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Newsletter
Kinderhilfe
Newsletter Kinderhilfe April 2018
DRK-Generalsekretariat
Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser

der Newsletter DRK-Kinderhilfe bündelt aktuelle wissenschaftliche und verbandspolitische Informationen zur Kindertagesbetreuung für Sie.

Im aktuellen Editorial unserer DRK-Wohlfahrtswebseite geht es um Demokratie von Anfang an. Unsere demokratischen Werte, allen voran die Würde des Menschen, sind Grundprinzipien eines friedvollen Zusammenlebens in Deutschland. Das bedeutet: Jeder Mensch muss sich beteiligen können, jeder Mensch muss sich zugehörig fühlen können. Und: Die Vielfalt von Meinungen und Lebensweisen wird als Bereicherung wertgeschätzt. Wie aber lassen sich diese Werte und Prinzipien in unserer heutigen Gesellschaft stärken und weiter vertiefen? Mehr dazu finden Sie hier.

Entspanntes Lesevergnügen im April wünscht

Sabine Urban
Referentin Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung

 Neues aus dem DRK

Gesundheitsförderung ist ein Kinderrecht - Stellungnahme des DRK/JRK zum Staatenberichtsverfahren der UN-KRK

Durch die Ratifizierung der Konvention verpflichtet sich Deutschland, dem UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes  alle fünf Jahre Bericht über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Umsetzung zu erstatten. (Art. 44). Der nächste Staatenbericht muss seitens der Regierung im April 2019 dem UN-Kinderrechteausschuss übergeben werden. Am 27. Februar 2018 fand das Auftakttreffen für die Staatenberichterstattung zur UN-KRK im BMFSFJ statt.

Als zivilgesellschaftlicher Akteur hat das DRK/JRK im Rahmen des Verfahrens die Möglichkeit eine Stellungnahme an das BMFSFJ abzugeben. Diese Stellungnahme soll auf Themen hinweisen, auf die aus Sicht des DRK/JRK im Staatenberichtsverfahren besonders Bezug genommen werden sollte oder auch bereits Lücken aufzeigen.

Das DRK und das JRK verstehen es als ihre Grundverpflichtung, den Verletzlichsten unserer Gesellschaft zur Seite zu stehen. Gesundheit und Gesundheitsfürsorge für Kinder und Jugendlichen bilden daher  einen wichtigen Teil unserer Arbeit. Mit unserer Stellungnahme bitten wir die Bundesregierung in ihrem fünften und sechsten Staatenbericht zu den Übereinkommen über die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen ihren Fokus auf den Artikel 24 Gesundheitsvorsorge zu richten.

Parallel dazu erstellen die Mitgliedorganisationen der National Coalition Deutschland in den Jahren 2018 und 2019 den Ergänzenden Bericht. Dieser Bericht beinhaltet die Sicht der Zivilgesellschaft zur Umsetzung der letzten Empfehlungen und zu neuen kinderrechtlichen Themen in Deutschland. Dieser Ergänzende Bericht wird voraussichtlich im November 2019 den Vereinten Nationen übergeben. Auch hier werden sich DRK und JRK einbringen.

Mehr zum Thema UN- Kinderrechtskonvention und zu den beiden Berichtsverfahren finden Sie zum Beispiel hier auf den Webseiten der National Coalition: www.netzwerk-kinderrechte.de

 

 

 Projekt "Demokratie leben - von Anfang an!"

Save the Date: Fachtagung "DEMOKRATIE INKLUSIVE." am 13./14.11.2018 in Berlin

Die Kindertagesbetreuung hat als erste Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsinstanz außer­halb der Familie den Auftrag, Kinder auf das Zusammenleben in einer vielfältigen, demo­kratisch verfassten Gesellschaft vorzubereiten. Dieser pädagogische Anspruch bekommt umso größeres Gewicht, wenn – wie derzeit – demokratische Werte durch die zuneh­­mende gesellschaftliche und politische Akzeptanz von Äußerungsformen gruppen­bezogener Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung verstärkt unter Druck geraten.

Doch wie kann er konkret umgesetzt werden? Welche praktischen Ansätze und Konzepte gibt es? Welche Handlungsebenen sind einzubeziehen, und was trägt das Projekt „Demokratie und Vielfalt in der Kindertages­betreuung“ dazu bei?

