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Newsletter
Kinderhilfe
Newsletter Kinderhilfe August 2016
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Leser*innen,

der Newsletter Kinderhilfe gibt Ihnen auch zum Start des Kita-Jahres 2016/17 wieder interessante Informationen zu Veröffentlichungen, Ausschreibungen und aktuellen Studien.

Entspanntes Lesevergnügen wünscht

Sabine Urban
Referentin Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung

 Neues aus dem DRK

„Ankommen – So geht Deutschland“: Neues Präventionsbuch für den Schutz und die Rechte geflüchteter Kinder vorgestellt

Das interdisziplinäre Bündnis WhiteIT – alliance for children hat heute gemeinsam mit Boris Pistorius, Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport, Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen, Thi Thai Hang Nguyen, Generalsekretärin des Diplomatic Council, Dr. Ralf Selbach, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes Landesverband Niedersachsen und Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe das deutsch-arabische Buch „Ankommen – So geht Deutschland“ der Öffentlichkeit präsentiert.

In dem Buch wird die Geschichte der Geschwister Samia und Nabil erzählt, die nach einer anstrengenden Flucht aus Syrien in Deutschland ankommen und hier ihr neues Leben aufbauen. In kindgerechter Sprache wird ihnen die neue Heimat nähergebracht, einfühlsam auf ihre Ängste eingegangen und es werden Wege aufgezeigt, wie sie mit den unbekannten Gegebenheiten in unserem Land zurechtkommen.

Boris Pistorius, der als Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport und Schirmherr von WhiteIT maßgeblich an der Entwicklung des Buches mitwirkte, stellte klar: „Wir müssen uns als Gesellschaft der Herausforderung stellen, diesen Kindern das ‚Ankommen‘ in Deutschland mit einem ‚Willkommen‘ so einfach wie möglich zu machen.“

Ziel des Präventionsbuchs ist es, Kinder im Hinblick auf Vertrauen und grenzüberschreitende Situationen zu sensibilisieren. Hintergrund ist die Aussage des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Herrn Johannes-Wilhelm Rörig, dass insbesondere Kindern auf der Flucht und in Flüchtlingsunterkünften die Gefahr von sexuellen Übergriffen drohe.

Doris Schröder-Köpf, Schirmherrin des Buchs, begründete ihr Engagement für das Projekt wie folgt: „Wir wollen Kindern in deutscher und arabischer Sprache spielerisch beibringen, dass sie eigene Rechte haben. Und wir wollen sie ermutigen, diese auch einzufordern.“

Im Fokus des Präventionsbuchs steht ebenfalls die Vermittlung von Kinderrechten gemäß der UN-Kinderrechtskonvention. Dabei werden Situationen behandelt, wie zum Beispiel die Ansprache und das Fotografiertwerden durch Fremde oder auch Verhaltenshinweise zur Prävention von Gewalt und ungewünschten körperlichen Berührungen.

Die Generalsekretärin des Diplomatic Council mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen, Thi Thai Hang Nguyen, die selbst als Flüchtlingskind aus dem Vietnamkrieg nach Deutschland gekommen ist, betonte die besondere Bedeutung der UN-Kinderrechtskonvention. „Es gilt Brücken zu bauen zwischen den abstrakten Erklärungen der UN-Kinderrechtskonvention und der täglichen Lebenssituation der Kinder. ‚Ankommen – So geht Deutschland‘ ist als Brücke zu verstehen, als Hilfe, als ‚Starkmacher‘ für die in Deutschland ankommenden Flüchtlingskinder in einer für sie völlig neuen Umgebung, im Grunde in einem völlig neuen Leben.“
Auch Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe und langjähriger Bündnispartner von WhiteIT, begrüßte das vorgestellte Buch als gelungenen Beitrag zur Aufklärung, Prävention, zum Schutz und zur bestmöglichen Integration von geflüchteten Kindern in Deutschland. Im Hinblick auf die Aufnahmesituation, bestehenden Schutzlücken und Verstößen gegen die Rechte der Kinder, forderte er „einen sensiblen Umgang mit Kindern und Familien mit Fluchterfahrung, kinderfreundliche Räume in den Einrichtungen, insbesondere den Schutz vor sexualisierter Gewalt, kindgerechte Verfahren und einen effektiveren Zugang zum Rechtssystem.“

Das Buch, das von Willkommenskultur geprägt ist, richtet sich an arabisch- und deutschsprachige Kinder vorzugsweise im Grundschulalter, die erfahren möchten, wie sich das Ankommen in Deutschland gestaltet. Die Verteilung wird in Niedersachsen starten und dann bundesweit erfolgen. Dr. Ralf Selbach, Vorstandsvorsiteznder des Deutschen Roten Kreuzes Landesverband Niedersachsen, begrüßte die Idee des Buches und sagte seine Unterstützung bei der Verteilung sofort zu. „Wir werden auf unsere 46 DRK-Kreisverbände zugehen und sie bitten, das Buch über ihre Einrichtungen und Dienste zu verteilen und mit ihm zu arbeiten. Darüber hinaus werden wir auch die anderen Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände über das Buch informieren und sie ebenfalls bitten, sich an der Verbreitung des Buches zu beteiligen. Das gleiche Verfahren ist mit den anderen DRK-Landesverbänden vorbesprochen.“

Da eine bundesweite Verbreitung vorgesehen ist, wird das Buch in Kürze auch für andere Bundesländer publiziert. Über die Bezugsmöglichkeiten werden wir Sie informieren, sobald sie uns vorliegen.

Quelle:Pressemitteilung White IT, 05.08.2016

Statement Dr. Joß Steinke - ein Beitrag zur Bekämpfung von Kinderarmut

Liebe Leserinnen und Leser,

das DRK versteht Armut als eine gesellschaftliche Benachteiligung. Die Fragen der Messung und der Validität von Indikatoren und Analysen sind komplex. Dass sich darüber trefflich streiten lässt, das wissen wir. Auch aus den Reihen der Verbände werden immer wieder interessante Debattenbeiträge hierzu geliefert. Uns geht es darum, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Es gibt Menschen, die abgehängt sind. Und Kinder, die weniger Chancen haben als andere. Das hat gewiss nicht nur etwas mit Geld und Einkommen zu tun, sondern geht weit darüber hinaus. Die Tatsache, dass es diese Kinder und jungen Menschen in unserer Mitte gibt, geht uns alle an. Denn Armut und das Gefühl, nicht zur Gesellschaft dazu zu gehören, erzeugt eine Grund-Unzufriedenheit, ein Misstrauen gegenüber all jenen, denen es besser geht. Armut lässt Menschen an der Gerechtigkeit unseres politischen Systems zweifeln und führt im schlimmsten Fall zu einer Abwendung von unserer demokratischen Grundordnung. Es geht also um die Zukunft unserer Gesellschaft und unseres Staates.(...)

