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Newsletter
Kinder- und Jugendschutz
Newsletter Kinder- und Jugendschutz Juni 2016
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Kolleg*innen,

wir haben wieder aktuelle Informationen zu verschiedenen Themen des Kinder- und Jugendschutzes für Sie zusammengestellt und wünschen eine interessante Lektüre!

Juliane Ostrop, Referentin "Schutz vor sexualisierter Gewalt"

 Aktuelles aus dem DRK

DRK fordert besseren Schutz vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) appelliert an die Bundesregierung, eine bundeseinheitliche Regelung zum besseren Schutz in Flüchtlingsunterkünften vor Gewalt und sexuellen Übergriffen einzuführen. „Die Berichte über Vorfälle sexualisierter Gewalt in Flüchtlingsunterkünften sind leider keine Einzelfälle. Nur durch eine bundesgesetzliche Regelung kann besser als bisher und zwar für alle Unterkünfte gewährleistet werden, dass die zu uns geflüchteten Menschen und hier insbesondere Kinder, Jugendliche und Frauen dort ausreichend Schutz vor Gewalt erhalten“, sagt DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg.

www.drk.de/presse/aktuelle-pressemitteilungen/meldung/drk-fordert-besseren-schutz-vor-gewalt-in-fluechtlingsunterkuenften/

DRK bezieht zum geplanten Jugend-Check Stellung

Die Bundesregierung hat vor, den geplanten Jugend-Check im Zuge des anstehenden Gesetzgebungsprozesses zum SGB VIII gesetzlich einzuführen.
Das DRK begrüßt die geplante Einführung des Jugend-Checks. Die Prüfung der Bundesgesetzgebung und anderer wichtiger politischer Maßnahmen zur Frage, ob diese zur Verbesserung von Lebenslagen von jungen Menschen beitragen oder als – unerwünschter – Nebeneffekt, ihre Lage verschlechtern und ihre Rechte beschneiden, entspricht dem Ziel der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, menschliches Leiden zu verhüten und der Menschenwürde Achtung zu verschaffen. Die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention hält das DRK hierbei für unabdingbar.
Dem DRK ist besonders wichtig, beim Jugend-Check das Ziel der Eigenständigen Jugendpolitik, nämlich die besondere Aufmerksamkeit für die Interessen der Jugendphase, zu verbinden mit dem inklusiven Ansatz der sich auf alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren beziehenden UN-Kinderrechtskonvention und des sich auf alle jungen Menschen zwischen 0 und 27 Jahren beziehenden SGB VIII.

Zur Stellungnahme

Absage für geplante Fachtagung Kinderschutz

Die für November geplante Fachtagung Kinderschutz (siehe letzter Newsletter) kann leider aus organisatorischen und personellen Ressourcen nicht stattfinden und muss abgesagt werden.

 Aus der Fachpolitik

Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs stellt Arbeitsprogramm vor

In der Auftaktpressekonferenz am 3. Mai hat die Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Prof. Dr. Sabine Andresen, das Arbeitsprogramm der Kommission 2016-2019 vorgestellt.
Der Deutsche Bundestag hat sich im Sommer 2015 für die Einrichtung einer Aufarbeitungskommission ausgesprochen. Die Kommission wurde vom Unabhängigen Beauftragten im Januar 2016 bis zum Ende seiner Amtszeit, bis Ende März 2019, berufen. Die sieben Kommissionsmitglieder sind ehrenamtlich tätig.

Die Kommission wird Missbrauch in Institutionen und in weiteren Kontexten wie beispielsweise in der Familie, durch Fremdtäter/-innen oder durch rituelle Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR untersuchen. Sie wird Strukturen aufdecken, die Missbrauch in der Vergangenheit ermöglicht und Aufarbeitung verhindert haben, Forschung initiieren und Eckpunkte einer gelingenden Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch modellhaft für Einrichtungen und Organisationen entwickeln. Hierzu wird die Kommission bundesweit Betroffenen das Sprechen in vertraulichen und öffentlichen Anhörungen ermöglichen. Zudem wird sie schriftliche Berichte von Betroffenen auswerten, Zeitzeugengespräche, Werkstattgespräche und Fachveranstaltungen durchführen, Archivrecherche und Dokumentenanalyse betreiben und vorliegende Aufarbeitungsberichte auswerten. International ist die Aufarbeitungskommission die erste Kommission, die Missbrauch in institutionellen Einrichtungen und in weiteren Kontexten in den Fokus nehmen wird.

