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Newsletter
Kinder- und Jugendschutz
Newsletter Kinder- und Jugendschutz September 2015
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Leser_innen,

pünktlich zum Weltkindertag am 20.September erscheint die neue Ausgabe des Newsletters "Kinder- und Jugendschutz". Unter dem Motto "Kinder willkommen" machen am Weltkindertag bundesweit zahlreiche Initiativen und Organisationen auf die Kinderrechte aufmerksam.

Angesichts der hohen Zahl der Flüchtlinge, die in diesen Tagen unser Land erreichen, hat der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmißbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, darauf hingewiesen, dass "auch wenn in höchstem Tempo Unterkünfte für hunderttausende Flüchtlinge herzurichten sind und es vor allem um das Nötigste geht: Das Wohl der geflüchteten Kinder darf nicht aus dem Blick geraten". Herr Rörig stellt dazu eine Checkliste "Mindeststandards zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt in Flüchtlingsunterkünften" vor. Lesen Sie mehr darüber in diesem Newsletter.

Eine anregende Lektüre wünscht

Juliane Ostrop

Referentin "Schutz vor sexualisierter Gewalt"

 Aus dem DRK

Weltkindertagsfest - Projektaktion "Wertebildung in Familien" in Berlin

Wer im letzten Jahr nicht dabei sein konnte oder aber sogar schon mitgemacht hat: Das verbände- und trägerübergreifende Projekt "Wertebildung in Familien" beteiligt sich auch in diesem Jahr mit einer Mitmach-Aktion am Weltkindertagsfest am 20.09. auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Familien sind herzlich eingeladen, am Stand des Projekts unter Anleitung einer Künstlerin gemeinsam ein Bild zum Thema Familie zu malen.
Wir freuen uns wieder auf ein gelungenes Fest und hoffen auf entsprechendes Gute-Laune-Wetter!
Impressionen vom Stand, Fotos der gemalten Bilder und natürlich wie immer alles Wissenswerte rund um das Projekt und das Thema Wertebildung in Familien gibt es online unter: www.wertebildunginfamilien.de und www.facebook.com/WertebildunginFamilien

 Aus der Fachpolitik

Mißbrauchsbeauftragter Rörig setzt sich für bestmöglichen Schutz der Flüchtlingskinder ein

Als Gastredner Ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden, Stifterin der World Childhood Foundation, setzt sich der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, auf der Fachtagung "Ein sicherer Ort für Flüchtlingskinder - Hilfe und Zukunft" in Würzburg dafür ein, geflüchtete Mädchen und Jungen in Deutschland besser vor sexueller Gewalt zu schützen.

Rörig: "Gemeinschaftsunterkünfte sind keine geeigneten Lebensorte für Kinder. Intimität, Rückzugsorte und kindgerechte Räume sind vielfach nicht gegeben. Die Abläufe in Flüchtlingsunterkünften sind oft wenig geordnet und sehr dynamisch. Wir wissen aber, dass es Einrichtungen, in denen es keine klaren Strukturen und Regelngibt und in denen sich noch dazu besonders schutzbedürftige Kinder aufhalten, Tätern leicht machen, unbeobachtet Nähe zu Kindern herzustellen und sexuelle Übergriffe zu begehen - unter dem Deckmantel des gutherzigen Helfers, aber auch als Bewohner der Einrichtung."

Rörig stellte auf der Fachtagung erstmals eine Checkliste für Mindeststandards in Flüchtlingsunterkünften vor. Zusätzliche Informationen zu Schutz und Hilfen für Flüchtlingskinder bieten das Hilfeportal und das Hilfetelefon des Beauftragten. Auf dem "Hilfeportal Sexueller Missbrauch" sind unter der Rubrik "Hilfe für Flüchtlinge" zahlreiche Kontakte zu Beratungsstellen und Vereinen aufgeführt, die zum Schutz von Flüchtlingskindern vor sexueller Gewalt beraten und Hilfen vor Ort vemitteln können. Weitere Auskünfte zu Mindeststandards und zu Schutz und Hilfen für Flüchtlingskinder gibt es auch beim kostenfreien "Hilfetelefon Sexueller Kindesmissbrauch" des Beauftragten.