Das komplette Statement von Dr. Joß Steinke, Bereichsleiter Jugend- und Wohlfahrtspflege im DRK-Generalsekretariat e.V. finden Sie auf der DRK Wohlfahrtswebsite.

 

 

Beirat zum Bundesprogramm "Lernort Praxis" legt Impulspapier vor

Die Kindertageseinrichtung ist ein Lernort, nicht nur für Kinder und Eltern, auch für angehende und bereits langjährige Fachkräfte. Die Kita bietet ein Feld gelerntes Wissen umzusetzen und im Dialog mit anderen Fachkräften und der Ausbildungsstätte dazu zu lernen. Ein Miteinander der verschiedenen Lern- und Ausbildungsorte trägt zu einer Qualitätsentwicklung aller bei, insbesondere aber der Passgenauigkeit der Ansprüche von Ausbildungsort und Praxisort. Genau das wurde vom Bundesprogramm "Lernort Praxis" in den letzten drei Jahren unterstützt.

Von August 2013 an wurden in einer Pilotphase bis zum 31.07.2016 insgesamt 76 Projekte (davon 2 DRK-Standorte) in sieben Bundesländern mit einer Projektlaufzeit von drei Jahren gefördert. Für diese Pilotphase stellte der Bund insgesamt acht Millionen Euro zur Verfügung. Damit wurde ein weiterer Beitrag zur Qualifizierung und Gewinnung von Fachpersonal sowie zur Stärkung der Qualität der Kindertagesbetreuung geleistet. An der Umsetzung der Pilotphase beteiligten sich die Bundesländer Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. 

Begleitend zur Programmumsetzung wurde ein Fachbeirat ins Leben gerufen, in dem ich als Referenting das DRK vertreten habe. Im Fachbeirat waren unter anderem Projektberichte, Umsetzungfragen und die Erarbeitung des proframmbegleitenden Curriculums Thema. Ein modulares, kompetenzorientiertes Curriculum für Praxismentorinnen und -mentoren auf Basis der Erfahrungen in den Projekten und der Ergebnisse der formativen Evaluation wurde entwickelt und erprobt. Das Curriculum soll als Weiterbildungsangebot konzipiert sein und Qualitätsstandards für die Praxisanleitung in Kindertageseinrichtungen setzen. Es soll Ende 2016 auf der Website www.fruehe-chancen.de veröffentlicht werden.

In seiner letzten Sitzung, Ende Juni 2016, hat der Fachbeirat zudem ein Impulspapier zu den Gelingensbedingungen für die Entwicklung von Kindertageseinrichtungen zu qualifizierten Ausbildungsorten beschlossen, welches in Kürze auf der Website ebenfalls veröffentlicht wird.

 Fördermittel und Ausschreibungen

Leseclubs- mit Freu(n)den lesen

Jetzt für einen von 25 neuen Leseclubs bewerben!
Die Stiftung Lesen unterstützt im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bis Ende 2017 275 Leseclubs in ganz Deutschland. In den Leseclubs werden bereits über 7.000 Kinder regelmäßig erreicht, viele davon aus bildungsbenachteiligten Verhältnissen.
Leseclubs sind außerunter­richtliche Lernumgebungen, in denen sich Kinder und Jugendliche regelmäßig treffen, um gemeinsam zu lesen, zu spielen und mit verschiedenen Medien kreativ zu sein. Sie richten sich an Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. Die Stiftung Lesen unterstützt die Leseclubs mit Ausstattungsgegenständen sowie Weiterbildungen und Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Betreuer. Interessierte Einrichtungen wie z. B. Offene Ganztagsschulen, Bibliotheken, Jugendzentren und Mehrgenerationenhäuser können weiterhin sich um die Einrichtung eines Leseclubs bewerben.
Die Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen finden Sie hier: www.leseclubs.de/informationen-fuer-leseclubs/

Leseclubs gibt es natürlich auch schon beim DRK, wie zum Beispiel hier im Familienzentrum Danneberg im DRK Kreisverband Lüchow-Danneberg e.V. (evt. Bericht einfügen)

 Veranstaltungen

Qualität: Viele Wege, ein Ziel? Internationale Steuerungs- und Sicherungsansätze aus dem frühkindlichen Bereich

ICEC-Tagung, 10./11. November 2016, Hotel Aquino, Berlin

Die Qualitätssteuerung und -sicherung in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) beschäftigt die deutsche Fachdebatte bereits seit den 1990er Jahren und hat spätestens mit dem U3-Ausbau wieder an Bedeutung gewonnen. In anderen Ländern wurden in den letzten Jahren bereits auf unterschiedliche Weise Steuerungsansätze und Verfahren zur Qualitätsentwicklung und -sicherung auf den Weg gebracht. Gleichzeitig ist eine Zunahme von länderübergreifenden Bestrebungen in internationalen Zusammenschlüssen und Organisationen festzustellen, die darauf abzielen, das Thema „Qualität“ in der FBBE weiter voran zu bringen und nachhaltig zu sichern.

Das Internationale Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (ICEC) am Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) laden Sie herzlich dazu ein, verschiedene Möglichkeiten der Qualitätssteuerung und -sicherung im frühkindlichen Bereich gemeinsam in den Blick zu nehmen. Dabei sollen u.a. folgende Fragen diskutiert werden:

- Welche unterschiedlichen Perspektiven und Konzepte sind mit dem Begriff der Qualität verbunden?
- Wie kann Qualität in der FBBE entwickelt und gesichert werden?
- Wie können die aus der Qualitätsbeobachtung gewonnenen Daten nutzbar gemacht werden?
- Welcher nachhaltiger Steuerungsansätze und Feststellungsverfahren bedarf es?
- Wie kann die Einbindung von Akteurinnen und Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen gestaltet werden?