Diesen Fragen will die Fachtagung „Demokratie inklusive“ am 13./14. November 2018 in Berlin nachgehen und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Wohlfahrtsverbänden, Trägern, Kita-Leitungen und Fach­beratungen nach Antworten suchen.

Veranstalterin der Tagung ist die Koordinierungsstelle „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“. Bitte merken Sie sich den Tagungstermin schon jetzt vor. Nähere Informationen zum Programm und zur Anmeldung folgen und sind ab Juni 2018 auf www.duvk.de zu finden.

„MACHTvoller Einstieg“ in unser Curriculum

Um Kinder bereits im frühkindlichen Alter Selbstbestimmung und Mitgestaltung zu ermöglichen und ihnen ein Demokratieverständnis vorzuleben, ist die Reflexion erzieherischer Macht notwendig. Gerade auch deshalb, weil in unserer Gesellschaft ein Ungleichgewicht der Machtverhältnisse allgegenwärtig ist. Unser Anliegen ist es mit Blick auf unsere Kinder für das Thema Adultismus zu sensibilisieren. 

  • Der Begriff Adultismus leitet sich von dem englischen Wort „adult“ (Erwachsene) ab. Adultismus benennt das ungleiche Machtverhältnis zwischen „Erwachsenen“ und „Kindern“, welches die Gesellschaft und die direkten Beziehungen durchzieht, und verweist auf die Unterdrückung und Diskriminierung von jüngeren Menschen.
  • „Adultismus beruht auf der gesellschaftlichen Herstellung von Differenz entlang der Kategorie Alter.“
  • „Es handelt sich dabei meist um Muster, die in der eigenen Kindheit erlernt wurden und heute ungewollt weitergegeben werden (…). Die Reaktionen der Kinder auf so erfahrene Demütigungen oder Verletzungen bleiben meist unsichtbarer.“
  • „Kindern wird zum Beispiel zugeschrieben, egoistisch, vielleicht trotzig, aber auch niedlich, rücksichtslos, unreif oder nicht vertrauenswürdig zu sein. Erwachsene werden demgegenüber als schlau, erfahren, weitsichtig, verantwortungsvoll und vertrauenswürdig gedacht und wahrgenommen.“

Um mit Macht gegenüber Kindern verantwortungsvoll umzugehen, ist es wichtig, gesellschaftliche Zuordnungen zwischen Erwachsenen und Kindern zu beobachten und zu reflektieren. „Auch wenn wir (…) rational klar haben, wie wir gewaltfrei und gleichwürdig mit den Kindern sein wollen, kann in uns eine Stimme sein, die in den entscheidenden Momenten eine sehr klare Vorstellung von Gehorsam, Strafe und Schuld einbringt. Mal lauter, mal leiser und eben auch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.“

Das Curriculum „Was MACHT was?!“ regt an, das eigene Handeln zu hinterfra¬gen: „Würde ich mich in einer vergleichbaren Situation einer erwachsenen Person gegenüber genauso verhalten? Würde ich das Gleiche sagen, mit diesen Worten und in diesem Tonfall? Wie wird die Ungleichbehandlung gerechtfertigt und legitimiert?“

(zitiert aus: Curriculum „Was MACHT was?!“ Modul MACHTvoller Einstieg, 2016, S.8-17)

Im Rahmen des vom BMFSFJ geförderten Projekts des DRK „Demokratie leben ‒ von Anfang an! Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen“ vermittelt das Curriculum umfangreiches Wissen und bietet Reflexionsfolien für Teams und Fachkräfte. Weitere Informationen zum Projektvorhaben finden Sie unter: www.duvk.de

http://www.drk-kinder-jugend-familienhilfe.de/typo3/www.duvk.de

 Veranstaltungen

Fachtag der Bundeselternvertetung (BeVKi) am 26.05.2018, 09:30 - 16:00 Uhr in Weimar

Der diesjährige Fachtag steht unter der großen Überschrift DIGITALISIERUNG. Nach Grußworten des Präsidenten der Kultusministerkonferenz und Thüringer Bildungsministers Helmut Holter wird es einen Vortrag zum Thema „Gesellschaftlicher Wandel durch die Digitalisierung: Ansätze und Erfahrungen früher Informatischer Bildung zum Verstehen und und Mitgestalten der digitalen Welt“ geben.