Quelle: Pressemitteilung UBSKM vom 9.9.2015

Wachsende Beteiligung am Hilfesystem für die Betroffenen sexuellen Missbrauchs

Am Ergänzenden Hilfesystem (EHS) für Betroffene sexuellen Missbrauchs im institutionellen Bereich beteiligen sich im Rahmen ihrer Verantwortung als Arbeitgeber nun auch die Bundesländer Berlin, Baden-Württemberg, Sachsen und Schleswig-Holstein. Als erstes Bundesland hatte Hamburg bereits im Juni eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterzeichnet.
Alle fünf Länder erfüllen damit eine zentrale Forderung des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“.

 

Weitere Informationen zum Ergänzenden Hilfesystem erhalten Sie unter www.fonds-missbrauch.de

Positionspapier zur Stärkung des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) und die Landesarbeitsstellen für Kinder- und Jugendschutz haben das Positionspapier "Für einen starken Kinder- und Jugendschutz in Deutschland" veröffentlicht. Anlass dazu gab der aktuelle Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz zur Verwirklichung des Rechts aller Kinder und Jugendlichen auf ein gutes Aufwachsen mit Medien vom 21./22.05.2015, der am 01. Juli diesen Jahres veröffentlicht wurde (https://www.jfmk.de/pub2015/TOP_7.1.pdf).

Die Bundesarbeitsgemeinschaft und die Landesstellen unterstreichen ausdrücklich die Aussagen der JFMK zu den Potentialen des Erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes und begrüßen die im Bericht enthaltene Würdigung ihrer langjährigen Arbeit.

 Darüber hinaus bietet das Positionspapier Anregungen für Bund, Länder und Kommunen.

 

Irland ist erstes europäisches Land mit Kinder- und Jugendstrategie für Partizipation

Irland ist das erste Land in Europa, das eine Nationale Strategie für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungsverfahren eingeführt hat. Diese orientiert sich an der UN-Kinderrechtskonvention und der Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

Das Ziel der irischen National Strategy on Children and Young People's Participation in Decision-Making 2015-2020 ist es, Kindern und Jugendlichen ein Mitspracherecht bei Entscheidungen zu geben, die ihr individuelles und kollektives Alltagsleben betreffen. Mit der Strategie wendet sich das Department of Children and Youth Affairs in erster Linie an Kinder und junge Menschen unter 18 Jahren.

 Veranstaltungen

Jugendschutz geht zur Schule

Herausforderungen und Perspektiven für die Kooperation von Jugendhilfe und Schule

Mit der Tagung »Jugendschutz geht zur Schule!« möchte die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) die beiden Akteure Jugendschutz und Schulsozialarbeit vernetzen und in Austausch bringen. Der erzieherische Kinder- und Jugendschutz stellt eine bedeutende Querschnittsaufgabe dar, die die Prävention als Grundprinzip sozialpädagogischen Handelns fokussiert.

Die Tagung findet in Kooperation mit dem DRK-Generalsekretariat statt.

Den Flyer zur Tagung sowie die Hinweise zur Anmeldung bis zum 20.Oktober finden Sie hier.

 Links und Literatur

Projekt „Suse“ hilft online gegen Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderungen

Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind überdurchschnittlich stark von Gewalt betroffen. Die neue Online-Plattform www.suse-hilft.de informiert bundesweit über Hilfen und Anlaufstellen. Gewaltbetroffene Frauen mit Behinderungen sollen über ihre Rechte Bescheid wissen und Hilfe bekommen - das ist das Ziel des Projekts „Suse – sicher und selbstbestimmt. Frauen und Mädchen mit Behinderungen stärken“. Ein neuer Baustein des Projekts ist die Online-Plattform www.suse-hilft.de.