Die Arbeitssprachen der Tagung sind Deutsch und Englisch. Die Beiträge werden simultan übersetzt. Interessierte an einer internationalen Perspektive auf das Thema können sich hier anmelden. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist auf 150 begrenzt.

 Fachpolitisch Aktuelles

Zahl der Kinder unter 3 Jahren in Kindertages­betreuung auf 721 000 gestiegen

Zum 1. März 2016 wurden 721 000 Kinder unter 3 Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren dies 26 000 Kinder beziehungsweise 3,7 % mehr als im Vorjahr. Der Anstieg fiel damit weniger stark aus als im Vorjahr (2015: + 32 500 beziehungsweise + 4,9 %). 

Seit dem 1. August 2013 gibt es für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen bundesweiten Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. Bei den hier veröffentlichten Daten wird die Inanspruchnahme der Kindertagesbetreuung gemessen. Dabei werden nur tatsächlich betreute Kinder berücksichtigt. 

In Bremen (+ 7,0 %) nahm die Anzahl der betreuten Kleinkinder gegenüber dem Vorjahr am stärksten zu, in Sachsen-Anhalt (+ 1,7 %) war der Zuwachs am geringsten. Dabei ist zu beachten, dass in den ostdeutschen Flächenländern bereits hohe Betreuungszahlen erreicht wurden. Die Steigerungen fallen dort dementsprechend nur noch gering aus. 

Die Mehrzahl der Eltern von Kindern unter 3 Jahren nutzten die Tagesbetreuung in Einrichtungen (85,1 %). Mit einem Anteil von bundesweit 14,9 % spielte die Kindertagespflege bei einer Tagespflegemutter oder einem -vater nach wie vor eine deutlich geringere Rolle. 

Im März 2016 gab es bundesweit 54 823 Einrichtungen sowie 43 489 Tagespflegemütter und -väter. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Kindertageseinrichtungen (+ 0,5 %) geringfügig an, während die Zahl der Kindertagespflegepersonen um 1,4 % abnahm.

Die komplette Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes finden Sie hier.

OECD Studien zur Kinderbetreuung

Im vergangen Jahr war die Debatte heiß um die Beteiligung deutschlands an der geplanten OECD-Studie zur Erhebung kindlicher Fähigkeiten (Child Well-beeing an Early Learning Study) von Kindern im Alter zwischen 4,5 und 5,5, Jahren. Im Oktober 2015 fanden zwei Workshops mit der Beteiligung verschiedener Expert*innen statt und eine Vielzahl von Verbänden (u.a. auch das DRK im Rahmen der BAGFW) schrieb fachliche Stellungnahmen und Briefe an die Ministerin, um von einer Beteiligung abzusehen. Einer der wesentlichen Kritikpunkte war unter anderem das Studiendesign, welches die Testung bzw. Messung der kindlichen Fähigkeiten in einem bewertenden Vergleich erheben will. "Aus unserer Sicht ist so nicht (mehr) das einzelne Kind und seine individuelle Entwicklung orientierungsleitend für die Ausgestaltung der FBBE. Vielmehr werden die kindlichen Bildungs- und Entwicklungsprozesse de-kontextualisiert, d. h. im Kern ihrer Einbettung in einen konkreten sozio-kulturellen Gesellschaftszusammenhang beraubt. Denn die Ziele kindlicher Entwicklung werden damit durch Normwerte für Kompetenzen universalisiert, also zum allgemeingültigen Maßstab gemacht da sie Bezugspunkt für alle teilnehmenden Länder sind. Die Orientierungsmaßstäbe für die Entwicklung und Bildung des einzelnen Kindes liegen damit außerhalb von ihm selbst sowie seiner Lebenswelten." (aus der Stellungnahme des pfv gemeinsam mit vier weiteren Organisationen)

Nunmehr hat uns das BMFSFJ offiziell informiert, dass es sich gegen eine Beteiligung Deutschlands an der Studie entschieden hat.


Gleichzeitig hat sich das BMFSFJ aber für eine Beteiligung Deutschlands an der OECD Studie zu Fachkräften im frühkindlichen Bereich (Starting Strong Survex) entschieden. Ziel dieser Studie ist es, länderübergreifend Informationen zur Personalorganisation und -zusammensetzung, zur Aus- und weiterbildung, zur beruflichen Praxis und zu Orientierungen, aktuellen Herausforderungen sowie Arbeitsbedingungen und -zufriedenheit von Fachkräften im frühkindlichen Bereich zu erhalten. Befragt werden Fachkräfte, die mit drei- bis sechsjährigen Kindern arbeiten (Hauptstudie). In Deutschland wird die Studie darüber hinaus um die Fachkräfte erweitert, die mit der Altersgruppe der null- bis dreijährigen Kindern arbeiten (Ergänzungsstudie).

Neben Deutschland beteiligen sich 12 weitere Länder innerhalb und außerhalb des OECD Raums an der Hauptstudie sowie drei weitere OECD Länder an der Ergänzungsstudie. Fachkräfte und Leitungskräfte erhalten einen seperaten Fragebogen, der sowohl in Papierform als auch elektronisch ausgefüllt werden kann. Die pilotierung der Studie findet Ende 2016 statt (Gruppendiskussione), die Feldphase wird 2017 mit Fachkräften und Leitungen von 30 Einrichtungen durchgeführt. Die Haupterhebung ist für 2018 geplant und die Ergebnisse sollen 2019 vorliegen.

Mit der Durchführung der Erhebung in Deutschland wurde das Internationale Zentrum ICEC am Deutschen Jugendinstitut (DJI) beauftragt. Über den weiteren Fortgang werden wir Sie regelmäßig in diesem Newsletter informieren.

So sehen wir das! Meinungen von Kindern und Jugendlichen im LBS Kinderbarometer 2016

So sehen Kinder die Welt...das LBS Kinderbarometer befindet sich in seinem fünften bundesweitern Erhebungszyklus- Befragt werden regelmäßig über 10.000 Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren (Klasse 4 bis 7 aller Schulformen) nach ihrer Meinung. Themen des aktuellen Kinderbarometers 2016 sind:

  • Wohlbefinden
  • Selbstbild und Freizeit
  • Zukunftsvorstellungen
  • Familie/Eltern
  • Leistungsdruck, Unterstützung und Nchmittagsangebote inder Schule
  • Mediennutzung
  • Europa
  • Mitbestimmung

Ergebnissblitzlicht...