Für das Grußwort ist Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey für ein Grußwort angefragt. Weiterhin wird es einen Vortrag zum Thema „Möglichkeiten und Nutzen von Medien in der Eltern- und Facharbeit (Presse, Socialmedia, Youtube und TV) durch die Thüringer Landesmedienanstalt im Programm. Dazu und dazwischen ist Zeit für einen Austausch. Das komplette Programm auf den Bildern und hier.

Bundeselternkongress der BeVKi am 22.09.2018 in Kiel - zum Aushang für Eltern und zur Teilnahme für Fachkräfte

Unter dem Thema „Frühkindliche Bildung Mehrwert für Gesellschaft und Eltern!“ laden die Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege (BEVKi) zusammen mit der Landeselternvertretung der KiTa Eltern von Schleswig-Holstein zum Bundeselternkongress nach Kiel ein.

Es wird verschiedene Workshops von Multiplikator_innen des Konzepts „Die Kinderstube der Demokratie“ zum Thema „Partizipation in Kindertageseinrichtungen“ geben. Referent_innen: Kari Bischof-Schiefelbein, Anke Petersen, Jessica Schuch, Daniel Frömbgen und Andreas Schönefeld. Die Moderation erfolgt durch Jörg Asmussen, freiberuflicher Moderator (asdor-MODERATION Neumünster) und Leiter des Fachdienstes Frühkindliche Bildung in Neumünster.Mehr zum Programm finden Sie hier.

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Daher melden Sie sich rechtzeitig an. Die Veranstaltung ist kostenlos. Ein kleines Mittagessen, Wasser und Kaffee stehen ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Lediglich die Anfahrtskosten müssen Sie selbst tragen. Kinderbetreuung ist möglich.

Tagung „Kultursensible musikalische Bildung mit Kindern“ 16.11.2018 in Mainz

Auf der Tagung werden theoretische und praktische Ansätze und Beispiele kultursensibler, rassismuskritischer musikalischer Arbeit mit Kindern bis zu 10 Jahren vorgestellt. Vorträge und Praxisworkshops laden zur Diskussion und zum Austausch ein und stellen Ideen und konkrete Handreichungen für die pädagogische Praxis bereit. Die Tagung richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus Kita, Grundschule, Musikschule und anderen Bildungsinstitutionen sowie Studierende. Die Wissenschaftlerinnen, Musikerinnen, Perfomerinnen, Musik-Pädagoginnen und Diversity-Trainer mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen bilden ein breites Feld musikalischer und pädagogischer Diversität ab.

Wann: FREITAG, 16.11.2018, 10:00 – 17:15 Uhr.
Wo: Hochschule für Musik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Mehr zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

 Fachpolitisch Aktuelles

Brandenburg: Kita-Träger zeigt sich selbst an

FRÖBEL meldet Personalsituation in Brandenburg der Kitaaufsicht

FRÖBEL, der größte Kitaträger im Land Brandenburg, zieht Konsequenzen aus dem jahrelangen Streit zwischen Land und Kommunen zur Ausfinanzierung des Kitapersonals nach Paragraf 10 Kitagesetz. Dieses sieht eine Betreuung im Verhältnis Erzieher/Kinder von 1:5 für unter Dreijährige und 1:11,5 für über Dreijährige vor. Diesen Personalschlüssel finanziert das Land Brandenburg bis zu 7,5 Stunden. Von den Eltern dringend benötigt werden jedoch bis zu 10 Stunden. Stefan Spieker, Geschäftsführer der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH: „Ein Kind mit sechs Stunden Betreuung erhält den zugesicherten Personalschlüssel von 1:5 beziehungsweise 1:11,5. Für Kinder, die länger als 6 Stunden betreut werden, liegt der Personalschlüssel bei bis zu 7,2 beziehungsweise bis zu 13,3, Kinder (Quelle Bertelsmann Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2017).

Dieser Zustand ist für unsere über 4.200 Kinder und rund 600 Erzieherinnen und Erzieher nicht mehr tragbar. Deshalb melden wir jetzt der Kitaaufsicht im Land beim Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, dass wir den gesetzlich vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel nicht mehr halten können.“ Seit Jahren setzt sich FRÖBEL gemeinsam mit Eltern, weiteren Trägern und Verbänden für eine Verbesserung des Personalschlüssels in Brandenburger Kitas ein.

