreter mit den Möglichkeiten und Konzepten für sicheres Internet auseinander setzen.

Die Angebote sind praxisnah und für alle Zielgruppen ansprechend aufbereitet. So gibt es bspw. ein neues Format "klicksafe to go" in dem aktuelle, medienpädagogisch relevante Themen aufgegriffen und für die Zielgruppe Kinder im Schulalter aufbereitet werden. Auch finden sich auf der Website Handreichung für Elternarbeit und Schulungskonzepte für Institutionen.

Bei Interesse einfach mal vorbeischauen: www.klicksafe.de

  Ansprechpartner*innen

DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Sabine Urban
Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de

Djamila Younis
Projektleiterin Profilbildung und Qualitätsentwicklung / Hauptaufgabenfeld Kindertagesbetreuung Initiative zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften
Telefon: 030/ 8 54 04 - 822
E-Mail: younisd@drk.de

Ramona Sikora
Projektleitung »Demokratie leben ‒ von Anfang an! Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen«
Telefon: 030 8 54 04 - 284
E-Mail: r.sikora@drk.de


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Deutsches Rotes Kreuz e.V. • DRK-Generalsekretariat • Carstennstraße 58 • 12205 Berlin
Telefon: 030 8 54 04 - 0 • Telefax: 030 8 54 04 - 450 • drk@drk.de • www.drk.de
Gesetzliche Vertreter: Christian Reuter (Vorsitzender des Vorstands) 
Registergericht: Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
Registernummer: 95VR590Nz
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 122123471
Steuernummer für Körperschaften: 27/630/50727