Das Wohlbefinden von Kindern in Deutschland ist allgemein positiv und über die verschiedenen Erhebungszeitpunkte des Kinderbarometers stabil geblieben. allerdings bleibt auch der Kinder, die sich nicht wohlfühlen auf einem unverändertem Niveau. Jedes achte Kind in Deutschland fühlt sich in der Schule nicht wohl. Besonders wohl fühlen sich die Kinder bei ihren Freunden.
Fast jedes Kind in Deutschland weiß, dass Deuschland ein Teil von Europa ist und mehr als die Hälfte der Kinder finden es gut, dass die Länder in Europa zusammenarbeiten. Kinder interessieren sich für das Lernen von Fremdsprachen und das Reisen in andere Länder (unabhängig ihrer Herkunft). An anderen Ländern interessiert die Kinder in Deutschland insbesondere, ob Kinder dort ihre Meinungen frei äußern dürfen und ob diese dort auch ernst genommen werden. Daneben ist Kindern auch wichtig zu wissen, ob in anderen Ländern Krieg herrscht.
Knapp ein Drittel der Kinder in Deuschland möchte sich gerne an der Politik in Europa beteiligen. Weit mehr interessieren sich zudem für die Mitbetimmung und Entscheidungen auf kommunaler Ebene. die Befunde weisen darauf hin, dass Kinder entweder ein generelles Interesse an Partizipation haben - unabhängig davon, ob diese auf lokaler oder europaweiter Ebene erfolgt - oder wenig daran interessiert sind.
Knapp jedes zweite Kind in Deutschland glaubt, dass die Meinungen von Kindern in der eigenene Stadt bzw. Gemeinde erst genommen werden. Das ist im vergleich zu früheren Erhebungen ein deutlicher Anstieg.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Kinder, die glauben, dass Kindermeinungen ernst genommen werden, sich im Allgemeinen sowie in nahezu allen betrachteten Lebensbereichen wohler fühlen.

Das LBS Kinderbarometer können Sie hier downloaden.

Quelle: Exzerpt aus "So sehen Kinder die Welt - das LBS Kinderbarometer", KJug, 61. K`Jg, S.119 (2016), Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V.

Bundesprogramm KitaPlus - Förderung in Rostock gestartet

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, hat am 3. August in Rostock persönlich einen Förderbescheid für die Kita "Humperdinckstraße" überreicht: Die Kita erweitert ihre Betreuungszeiten mit Unterstützung des Bundesprogramms "KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist".

"Wir fördern Kindertageseinrichtungen sowie Tagesmütter und -väter, die ihre Betreuungszeiten an die Lebensrealitäten der Eltern anpassen. Fakt ist, viele Eltern arbeiten zu Randzeiten, also bereits vor 8 oder nach 16 Uhr, an Feiertagen, Wochenenden oder auch im Schichtdienst", sagte Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek. "Sie dabei zu unterstützen, ihren Beruf und das Familienleben besser in Einklang zu bringen und ihre Kinder zu jeder Zeit gut betreut zu wissen, hilft nicht nur den Eltern selbst. Davon profitieren auch die Arbeitgeber. Kitas mit flexiblen Betreuungsangeboten sichern den Unternehmen die Fachkräfte und den Müttern und Vätern die Erwerbstätigkeit."

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Neben einem abgestimmten pädagogischen Betreuungskonzept der Kitas sind auch die Beratung und Begleitung der Eltern sowie die Kooperationen mit öffentlichen Stellen wie der Agentur für Arbeit, dem Jugendamt oder auch Arbeitgebern wesentlich. So arbeitet die Kita "Humperdinckstraße" eng mit der örtlichen Polizeidirektion und dem Universitätskrankenhaus zusammen. Durch die Erweiterung der Betreuungszeiten auf ein flexibles Angebot rund um die Uhr ist es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Polizei und Krankenhaus möglich, ihren Beruf auszuüben und ihre Freizeit und Familienzeit mit ihren Kindern zu genießen.

"Unser KitaPlus-Angebot richtet sich an alle Eltern, die wegen ihrer Arbeitszeiten vor besonderen Herausforderungen stehen. Das gilt auch für Alleinerziehende, die ihrem Beruf, etwa in der Pflege oder in der Gastronomie, nicht nachgehen können, weil eine Betreuung ihrer Kinder in den Randzeiten nicht möglich ist", so Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek.

Für die Förderung von passgenauen und qualitativ hochwertigen Betreuungsangeboten stellt das Bundesfamilienministerium von 2016 bis einschließlich 2018 bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Bundesweit haben bereits rund 100 Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen begonnen, ihre Öffnungszeiten im Rahmen des Bundesprogramms "KitaPlus" bedarfsorientiert zu erweitern. Ziel ist es, in diesem Jahr insgesamt 300 Kitas bundesweit zu fördern.

Quelle: PM BMFSFJ, 03.08.2016

2. Auflage "So registrieren Sie Ihr neugeborenes Kind – Informationen für Geflüchtete" jetzt online

Die Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte hat jetzt das Infoblatt "So registrieren Sie Ihr neugeborenes Kind – Informationen für Geflüchtete" in 2. Auflage veröffentlicht. Das Infoblatt wurde nach Gesprächen mit dem Berliner Senat angepasst und für die Praxis in Berliner Standesämtern optimiert. Es zeigt nun einen geeigneten Weg zur Registrierung auf.

Zielgruppen sind geflüchtete Frauen oder Eltern, die eine Berliner Geburtsklinik aufsuchen, aber auch an Geburt, Vorsorge und Registrierung beteiligte Fachkräfte, auch in den Standesämtern. Das Infoblatt erscheint auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi. Die Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention hat die Informationen gemeinsam mit dem Berliner Hebammenverband und der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. entwickelt und stellt sie Kliniken, Vorsorgeeinrichtungen sowie Standesämtern zur Auslage zur Verfügung.

Pucken: Kinder- und Jugendärzte raten davon ab

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte spricht sich schon seit Längerem gegen das Pucken aus. Nun warnen auch australische und amerikanische Forscher davor. Denn das Pucken des Babys führt ihren Studienergebnissen zufolge zu einem um 60 Prozent erhöhten Risiko für den plötzlichen Kindstod.