Weitere Informationen: www.aufarbeitungskommission.de

Europarat verabschiedet neue Kinderrechtsstrategie

Das Ministerkomitee des Europarats hat am 02. März 2016 eine neue Kinderrechtsstrategie für die kommenden fünf Jahre verabschiedet. Diese Leitlinie für die 47 Mitgliedstaaten des Europarates wurde von politischen Entscheidungsträgern und Experten aus den Mitgliedstaaten in einem partizipativen Prozess entwickelt, bei dem nicht nur die Auffassungen der Zivilgesellschaft, sondern auch der Kinder selbst berücksichtigt wurden. Sie enthält fünf Prioritäten: Gleiche Chancen für alle Kinder; Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung; Teilnahme aller Kinder an politischen Entscheidungsprozessen; ein gewaltfreies Leben für alle Kinder; kinderfreundliche Justiz und Rechte des Kindes im digitalen Umfeld.
Zur Kinderrechtsstrategie (auf Englisch).

Effektiver Schutz von Flüchtlingskindern

Viele der gewaltsam vertriebenen Menschen weltweit sind minderjährig und besonders schutzbedürftig. Gerade der Schutz unbegleiteter und von ihren Eltern getrennter Kinder mit konkreten Maßnahmen hat für UNHCR innerhalb seines Mandats eine hohe Priorität. Diese Gruppe effektiv zu schützen und ihre Rechte zu wahren stellt die europäischen Staaten vor eine große Herausforderung. UNHCR und UNICEF haben deshalb den Leitfaden „Safe & Sound“ entwickelt, der konkrete Maßnahmen vorschlägt, damit Behörden, öffentliche und private Einrichtungen im Umgang mit unbegleiteten Kindern von der Ankunft des Kindes bis zu einer dauerhaften Lösung stets im Sinne des Kindeswohls handeln.

Zum Leitfaden "Safe&Sound" in deutscher Sprache

BKA-Zahlen der Kriminalstatistik zu kindlichen Gewaltopfern

Die Deutsche Kinderhilfe hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, der Professorin für klassische und neue Arbeitsfelder der Pädagogik der Frühen Kindheit an der HS Koblenz, Kathinka Beckmann und der Regionalleiterin des regionalen Sozialpädagogischen Dienstes, Region Gesundbrunnen im Jugendamt Berlin-Mitte, Kerstin Kubisch-Piesk, die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2015 zu kindlichen Gewaltopfern vorgestellt.

In der Bundespressekonferenz  erläuterte BKA Präsident Holger Münch, dass im Jahr 2015 insgesamt 130 Kinder getötet wurden. 81 Prozent von ihnen waren zum Zeitpunkt des Todes jünger als sechs Jahre. In 52 weiteren Fällen blieb es bei einem Tötungsversuch. Die Zahl der Fälle gegen Kinder gerichteter körperlicher Misshandlungen sank um sechs Prozent. 3.929 Kinder waren hiervon betroffen. Im Bereich sexueller Gewalt weist die Statistik einen geringen Rückgang von 3,24 Prozent auf, doch wurden noch immer 13.928 Fälle registriert. Das sind fast 270 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder pro Woche – 38 betroffene Kinder jeden Tag. Die in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Fallzahlen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr, trotz der Erfolge des Bundeskriminalamtes bei der Löschung von im Inland gehosteten kinderpornographischen Internetangeboten im Vorjahr, um nur 0,52 Prozent.

Zur Pressemitteilung der Deutschen Kinderhilfe hier.

 Veranstaltungen

Informationsveranstaltung: Jugend-Check

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend plant gemeinsam mit der Koordinierungsstelle “Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft” die Informationsveranstaltung „Jugend-Check“ in Berlin am Mittwoch, 15. Juni 2016, von 10:00 bis 15:00 Uhr. Die Entwicklung des Jugend-Checks für den Bund ist ein jugendpolitisches Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD für die 18. Wahlperiode und Teil der Jugendstrategie „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“. Über den aktuellen Stand der Entwicklung informieren Vertreterinnen und Vertreter des federführenden Bundesjugendministeriums, weiterer Ressorts, des Deutschen Bundesjugendrings, des Bundesjugendkuratoriums, des Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung Speyer sowie des Instituts für Gesetzesfolgenabschätzung und Evaluation.