„Wir haben über viele Jahre mit der Politik den direkten Austausch gesucht. Leider zeigt hier jeder auf den anderen. Dieses Pingpong-Spiel muss ein Ende haben“, so Spieker weiter. „Das Land Brandenburg unterläuft sein eigenes Gesetz. Deshalb fordern wir jetzt das zuständige Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Potsdam auf, den laut Kitagesetz vorgeschriebenen Betreuungsstandard (für bis zu 10 Stunden statt 7,5 Stunden) endlich umzusetzen.“ Allein FRÖBEL könnte damit im Land Brandenburg 36 Erzieherinnen und Erzieher in Vollzeit zusätzlich einstellen. Aufgrund der zunehmenden Zahl sehr langer Betreuungsverträge (die mit Einführung der Elternbeitragsbefreiung wahrscheinlich zusätzlich weiter zunehmen) wird der Druck immer größer: „Sollte die Brandenburgische Landesregierung nicht jetzt einlenken und die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, sehen wir uns nicht mehr in der Lage, ab August dieses Jahres weitere neue Verträge mit Betreuungszeiten über 7,5 Stunden pro Tag abzuschließen.“ In einigen Regionen Brandenburgs haben 50 Prozent der Eltern einen Bedarf für Betreuungszeiten bis zu 10 Stunden. Spieker abschließend: „Wir fordern von der Politik Ehrlichkeit und keine Schummeleien beim Personalschlüssel zu Lasten der Kinder sowie der Erzieherinnen und Erzieher.“

Quelle: Homepage Fröbel-Gruppe, 09.04.2018

Nationaler Forschungsstand und Strategien zur Qualitätsentwicklung im Kinderschutz

Seit den 2000er-Jahren wurden mit der Einführung des Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetzes (KICK) sowie des § 8a in das SGB VIII unterschiedliche Maßnahmen zur Verbesserung des Kinderschutzes in Deutschland ergriffen. Ein systematischer Überblick über Initiativen in Praxis und Forschung fehlte aber bislang. Diese Lücke schließt nun die Expertise „Nationaler Forschungsstand und Strategien zur Qualitätsentwicklung im Kinderschutz“ in der Reihe „Beiträge zur Qualitätsentwicklung im Kinderschutz“.

ProKi-Studie zum Alltag unf Interaktion in Kita und Kindertagespflege

Aus einer vergleichenden Perspektiver heraus geht es in der Studie "Profile der Kindertagesbetreuung (ProKi) - Alltag und Interaktion in Kita und Kindertagespflege" um die Frage, wie der Alltag in verschiedenen Settings n der Kindertagesbetreuung gestaltet wird und welche Leistungen die pädagogischen Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen hierbei erbringen. Auf der Grundlage von längerandauernden, teilenehmenden Beobachtungen konnte die jeweilige Praxislogik in den untersuchten Fällen analytisch nachgezeichnet und damit ein Verständnis für spezifische, unterschiedliche wie vergleichbare Betreuungspraxis entwickelt werden. Die nun erschienene Publikation "Was passiert in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege? - Phänomene professionellen Handelns in der Kindertagesbetreuung" stellt aus der Fülle der Ergebnisse einige ausgewählte Perspektiven dar. Die Autor*innen verbinden mit der Publikation die Hoffnung, dass die Studienergebnisse dazu beitragen, den Fokus in den fachlichen und fachpolitischen Diskussionen stärker darauf zu richten, was in der Praxis passiert, welchen Bedingungen und Logiken sie unterliegt und wie sie weiterentwickelt werden kann.

Die Broschüre steht hier zum Download zur Verfügung.

Teamqualität = Ausbildungsqualität?