„Pucken ist eine besondere Wickeltechnik, bei der Säuglinge eng in ein Tuch ‚bandagiert‘ werden, sodass ihre Bewegungen eingeschränkt sind. Der Kopf ist sichtbar, aber die Arme befinden sich in der Regel im Tuch. Diese Methode soll beruhigend wirken. Doch neben dem erhöhten SIDS-Risiko (Sudden Infant Death Syndrome) besteht die Gefahr, dass Nerven abgeklemmt werden und Hüftfehlstellungen gefördert werden“, erklärt Dr. Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), in einer Pressemeldung vom 5.7.2016.

Das internationale Expertenteam analysierte vier zu diesem Thema veröffentlichte Forschungsarbeiten. Diese umfassten zwei Jahrzehnte und enthielten Daten aus England, Tasmanien in Australien sowie aus Chicago. Wenn Babys mit etwa vier Monaten beginnen, sich um die eigene Achse zu drehen und umherzurollen, wird die Situation der Auswertung in „Pediatrics“ zufolge noch kritischer. Auf dem Bauch schlafend und gepuckt steigert sich das SIDS-Risiko sogar um das 13-fache. Dr. Kahl ergänzt: „Insbesondere bei zunehmend warmen Temperaturen kann gepuckten Babys zu heiß werden, sodass sie einen Hitzschlag erleiden können.“

Quelle:Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V., 5.7.2016

 Tipps und Links

Plakate zur gesunden Entwicklung des Kindes

Leicht verständlich und übersichtlich – das ist das Motto von acht neuen Plakaten, mit denen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die gesunde Entwicklung von Kindern unterstützen möchte.

Die großformatigen farbigen Plakate eignen sich für alle Einrichtungen, die sich um Babys, Kleinkinder und ihre Eltern kümmern, wie ärztliche Praxen, Familienzentren, Hebammenpraxen oder Kitas. Sie geben Eltern anschauliche Hinweise im Umgang mit dem Baby und zeigen wichtige Aspekte und Stationen der kindlichen Entwicklung von Geburt an. Die Plakate können hier bestellt oder heruntergeladen werden.

Die Plakate behandeln die Themen:

  • Stillpositionen für ein gutes Gelingen
    Die richtigen Stillpositionen als Grundlage für erfolgreiches Stillen – verständlich dargestellt mit den wichtigsten Infos.

  • Schlafempfehlungen für das Baby
    Wie schläft das Baby gesund und sicher? Die wichtigsten Empfehlungen für das erste Lebensjahr – und was möglichst zu vermeiden ist.

  • Das Baby richtig hochnehmen und hinlegen
    Wie Sie das Baby richtig und sicher hochnehmen und wieder hinlegen – das Plakat zeigt die wichtigsten Handgriffe.

  • Das Baby richtig tragen und halten
    Wie Sie das Baby richtig und sicher tragen und halten – und dabei das Miteinander genießen.

  • Greifentwicklung 0–12 Monate
    Wie lernt ein Baby zu greifen, und wann kann es etwas festhalten? Ein Überblick über wichtige Etappen in der Greifentwicklung.

  • Entwicklung der Beweglichkeit und Körpermotorik
    Die Entwicklung der Motorik bei Baby und Kleinkind – die wichtigsten Etappen im Überblick.

  • Entwicklung der Hand- und Fingerfertigkeiten von Kindern
    Wie entwickeln Kinder ihre Hand- und Fingerfertigkeiten? Das Plakat zeigt wichtige Stufen der Entwicklung.

  • Sonnenschutz für Kinder
    So schützen Sie das Kind wirkungsvoll vor der Sonne. Die wichtigsten Maßnahmen und Hinweise im Überblick.

Broschüre der Liga für das Kind „Orientierungen für Eltern Frühe Tagesbetreuung“ neu erschienen

Die Broschüre „Orientierungen für Eltern. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihr Kind in eine Krippe, Kita oder Kindertagespflegestelle geben“ wurde inhaltlich überarbeitet und ist nun neu erschienen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Übergang in Tagesbetreuung? Wie viele Stunden täglicher Betreuung sind angemessen? Woran kann ich eine gute Qualität erkennen? Beeinträchtigt frühe Tagesbetreuung die Bindung des Kindes an mich als Mutter oder Vater? Welche Bildungs- und Förderangebote kann ich erwarten? Inwiefern profitiert mein Kind vom Zusammensein mit anderen Kindern? Wann ist es überfordert? Mache ich etwas falsch, wenn ich mich gegen frühe Tagesbetreuung entscheide? Wie sollte eine gute Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Erzieherinnen und Erziehern bzw. Tagespflegepersonen aussehen? Was tun, wenn mein Kind nicht zurechtkommt?
In der Broschüre bekommen Eltern Orientierungen, wie der Übergang in frühe Tagesbetreuung im besten Interesse des Kindes gelingen kann.
Die Broschüre wurde von der Deutschen Liga für das Kind herausgegeben und kann in gedruckter Form bestellt werden unter www.fruehe-kindheit-online.de
Auf der Website www.fruehe-tagesbetreuung.de ist ein kostenloser Download möglich.

NEST-Material für Fachkräfte zur Unterstützung ihrer Arbeit mit Familien

Das NEST-Material wurde speziell für die Arbeit der Fachkräfte in den Frühen Hilfen mit den Familien entwickelt. Es besteht zum einen aus Arbeitsblättern, die die Fachkräfte mit den Familien bearbeiten und die bei den Familien verbleiben. Zum anderen aus Hintergrundinformationen, die den Fachkräften den Einsatz des Materials erleichtern.

Der Begriff NEST steht für eine Umgebung, in der Kinder gesund, geborgen und sicher aufwachsen können. Das NEST-Material dient dem präventiven Ansatz der Frühen Hilfen. Mit ihm können Fachkräfte Familien darin unterstützen, ihren Kindern eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.
NEST deckt ein breites Spektrum an Themen der Frühen Hilfen ab, die für Familien von der Schwangerschaft bis zum Ende des zweiten Lebensjahres wichtig sind. Die Inhalte sind speziell auf bildungsferne Familien zugeschnitten. Texte, Grafiken und Papier entsprechen den Regeln der Leichten Sprache. Alle Arbeitsblätter für Familien sind von Expertinnen und Experten für Leichte Sprache geprüft worden. Dies sind speziell geschulte Fachkräfte sowie Nutzerinnen und Nutzer, die auf die Leichte Sprache angewiesen sind. Insesondere dieses Material nutzen Fachkräfte bereits für die Arbeit mit Geflüchteten Familien. Die Leichte Sprache ist im Vergleich zu anderen Informationen in deutscher Sprache besser verständlich. Die vielen Abbildungen helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Informationen zur Arbeit mit NEST in Familien, die nach Deutschland geflüchtet sind, finden Sie hier in Form von Fragen und Antworten zusammengestellt.