Zartbitter-Broschüre informiert über die Rechte von Flüchtlingskindern

Viele Flüchtlingskinder haben nicht nur Kriegs- und Foltererfahrungen in ihren Heimatländern und auf der Flucht zu bewältigen, auch der Alltag in Erstunterkünften und Wohnheimen für Asylbewerber ist wenig kindgerecht. In Massenunterkünften leben sie auf engstem Raum mit ihnen fremden Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern zusammen. Ihre persönlichen Grenzen werden häufig verletzt. Sie haben ein erhöhtes Risiko, Opfer sexueller Gewalt zu werden. In dieser schwierigen Lebenssituation brauchen Flüchtlingskinder vor allem Nischen, in denen sie einfach mal wieder Kind sein können – zum Beispiel mit anderen Mädchen und Jungen spielen und Spaß haben. Sie brauchen ebenso fachlich qualifizierte Vertrauens- und Ansprechpersonen, die sie schützen, trösten, ihnen Hilfe geben und Hoffnung vermitteln.

Zartbitter Köln hat nun eine Broschüre mit dem Titel „Flüchtlingskinder haben Rechte“ erstellt. Liebevoll gestaltete Illustrationen und eine klare Sprache informieren Flüchtlingskinder über ihre Rechte und machen ihnen und auch allen anderen Mädchen und Jungen Mut, sich gemeinsam gegen sexuelle Übergriffe und körperliche Grenzverletzungen zu wehren und sich bei pädagogischen Fachkräften Hilfe zu holen. Dank der aussagekräftigen Illustrationen sind die klaren Botschaften der Broschüre auch ohne deutsche Sprachkenntnisse zu verstehen.

Jugendschutz - verständlich erklärt

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat eine Broschüre zum Jugendschutz veröffentlicht.

Im ersten Teil wird den Jugendlichen anschaulich gemacht, wen der Jugendschutz überhaupt betrifft. Es geht zum Beispiel um die beschränkte Geschäftsfähigkeit und was diese für Jugendliche und Kinder bedeutet. Im zweiten Abschnitt widmet sich dem Auftritt von  Jugendlichen und Kinder in der Öffentlichkeit. Wann und wo dürfen sich Kinder oder Jugendliche in der Öffentlichkeit mit oder ohne Begleitung aufhalten? Fragen wie "Was ist eigentlich eine Gaststätte?" werden für die jugendlichen Adressaten dieser Broschüre erklärt. Im dritten Abschnitt geht es um  Besuche von Diskotheken und anderen öffentlichen Tanzveranstaltungen für Jugendliche und die einschlägigen gesetzlichen Regelungen. Auch wenn Jugendlichen die  Teilnahme an Glücksspielen in der Regel nicht gewährt wird, sind Ausnahmen möglich, vor allem Gewinnmöglichkeiten auf Kirmessen, Jahrmärkten und Schützenfesten. Dies wird in Teil vier dargelegt. Anschließend geht es um Nachtclubs und andere jugendgefährdende Orte sowie den Umgang, die Abgabe und den Konsum von Alkohol und Zigaretten für Jugendliche. Dabei wird im Hinblick auf das Alter  der Jugendlichen differenziert. Der Abschnitt "Zappen, Klicken, Surfen, Gamen" befasst sich mit  Auftritten von Jugendlichen und Kindern in der medialen Welt. 

KJA Freiburg: Materialien und Arbeitshilfen zum Schutz vor sexueller Gewalt

Mitarbeitende der kirchlichen Jugendarbeit Freiburg haben Materialien und praktische Arbeitshilfen für Schulungen und die Jugendarbeit vor Ort entwickelt. Einige Materialien stehen als Download-Dateien online zur Verfügung, zum Beispiel der Ordner "Schutz vor sexueller Gewalt auf Ferienfreizeiten", Methodenbausteine für Grundschulungen oder ein Modul zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter_innen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

  Ansprechpartner*innen

DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Sabine Urban
Kinderhilfe
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de


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