Der Lernort Praxis hat für die Ausbildung von Kita-Fachkräften eine hohe Bedeutung. Er vermittelt dem Nachwuchs den Kern der pädagogischen Arbeit: die Interaktion mit Kindern und Eltern sowie im Team und mit Kooperationspartnern. Die Fähigkeit zum kollegialen Austausch, zur gemeinsamen Reflexion und Netzwerkarbeit ist somit eine grundlegende Handlungskompetenz, die in den Einrichtungen erlernt werden soll. Wie ist es um die Teamkultur bestellt? Wie wirkt sich die zunehmende Größe und Heterogenität der Teams auf deren Arbeit aus? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Expertengruppe "Lernort Praxis", die sich im Januar 2018 zum ersten Mal im DJI in München getroffen hat. In zwei Sitzungen erarbeiten die Vertreterinnen und Vertreter von Fach- und Hochschulen, Fort- und Weiterbildung, Trägern der Kinder- und Jugendhilfe sowie Ministerien Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Ausbildung unter Einbezug des Lernorts Praxis.

Durch frühe Bildung zu besseren Chancen für alle Kinder

Was Kinder im Kitaalter lernen und erleben, legt den Grundstein für ihre Zukunft. Damit alle Kinder die gleichen Chancen haben, muss die Kitaqualität weiter verbessert werden. Das betonte Dr. Franziska Giffey während ihres Besuches einer Sprach-Kita in Berlin.

Gute frühe Bildung und Betreuung eröffnet Kindern bessere Chancen - und die Sprache spielt dabei eine Schlüsselrolle. Davon hat sich Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey am 29. März ein eigenes Bild gemacht. Gemeinsam mit der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie im Land Berlin, Sandra Scheeres, besuchte sie die Kita "Abenteuerland" im Berliner Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf. Die Einrichtung mit insgesamt 140 Kindern wird als Sprach-Kita im Rahmen des gleichnamigen Bundesprogramms des Bundesfamilienministeriums gefördert. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey betonte: "Im Kitaalter wird die Basis für die Entwicklung eines Kindes gelegt, deshalb muss die Qualität in den Kitas auch gut sein. Es geht darum, dass Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, egal, ob sie in einer reichen oder armen Familie geboren sind, ihren Weg machen können. Mit dem Gesetz für mehr Kitaqualität werden wir die Kindertagesbetreuung weiter verbessern. Wir brauchen aber zugleich mehr Anerkennung, besseres Gehalt und eine Ausbildungsvergütung für Erzieherinnen und Erzieher. Es kann nicht sein, dass junge Leute, die Erzieherin oder Erzieher werden wollen, sich die Frage stellen müssen, ob sie sich das leisten können. Deshalb setze ich mich für eine Fachkräfteoffensive ein, die von Bund und Ländern getragen wird."

Bildungssenatorin Sandra Scheeres unterstrich: "40.000 neue Kita-Plätze, Verbesserungen beim Personalschlüssel und die Abschaffung der Gebühren - das Land Berlin hat in den vergangenen Jahren im Kita-Bereich sehr viel erreicht. Diesen Weg wollen wir fortsetzen, möglichst mit dem Bund an unserer Seite. Berlin hat das Fachkräfte-Thema schon in den vergangenen Jahren immer wieder auf die bundespolitische Agenda gesetzt und ich freue mich sehr, dass die neue Bundesfamilienministerin Frau Dr. Franziska Giffey hier gleich zu Beginn ihrer Amtszeit so klar Position bezieht."

Auch im Gespräch mit der Leitung und Beschäftigten der Kita "Abenteuerland" wurde deutlich, wie wichtig eine gute, qualitativ hochwertige Kindertagesbetreuung ist - gerade für benachteiligte Kinder. Neben der sprachlichen Förderung ist die Kita "Abenteuerland" bewegungsorientiert und experimentierfreudig ausgerichtet. So gibt es hier eine Bewegungsbaustelle, einen Sportraum, Lernwerkstätten und Bereiche zum Experimentieren für die Kinder. Im Kita-Garten befindet sich zudem ein Gewächshaus, in dem die Kinder Gemüse anbauen und ernten können. Denn in dieser Kita wird auch auf ein "gesundes Aufwachsen" der Kinder sehr viel Wert gelegt.