NEU: NEST Erweiterungsset erschienen

Mit dem Erweiterungsset kommen 54 neue Arbeitsblätter zum NEST-Ordner hinzu – damit begleiten sie das Elternwerden jetzt auch im dritten Lebensjahr des Kindes. Das Erweiterungsset umfasst auch die aktualisierten Versionen zum Austauschen. Ein Poster bietet eine Übersicht über nun insgesamt 265 Arbeitsblätter.

Vegetarische oder vegane Ernährung für Kleinkinder?

Immer mehr Menschen in Deutschland verzichten teilweise oder vollständig auf tierische Lebensmittel. Viele Eltern möchten auch beim Familienessen weniger Fleisch auf den Tisch bringen. Kann eine vegetarische Ernährung bei Kleinkindern den Nährstoffbedarf decken? Und ist eine vegane Ernährung für Kleinkinder empfehlenswert?

In der Reihe „Nachgefragt“ beschäftigt sich das Netzwerk Gesund ins Leben mit vegetarischer und veganer Ernährung von Kleinkindern. Eltern können ihr Kind vegetarisch (also ohne Fleisch und Fisch) ernähren, wenn es Milch, Milchprodukte und Eier bekommt und die Ernährung ausgewogen und abwechslungsreich ist. Die Versorgung mit einigen Nährstoffen wie Eisen und Zink sollten Eltern im Blick behalten. Eine vegane Ernährung – ganz ohne tierische Lebensmittel – ist für Kleinkinder nicht geeignet. Einige wichtige Nährstoffe aus tierischen Lebensmitteln sind nur schwer zu ersetzen. Das kann zu einem Mangel und später zu schweren Schäden beim Kind führen. Entscheiden sich Eltern trotz der Risiken für eine rein pflanzliche Ernährung für ihr Kind, sind regelmäßige medizinische Kontrollen und Supplemente erforderlich, weil die Gefahr für einen Nährstoffmangel groß ist.

Bei einer vegetarischen Ernährung Abwechslung bieten und Lebensmittel clever kombinieren. Eine ovo-lakto-vegetarische Ernährung kann als Dauerkost empfohlen werden, wenn sie ausgewogen und abwechslungsreich ist. Wenn Kleinkinder kein Fleisch und keinen Fisch essen, können andere Lebensmittel benötigte Nährstoffe liefern. Bei der Lebensmittelauswahl gibt die aid-Ernährungspyramide Orientierung. Fleisch und Fisch können durch Eier, Hülsenfrüchte (Soja/Tofu), fettarme Milchprodukte, Vollkorn-Getreideprodukte oder gemahlene Nüsse ersetzt werden. Die Versorgung mit Eisen, Eiweiß, Zink, Calcium, Vitamin B12, Vitamin D sowie langkettigen Omega-3-Fettsäuren verdient bei einer vegetarischen Ernährung besondere Aufmerksamkeit.

Eine vegane Ernährung ist für Kleinkinder nicht empfehlenswert, weil sie mit deutlichen Risiken verbunden ist. Generell gilt: Je einseitiger die Ernährung und je jünger das Kind, desto größer ist das Risiko für einen Nährstoffmangel. Ohne tierische Lebensmittel kann der Vitamin B12-Bedarf nicht über die Ernährung gedeckt werden. Auch die Zufuhr von Eiweiß, langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen und den Vitaminen D und B2 kann kritisch sein. Durch eine Unterversorgung kann es zu Gedeihstörungen kommen, welche die Gesundheit und Entwicklung des Kindes gefährden.

Eine vegane Ernährung ist für Kleinkinder deshalb ungeeignet. Wollen Eltern ihr Kind dennoch vegan ernähren, müssen sie vor allem auf die Versorgung mit Vitamin B12 achten und sie mit Supplementen sicherstellen. Zusätzlich empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, die Nährstoffversorgung des Kindes regelmäßig ärztlich überprüfen zu lassen und eine qualifizierte Ernährungsberatung zur Sicherstellung einer möglichst ausgewogenen Ernährung zu nutzen.

Empfehlung des Netzwerks Gesund ins Leben:

Vegetarische Ernährung bei Kleinkindern
Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung, die Milch/-produkte und Eier beinhaltet (ovo-lakto-vegetarische Ernährung), ist bei Kleinkindern möglich.
Auf eine ausreichende Versorgung mit Eisen und Zink ist zu achten

Vegane Ernährung bei Kleinkindern
Von einer rein veganen Ernährung ist abzuraten.
Entscheiden sich die Eltern dennoch für eine vegane Ernährung ihres Kindes, sind immer eine spezielle medizinische Beratung und die Supplementierung von Nährstoffen erforderlich, weil das Risiko für einen Nährstoffmangel groß ist.

Für Beratung und Begleitung junger Familien bietet Ihnen das Netzwerk Gesund ins Leben Flyer, Poster, Aufkleber, Präsentationsmappen und mehr. Alle Materialien basieren auf den bundesweit einheitlichen, verständlichen und leicht umsetzbaren Empfehlungen, die das Netzwerk mit den führenden Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden der Bereiche Ernährung, Bewegung und Allergieprävention erarbeitet hat. Ebenfalls gibt es eine Datenbank von Referent*innen, für alle die eine Fortbildung zu einem der Themen organisieren möchten.

Quelle: Nachrichten des Portals Kindergesundheit-info.de, 20.06.2016

Trinken in der Kita

Ausreichendes Trinken gehört zu einer vollwertigen Verpflegung. Gerade bei Sommerhitze, wenn der Flüssigkeitsbedarf steigt, ist eine entsprechende Flüssigkeitszufuhr notwendig. Wichtig ist, nicht nur zu jeder Mahlzeit ein Getränk anzubieten. Vielmehr sollten Getränke jederzeit frei zur Verfügung stehen. So kann auch zwischendurch getrunken werden. Am besten eignen sich Trink- oder Mineralwasser sowie ungesüßte Früchte-, Kräuter- oder Rotbuschtees.