DRK-Vertreter*innen des Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (Generalsekretariat) werden an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Das DRK hat eine eigene Positionierung zum Jugendcheck entwickelt.

Fachtag: Kinderrechte verwirklichen

Die National Coalition Deutschland e.V. lädt in Kooperation mit Deutsche Liga für das Kind e.V., Elbkinder - Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten gGmbH, Lindenstiftung für vorschulische Entwicklung, Patriotische Gesellschaft von 1765 und SOS-Kinderdorf e.V. am 13. September 2016 in der Zeit von 11.00-17.00 Uhr zu ihrem Fachtag "Kinderrechte verwirklichen" in die Hansestadt Hamburg ein. Es wird der Frage nachgegangen, wie der Kinderrechtsansatz im Alltag mit Kindern und Jugendlichen besser umgesetzt werden kann? Es vollzieht sich ein Wandel von einem an den kindlichen Bedürfnissen (needs based approach) zu einem an den Rechten des Kindes orientierten Ansatz (rights based approach). Dies hat weitreichende Folgen für die Konzepte und die praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

 Links und Literatur

Online-Kurs Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch

Das Projekt "Online-Kurs Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch" konnte über eine Kooperation mit der SAPS (School of Advanced Professional Studies) verstetigt werden. Die Kursteilnahme ist nun gegen ein Teilnahmeentgelt von 120 Euro möglich.

Weitere Informationen zum Kurs

KiKo empfiehlt Maßnahmen zum Schutz von Flüchtlingskindern

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat sich in einem Expertengespräch mit dem Schutz von Flüchtlingskindern vor sexueller Gewalt in Flüchtlingsunterkünften befasst und Maßnahmen zum besseren Schutz empfohlen.

Kindersicherheit in Flüchtlingsunterkünften

Viele Flüchtlinge verlieren ihr Leben auf der Flucht in die Freiheit, unter ihnen auch zahlreiche Kinder. In der Freiheit angekommen, z.B. in einer deutschen Flüchtlingsunterkunft, fühlen sie sich sicher.
Doch leider haben, den Presseberichten zufolge, schon mindestens fünf Kinder im letzten halben Jahr ihr Leben bei einem Unfall in einer Flüchtlingsunterkunft verloren. Sie sind aus dem Fenster gestürzt oder von umkippenden Möbeln bzw. schweren Gegenständen erschlagen worden. Die BAG "Mehr Sicherheit für Kinder" hat im Rahmen eines Projektes mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Möglichkeit bekommen, Informationsmaterial für die Zielgruppen zu erstellen, um in der Prävention von Kinderunfällen in Flüchtlingseinrichtungen aktiv zu werden. Als Ergebnis des Projektes wird die BAG ein Poster entwickeln, mit dem Fachkräfte, Eltern, Bewohnerinnen und Bewohner auf die typischen Unfallgefahren in Flüchtlingsunterkünften hingewiesen werden. Das Poster wird auf der Webseite der BAG eingestellt.

In der Fachdatenbank Kindersicherheit der BZgA sind zahlreiche Medien und Materialien in verschiedenen Sprachen, in einfacher Sprache oder auch ohne Text zu finden, die sich für die unfallpräventive Arbeit in Flüchtlingsunterkünften oder mit Migrantinnen und Migranten anbieten.

Faltblatt für Eltern warnt vor Gefahren des Schüttelns und gibt Informationen zur Hilfe

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung geben gemeinsam eine Neuauflage des Faltblattes „HILFE! Mein Baby schreit so viel“ heraus. Die Neuauflage des Faltblatts, fachlich überarbeitet und in leichte Sprache übersetzt, verfolgt vor allem zwei Ziele: Zum einen sollen Eltern darüber aufgeklärt werden, dass sie ihr Baby niemals schütteln dürfen. Dadurch wird die Gesundheit gefährdet – bis hin zu einer möglichen Behinderung oder sogar zum Tod des Kindes. Zum anderen erklärt das Faltblatt den Eltern mit leicht verständlichen Texten und anschaulichen Bildern, was ihrem Baby helfen kann sich zu beruhigen, was sie selbst tun können, wenn sie sich in einer solchen Situation befinden und wo sie Hilfe und Unterstützung finden.

  Ansprechpartner*innen

DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Sabine Urban
Kinderhilfe
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de


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