Gute frühe Bildung und Betreuung kann Kindern bessere Chancen vermitteln. Zuallererst trifft dies auf benachteiligte Kinder zu. Und dabei gilt: Je früher die Förderung einsetzt, desto besser! Gute Kindertagesbetreuung legt den entscheidenden Grundstein für die Bildungsbiografie, die Schule baut darauf auf. Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist Mit dem Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" stärkt das Bundesfamilienministerium seit 2016 bis Ende 2020 die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas. Mit der Verdopplung der Mittel ab 2017 auf jährlich 200 Millionen Euro können insgesamt bis zu 7.000 zusätzliche halbe Fachkraftstellen in Kitas und in der Fachberatung geschaffen werden. Das Programm richtet sich an Kindertageseinrichtungen, die von einer großen Zahl von Kindern mit besonderem sprachlichem Förderbedarf besucht werden.
Quelle: Pressmitteilung BMFSFJ 29.03.2018

WiFF präsentiert aktuelle Daten zur Kindertagesbetreuung in den Ländern

Neue Grafiken, Tabellen und Analysen zu den Themen Kita-Personal, Kita-Team, Kindertagespflege, Arbeitsmarkt und Ausbildung finden sich auf der Website des Fachkräftebarometers Frühe Bildung. Schwerpunkt des Online-Angebots ist die Entwicklung in den Bundesländern – ergänzend zur Printausgabe des Fachkräftebarometers, die den Fokus auf bundesweite Auswertungen legt.

Neue Rubrik und neue Aspekte

Neu im Vergleich zum bisherigen Angebot auf fachkraeftebarometer.de ist die Rubrik Kita-Team. Diese nimmt die Team- und Mitarbeiterkonstellationen in Kindertageseinrichtungen in den Blick, unter anderem hinsichtlich Mitarbeiterzahl, Qualifikation oder Alter. Zudem wurden bestehende Rubriken um neue Aspekte ergänzt – beispielsweise die Rubrik Kita-Personal um die Unterpunkte Qualifikation, Geschlecht und Alter sowie die Rubrik Kindertagespflege um die Unterpunkte Geschlecht und Alter.

Die Daten auf fachkraeftebarometer.de werden fortlaufend aktualisiert. Zudem wird jeden Monat eine aktuelle Zahl vorgestellt, die einen bestimmten Aspekt der Kindertagesbetreuung in den Mittelpunkt stellt und die Analysen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung fortschreibt.

 

WiFF: Etwas mehr Männer in Kitas

4.318 Männer waren 2017 in Kindertageseinrichtungen tätig. Damit hat sich ihre Zahl seit 2006 mehr als verdreifacht. Zeitgleich ist der Anteil der männlichen Beschäftigten am pädagogischen und leitenden Personal von 3,1 auf 5,8 Prozent gestiegen. Insbesondere viele junge Männer konnten gewonnen werden: 44 Prozent der in Kitas beschäftigten Männer sind unter 30 Jahre alt, bei den Frauen sind dies lediglich ein Viertel. Dennoch bilden männliche Kita-Fachkräfte eine sehr kleine Gruppe. Mit zuletzt 559.365 Frauen und einer Frauenquote von 94 Prozent zählt die Frühe Bildung zu den am stärksten geschlechtsspezifisch segregierten Berufsfeldern des gesamten Arbeitsmarkts.

Quelle: Newsletter der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) vom 28.3.2018

Wunden aus der Kindheit: Biochemischer Fingerabdruck weist auf belastende Erfahrungen hin

Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung in der Kindheit hinterlassen Spuren bis ins Erwachsenenalter. Dadurch steigt nicht nur das Risiko der Betroffenen für psychische Erkrankungen, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, körperlich zu erkranken. Ulmer Wissenschaftler konnten nun spezifische Stoffwechselprodukte im Blut identifizieren, die wie ein biochemischer Fingerabdruck auf belastende Kindheitserfahrungen hinweisen. Weiterlesen...

„Lasst uns draußen spielen!“ – Aufruf zur Beteiligung am Weltspieltag 2018

Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft Kinder und ihre Eltern, Schulen und Kindergärten, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen zur Beteiligung am Weltspieltag am 28. Mai 2018 auf. Der Weltspieltag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Lasst uns draußen spielen!“.