Warum ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gerade für Kinder so wichtig?

Wasser hat für unseren Körper viele wichtige Funktionen. Es dient z.B. als Lösungs- und Transportmittel von Sauerstoff und Nährstoffen im Blut und ist wichtig für die Wärmeregulation im Körper. Gerade für Kinder, die einen höheren Wassergehalt haben als Erwachsene, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr lebensnotwendig. Beim Erwachsenen besteht der Körper zu 50-60% aus Wasser, bei Säuglingen hingegen sind es sogar 70%.

Bei Spiel und Sport sind Kinder aktiv und benötigen daher ausreichend Flüssigkeit. Gerade im Sommer, wenn die Wasserverluste durch die warmen Temperaturen und das damit bedingte Schwitzen zusätzlich steigen, ist eine ausgewogene Flüssigkeitsbilanz von besonderer Bedeutung. Um die Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, müssen Kinder – und natürlich auch Erwachsene – in dem Maße Wasser aufnehmen, wie ihr Körper es verliert. Der Flüssigkeitsbedarf steigt aber nicht nur beim intensiven Spielen und durch Schwitzen generell, sondern auch bei Durchfall und Fieber, sowie in stark beheizten oder klimatisierten Räumen.

Wie viel sollten Kleinkinder und Kinder trinken?

Der größte Teil der Wasseraufnahme erfolgt direkt über Getränke. Kinder im Alter von 1 bis unter 4 Jahren sollten rund 800 ml pro Tag und im Alter von 4 bis unter 7 Jahre rund 900 ml pro Tag durch Getränke aufnehmen. Auch über feste Nahrung (z.B. Obst, Gemüse, Eintopf, Joghurt) wird Flüssigkeit aufgenommen. Dies sollte bei Kleinkindern 350 und bei Kindern bis unter 7 Jahre rund 500 ml betragen.

Möglichst keine oder wenige Kalorien trinken

Getränke für Kinder sollten nach Möglichkeit kalorienfrei sein, also keinen Zucker enthalten. Trinkwasser aus der Leitung ist das beste, am strengsten kontrollierte Lebensmittel und seine Qualität ist überall in Deutschland hoch. Fruchtsaftgetränke und Nektare enthalten Zucker und sind nicht zum Durstlöschen geeignet. Das gleiche gilt für Limonaden. Milch ist ein wichtiger Bestandteil der Kinderernährung. Aufgrund des Energiegehaltes (Kalorien) sollte Milch aber nicht als Durstlöscher genutzt werden. Von reinen Fruchtsäften rät Libuda ebenfalls eher ab, sie enthalten je nach Frucht bis zu zehn Prozent fruchteigenen Zucker. „Ab und zu können Fruchtsäfte als Schorlen getrunken werden: Verdünnen Sie dazu einen Anteil Saft mit mindestens zwei Teilen Wasser.“

Viele unserer Kinder mögen kein Wasser pur – was nun? 

Falls ein Kind lieber Sprudel trinkt, kann Trinkwasser mit einem Sprudelgerät mit Kohlensäure versetzt werden. Das spart Kisten schleppen, den Transport und es ist immer verfügbar und ökoligischer. Oder variieren Sie und bieten den Kindern ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees an. Auch frische Himbeeren oder Minzblätter kommen bei den Kindern gut an und machen aus schlichtem Wasser einen bunten Drink.

Achtung: Durst tritt erst bei einem Flüssigkeitsdefizit von 0,5 bis 1 Prozent des Körpergewichts ein. Daher sollte in jedem Fall getrunken werden, bevor der Durst kommt!

Tipps:

  • Bieten Sie zu jeder Mahlzeit ein Getränk an.
  • Stellen Sie Wasser und/ oder ungesüßten Früchte-/ Kräuter- oder Rotbuschtee zur freien Verfügung.
  • Machen Sie Getränke interessant: Sie können durch verschiedene Tees und bunte Gläser Farbe ins Spiel bringen. Strohhalm oder Zitronenscheiben können die Getränke ebenfalls „aufpeppen“.
  • Als Erwachsener sollten wir Vorbild sein und ebenfalls ausreichend und regelmäßig trinken.
  • Bieten Sie Trinkmuffeln öfter kleine Trinkportionen an.
  • Nutzen Sie den Spieltrieb der Kinder: Überlegen Sie sich im Team Trinkspiele und bauen Sie diese im Kita-Alltag mit ein.

Quellen: FIT KID - die gesunde Essen Aktion in Kitas und Forum Trinkwasser.

 

 

Zähneputzen von Anfang an: Empfehlungen der DAJ zur Prävention frühkindlicher Karies

Babys Zähne sollten strahlen, das tun sie jedoch nicht immer: Ein Teil der Kleinkinder ist an frühkindlicher Karies und dabei häufig an einer besonders schweren Form, der sogenannten Nuckelflaschenkaries, erkrankt. Diese zerstört insbesondere die Frontzähne bereits unmittelbar nach dem Durchbruch, verursacht Entzündungen und Abszesse, ist schmerzhaft und stigmatisierend für das Kind. Frühkindliche Karies beeinträchtigt Kinder in ihrer gesunden Entwicklung also massiv. Durch eine zahngesunde Ernährung und regelmäßige Mundhygiene vom ersten Milchzahn an ist sie vermeidbar. Dass immer mehr Kleinkinder von Anfang an in Kitas und Tagespflege betreut werden, eröffnet eine Chance früher Prävention: In Deutschland haben alle Kinder unter 12 Jahren Anspruch auf zahnmedizinische Gruppenprophylaxe. Die nun veröffentlichten Empfehlungen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. (DAJ) beschr eiben, wie die Gruppenprophylaxe für unter 3-Jährige gestaltet werden sollte.
Gruppenprophylaxe ist in deutschen Kitas seit Jahrzehnten fest etabliert. Die Betreuung von Kleinkindern jedoch stellt sowohl die Einrichtungen als auch das Personal der Gruppenprophylaxe vor neue pädagogische Herausforderungen. Die DAJ hat daher eine kindheitswissenschaftliche Expertise in Auftrag gegeben und nun auf dieser Basis ihre Empfehlungen zur Gestaltung der Gruppenprophylaxe für unter 3-Jährige, die 2012 erstmals veröffentlicht wurden, erweitert und aktualisiert. Im Zentrum stehen dabei wichtige Kernbotschaften zur Mundgesundheit der Kleinsten für die Bezugspersonen wie Eltern und die Kita-Erzieherinnen und -Erzieher.
„Die Förderung der elterlichen Verantwortung für die Gesunderhaltung der Kinderzähne und ein mundgesund gestalteter Kita-Alltag sollten sich idealerweise ergänzen. Die Informationen dazu müssen die Bezugspersonen erreichen und sowohl mundgesunde Ernährung als auch das Zähneputzen von Anfang an – zu Hause und in der Einrichtung – als selbstverständlich entwickeln. Die Mundgesundheit in der frühen Kindheit gilt als prägend für das weitere Kariesrisiko“, erläutert Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. „Dem Setting Kita kommt eine besondere Bedeutung für die mundgesundheitliche Chancengleichheit aller Kinder zu“, ergänzt Dr. Michael Kleinebrinker, alternierender DAJ-Vorsitzender. „Mit unseren Empfehlungen möchten wir erreichen, dass alle Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, die Chance haben, mit gesunden Zähnen groß zu werden. Die Gruppenprophylaxe unterstützt die Kita-Teams hier bundesweit in ihrem gesetzlichen Auftrag zu Gesundheitsbildung und -förderung.“ Kleinebrinker vertritt den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen, die nach § 21 Sozialgesetzbuch V den Auftrag haben, die flächendeckende Umsetzung der Gruppenprophylaxe in Deutschland zu ermöglichen.
Die Publikation „Frühkindliche Karies: zentrale Inhalte der Gruppenprophylaxe für unter 3-jährige Kinder. Erweiterte Empfehlungen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege“ steht ab sofort in zwei Versionen online und in gedruckter Form zur Verfügung: Entweder als Kurzversion ohne oder als Langversion mit der zugrundeliegenden Expertise der Kindheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Christina Jasmund.

Pressemitteilung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e. V. (DAJ) vom 22.7.2016

Was macht die Kuh im Kühschrank? - eine interaktive Wanderausstellung

Die interaktive Ausstellung "Die Kuh im Kühlschrank" lädt Kinder (3 - 8 Jahre) und Erwachsene ein, das Zuhause neu zu entdecken und die Welten, zu denen es sich öffnet. Das etwas andere Zuhause schafft Anlässe für Kinder und Erwachsene, Themen nachhaltiger Entwicklung mittels vielfältiger Ausdrucksweisen zu kontruieren - spielerisch, sinnlich und experimentell. Es bietet dazu spannende Impulse und Ideen für die Praxis in der Kita, Hort, Schule, Ausbildung und in der Familie. Denn alle Ideen sind mit Alltagsmaterialien umsetzbar, knüpfen an die Lebenswelt von Kindern an und lassen sich auf andere Gelegenheiten übertragen.
In der überdimensionalen Wohnung ist es ein bisschen wie in jeder Wohnung und doch ganz anders. Wände und Möbel sind komplett aus Pappe und in jedem Zimmer kann man Dinge entdecken, die es sonst in Wohnungen nicht gibt. Von der Toilette kann man ins Abwasserrohr steigen und im Klomuseum erfahren, wie die Leute früher und anderswo auf der Welt ihre Geschäfte verrichteten. Durch eine Risensteckdose kann man durchschauen und im Kühlschrank wohnt eben eine Milchkuh. Interessiert? Die Ausstellung kann vielleicht im Netzwerk mit anderen Interessierten angemietet werden. Mehr unter www.kuhimkuehlschrank.de

Lesetipp: Immer mit der Ruhe - Ideen für einen entschleunigten Kita-Alltag

Erzieher und Erzieherinnen sollen den Kindern, neben dem pädagogischen Auftrag, Ruhe und Balance vermitteln. Doch wie soll so etwas gehen, wenn die Erzieher*innen selber unter Zeit- und Leistungsdruck stehen, Gespräche mit den Eltern auf dem Flur führen müssen und dabei unterschiedlichste Kinder betreuen? „Entschleunigung“ lautet die Lösung und dieses Buch bietet Methoden und Spielideen, um diese in den Kita-Alltag zu übernehmen. Dabei lernen Kinder und Erzieher*innen, wie sich der Umgang mit der Zeit auf sie auswirkt.

Das Buch "Immer mit der Ruhe! Spiele und Ideen für einen entschleunigten Kita-Alltag." von Renate Lohmann-Falkner, Manfred Vogt, erschienen im Don Bosco Verlag (München) 2015. 116 Seiten. ISBN 978-3-7698-2173-4 gliedert sich in drei Teile: Reflexion, Vorstellungen von Entspannungstechniken, Spiele mit Kindern.

Buchtipp: "Kinder auf der Flucht - Die Soziale Arbeit muss umdenken"

Kinder in den Schlangen vor den Grenzen, in den Zügen, in Erstaufnahmeeinrichtungen - das ferne Geschehen der Flucht ist spätestens seit dem Sommer 2015 bei uns angekommen. Wer verteidigt den Anspruch der geflüchteten Kinder auf Unterstützung und Zukunft? Die professionelle Soziale Arbeit bleibt aus der Sicht von Maria Kurz- Adam (ehem. Leiterin des Stadtjugendamtes München) häufig zu stumm. Die Autorin plädiert deshalb für ein Umdenken in der Sozialen Arbeit, die sich auf ihre Traditionen engagierter Hilfe besinnen muss, um Kindern auf der Flucht zu ihrem Recht zu verhelfen. Interessierte können das Buch hier bestellen.

  Ansprechpartner*innen

DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Sabine Urban
Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de

Djamila Younis
Projektleiterin Profilbildung und Qualitätsentwicklung / Hauptaufgabenfeld Kindertagesbetreuung Initiative zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften
Telefon: 030/ 8 54 04 - 822
E-Mail: younisd@drk.de

Ramona Sikora
Projektleitung »Demokratie leben ‒ von Anfang an! Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen«
Telefon: 030 8 54 04 - 284
E-Mail: r.sikora@drk.de


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