Zum Weltspieltag sollen in möglichst vielen Kommunen riesige Kreidebilder mitten in den Städten und Gemeinden entstehen. Alle Kinder und ihre Eltern sind dazu aufgerufen, ihre vielfältigen Wunschvorstellungen von einer bespielbaren Stadt malerisch – gerne auf dem Marktplatz oder direkt vor dem Rathaus – zu verdeutlichen. Natürlich sind auch andere Aktionen zum Weltspieltag 2018 gerne gesehen: Sandberge, die auf der Straße aufgeschüttet werden und auf denen die Kinder spielen und toben können, von der Kommune genehmigte temporäre Spielstraßen, Spielaktionen in der Fußgängerzone wie Sackhüpfen, Tretroller-Rennen und Stelzenlaufen, oder Schnitzeljagden, bei denen die Kinder ihr Viertel auf neue Art und Weise entdecken können.

Über den Weltspieletag

Der Weltspieltag 2018 wird im deutschsprachigen Raum zum elften Mal ausgerichtet. Zum Weltspieltag sind Schulen und Kindergärten, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen aufgerufen, in ihrer Stadt oder Gemeinde eine witzige, beispielgebende und öffentlichkeitswirksame Spielaktion durchzuführen. Die Partner der im letzten Jahr mehr als 300 Aktionen sind vor Ort für die Durchführung ihrer Veranstaltung selbst verantwortlich. Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt umfangreiche Aktionsmaterialien zum Bewerben des Weltspieltags sowie kostenlose Kreidesets zur Verfügung. Unter allen Teilnehmenden der Kreidebildaktion wird eine Bewegungsbox verlost.

Eine Übersicht aller Aktionen entsteht unter www.weltspieltag.de.

Quelle: Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Von Joghurt bis Orangensaft Eltern unterschätzen häufig den Zuckergehalt

In den ersten Lebensjahren treffen in der Regel die Eltern die Ernährungsentscheidungen für ihre Kinder. Eine große Schwierigkeit ist nach einer Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung die Beurteilung des Zuckergehalts von Lebensmitteln. Häufig wird er unterschätzt, was das Übergewichtsrisiko der Jungen und Mädchen ansteigen lässt. An der Untersuchung nahmen 305 Eltern mit ihren Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren teil. Die Wissenschaftler prüften, wie gut Eltern den Zuckergehalt (gemessen in Zuckerwürfeln) verschiedener Lebensmittel schätzen konnten. Im Fokus standen Orangensaft, Cola, Pizza, Joghurt, Müsliriegel und Ketchup. Anschließend setzten sie die Ergebnisse mit dem Körpermassenindex (BMI) der Kinder in Zusammenhang. Der BMI gibt das Verhältnis des Gewichts (in kg) zur Körpergröße (in Meter zum Quadrat) an. Bei Kindern verändert sich der normale Körperfettanteil ständig, je nach Alter und Geschlecht. Anhand von Normwertkurven lässt sich ablesen, wie das Gewicht einzuordnen ist.

Über 70 Prozent der Eltern schätzten den Zuckergehalt der Nahrungsmittel zu niedrig ein.

Bei Joghurt lag die durchschnittliche Differenz zum realen Wert sogar bei sieben Zuckerwürfeln. Das hat Folgen: Eltern, die bei Lebensmitteln einen geringeren Zuckergehalt vermuteten, hatten häufiger übergewichtige Kinder. Besonders schwer fällt offenbar die Einordnung von Lebensmitteln mit einem „gesunden“ Image wie Joghurt (94 %) und Orangensaft (84 %). Bei Müsliriegeln und Ketchup gaben die Eltern dagegen einen höheren Zuckergehalt an (66 bzw. 47 %). Allerdings müssen die Ergebnisse noch in weiteren Studien untermauert werden. Auch die Hintergründe sind noch nicht abschließend geklärt, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt „International Journal of Obesity“. Vermutlich werde der Konsum der Lebensmittel nicht ausreichend kontrolliert, wenn der Zuckergehalt unterschätzt wird. Nach einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation sollte der Zuckerkonsum nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen. In Deutschland ist die verzehrte Menge fast doppelt so hoch. Die Wissenschaftler plädieren für eine transparente und verständliche Kennzeichnung, damit die Eltern den Zuckergehalt von Lebensmitteln besser beurteilen können.

Quelle: BZfE-Newsletter Nr. 14 vom 4. April 2018

 Tipps und Links

National Coalition: Check deine Rechte – Aufruf zum Mitmachen

Unter dem Motto „Check deine Rechte“ möchte die National Coalition in Vorbereitung auf den UN-Dialog 2019/2020 herausfinden, wie Kinder und Jugendliche die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention bewerten: Welche Fragen müssen gestellt und beantwortet werden, um die Verwirklichung ihrer Rechte einschätzen zu können? Bei der Umsetzung von „Check deine Rechte" zählen wir nun auf tatkräftige Unterstützung. Sind die Kinderrechte in Deutschland überhaupt bekannt? Werden die Kinderrechte im Alltag angewendet? Wo werden häufig Kinderrechte missachtet? Was ist besser geworden? Was muss noch besser werden? Welche konkreten Anliegen haben Kinder und Jugendliche an die Politik? Wo sehen Kinder und Jugendliche Lücken und Handlungsbedarf?

Die National Coalition möchte aus den Fragen & Anliegen der Kinder und Jugendlichen ableiten, in welchen Bereichen es Schwachstellen bei der Umsetzung der Kinderrechte gibt. Wir laden Interessierte, ob nun Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen, Kinder- und Jugendparlamente oder Beiräte etc. herzlich dazu ein, uns bei „Check deine Rechte" zu unterstützen.

Bis Ende August 2018 können Fragen & Anliegen gesammelt werden. Infos dazu, was man genau tun muss, um mitzumachen, können hier abgerufen werden: www.netzwerk-kinderrechte.de/blog.html. Auf der projekteigenen Website www.checkdeinerechte.net stellen wir Workshopmaterial zu Kinderrechten und ganz viel Informationen und Materialien zum Download zur Verfügung.

Quelle: Newsletter der National Coalition vom 28.3.2018

DJI - Datenbank Apps für Kinder

Digitale Medien spielen in der Lebenswelt von Kindern eine immer größere Rolle. Smartphones zählen zur Standardausstattung in den Familien. Entsprechend groß ist das Softwareangebot, das sich an die junge Zielgruppe richtet. Daraus ergeben sich besondere Herausforderungen für die Medienwissenschaften. Mit der Entwicklung von differenzierten Instrumenten zur Softwareanalyse, der Erfassung einer großen Spannbreite von Kinder-Apps sowie begleitenden Auswertungen und Berichten leistet dieses Projekt einen Beitrag zur Erforschung der App-Kultur. Die Datenbank "Apps für Kinder" beinhaltet über 500 Rezensionen zu Kinder-Apps, die im Auftrag des DJI nach pädagogischen Kriterien bewertet wurden.

www.datenbank-app-für-kinder.de

Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben - Sexuelle und Geschlechtliche Vielfalt als Themen frühkindlicher Inklusionspädagogik.

Die 140-seitige Handreichung unterstützt Fachkräfte, Teams und Einrichtungen der frühkindlichen Bildung dabei, sich im Rahmen der Inklusionspädagogik mit den Vielfaltsdimensionen Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung zu beschäftigen. Erstmals liegt im deutschsprachigen Raum eine derartige Handreichung für den Bereich der frühen Bildung vor. Die erste Auflage der Broschüre ist leider vergriffen. Eine Bestellung ist derzeit nicht möglich. Die Broschüre steht aber hier zum Download zur Verfügung.

Arbeitsmaterialien von Profis für Profis - Sexualpädagogik

Der Einsatz geeigneter Medien und Materialien erleichtert den Zugang zu unterschiedlichstem Klientel und Zielgruppen. In der sexualbildnerischen/sexualpädagogischen Community finden sich viele „Schatzkästchen“ die kreiert, erprobt und einsetzbar sind. Sie sollen möglichst vielen sexualpädagogisch Tätigen für ihre alltägliche Arbeit zur Verfügung stehen. Die ISP-Materialbörse bietet eine qualitätsgesicherte Plattform, über die Medien und Materialien präsentiert und Möglichkeiten ihres Bezugs bekannt gemacht werden können.

  Ansprechpersonen

DRK-Generalsekretariat
Carstennstraße 58
12205 Berlin
Team 42 Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Team 41 Gesellschaftliche Trends und Innovation aus Sicht des DRK

Sabine Urban
Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de

Ramona von Karczewski
Projektleitung »Demokratie leben ‒ von Anfang an! Demokratieförderung in DRK-Kindertageseinrichtungen«
Telefon: 030 8 54 04 - 284
E-Mail: r.karczewski@drk.de


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