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Newsletter
Kinder- und Jugendschutz
Newsletter Kinder- und Jugendschutz Juni 2015
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Leser_innen,

im Newsletter "Kinder- und Jugendschutz" finden Sie aktuelle bundespolitische Informationen sowie Hinweise auf interessante Fachveröffentlichungen oder Tagungen. Er ersetzt den Infobrief "Schutz vor sexualisierter Gewalt", weil wir gerne über das gesamte Thema des Kinder- und Jugendschutzes informieren möchten.

Sie müssen nun den Newsletter nicht mehr an interessierte Personen weiterleiten. Der Newsletter kann unter diesem Link abonniert werden.

Eine anregende Lektüre wünscht

Juliane Ostrop

Referentin Projekt „Schutz vor sexualisierter Gewalt“ im DRK-Generalsekretariat

 Aus dem DRK

DRK Pressemitteilung: Kinderrechtsbeauftragter braucht Kompetenzen

Das Deutsche Rote Kreuz fordert für die neu zu schaffende Position eines Kinderrechtsbeauftragten strikte Unabhängigkeit und ausreichende Kompetenzen. Angesichts der aktuell laufenden Diskussion zu diesem Thema sagt DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg: „Es gibt viele Probleme im deutschen Kinderalltag, die endlich angepackt werden müssten: Zum Beispiel die Verbesserung der Betreuungsschlüssel in Kindertageseinrichtungen oder die Tatsache, dass Bildungs- und Berufserfolg für Kinder und Jugendliche in Deutschland noch immer entscheidend von der sozialen Herkunft abhängt. Ein Kinderbeauftragter darf deshalb keine Alibi-Position sein.“

Das DRK begrüßt die Petition der Deutschen Akademie für Kinder-und Jugendmedizin an den Bundestag die damit eine wichtige Diskussion zur Stärkung der Kinderrechte angestoßen hat. Bereits Anfang des vergangenen Jahres hatte der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes die Bundesregierung aufgefordert, Verfahren und Kriterien zu entwickeln, die gewährleisten, dass die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland besser berücksichtigt werden. 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Roten Kreuzes vom 23.4.2015

DRK übernimmt Verantwortung für Betroffene sexuellen Kindesmissbrauchs

Das Deutsche Rote Kreuz, die Caritas und der Deutsche Olympische Sportbund werden sich am Ergänzenden Hilfesystem (EHS) für Betroffene sexuellen Missbrauchs im institutionellen Bereich beteiligen. Vorausgegangen waren intensive Gespräche zwischen den jeweiligen Institutionen, dem BMFSFJ, Vertreter_innen der Betroffenen sowie dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des Sexuellen Kindesmissbrauchs. Im DRK haben in den letzten Wochen alle Gremien (VG Bund, Präsidium und Präsidialrat) dazu Beschlüsse gefasst.


Das DRK-Generalsekretariat wird für die Landes- und Kreisverbände die erforderlichen Informationen zum Ergänzenden Hilfesystem zusammenstellen.


Als erstes Bundesland hat die Freie und Hansestadt Hamburg eine entsprechende Vereinbarung zum EHS mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterzeichnet.

 Aus der Fachpolitik

Betroffenenrat nimmt Arbeit auf

Anlässlich seiner ersten Arbeitssitzung trat der neue Betroffenenrat am 22. Mai gemeinsam mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, erstmals an die Öffentlichkeit. Dem Betroffenenrat gehören 15 Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet an, darunter 10 Frauen und 5 Männer in der Altersspanne von rund 20 bis rund 60 Jahren und aus verschiedenen Kontexten des Missbrauchs. Die Mitglieder verfügen neben ihrem eigenen Hintergrund auch durch ihr berufliches Engagement und/oder ihre Aktivitäten in der Selbsthilfe oder in weiteren Gremien über vielfältige Erfahrungen im Themenfeld des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Weitere Informationen zum Betroffenenrat, seiner Arbeit und seinen Mitgliedern finden Sie hier.

Kinderchirurgen fordern verbesserte Kinderschutzstrukturen an Kliniken

Hierzulande leben etwa 2,6 Millionen Kinder in Familien mit einem suchtkranken Elternteil – geschätzte 30.000 von ihnen haben drogenabhängige Eltern. Diese Kinder sind gefährdet, seelisch, psychisch und sozial Schaden zu nehmen, später selbst an einer Sucht zu erkranken oder auch Opfer von physischer Gewalt zu werden. Kinderchirurgen kommen mit diesen Kindern in Kontakt, etwa wenn sie ein verletztes Kind behandeln – und sollten dann Hilfestellungen im Sinne des Kindes einleiten. Jedoch mangelt es in vielen Krankenhäusern an geeigneten Strukturen, die sich dieser Familienproblematik annehmen könnten. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) fordert deshalb deutschlandweit interdisziplinäre Kompetenzstrukturen für den Kinderschutz in und um Kinderkliniken.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) vom 6.5.2015

Smartphones in Kindertageseinrichtungen?

Medien spielen im Alltag von Kindern eine große Rolle, auch Mädchen und Jungen im Vorschulalter wachsen keineswegs medienfern auf. Wer hat nicht schon die "medienkompetenten" Kleinkinder beim Bilder anschauen durch wischen übers Tablet oder Smartphone bewundert? Das Mediennutzungsverhalten von Zwei- bis Fünfjährigen Kindern untersucht die MiniKIM Studie 2014.

Das Thema Möglichkeiten und Grenzen im Umgang mit Medien, Medienkompetenz von Kindern und Erwachsenen und Medienbildung bringen die Ergebnisse der Studie nun in den Fokus mittlere Kindheit. Für das Aufwachsen von Kindern spielt es allemal eine große Rolle, für die pädagogische Arbeit mit kleineren Kindern eine wachsende, wie folgendes Beispiel zeigt. Leider kommt es in altersübergreifenden Einrichtungen, die auch einen Hortbereich haben, zu problematischen Situationen bei der Nutzung von Mobiltelefonen. Größere Kinder, die selbst schon ein Smartphone besitzen oder in sozialen Communitys angemeldet sind, verletzen die Persönlichkeitsrechte durch gepostete Fotos o.ä. von anderen oder gar kleineren Kindern. Besonders pikant, wenn es sich um eine sexuelle Grenzverletzung handelt, wie zum Beispiel ein schnell gemachtes Bild auf der Kindertoilette. Hier sind Fachkräfte, Leitungen und auch Träger in der Pflicht. Über Hausordnungen, Regelungen in Betreuungsverträgen, Vereinbarungen mit dem Eltern- und Kinderrat kann die Nutzung von Smartphones u.ä. reglementiert werden. Diese treffen dann natürlich auch auf Fachkräfte als Vorbilder für Kinder zu.

Erweiterte Führungszeugnisse online beantragen

Erweiterte Führungszeugnisse können von nun an online beim Bundesamt für Justiz beantragt werden. Der Antragsteller muss nicht mehr persönlich beim Einwohnermeldeamt erscheinen.

Voraussetzung für die Beantragung ist, dass der Antragsteller einen neuen Personalausweis oder einen elektronischen Aufenthaltstitel mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion besitzt. Außerdem benötigt er einen für die Online-Identitätsprüfung zugelassenen Kartenleser. Die Bezahlung erfolgt mittels Kreditkarte oder durch eine Online-Überweisung über Giropay.

Nähere Informationen im Online-Portal des Bundesamtes für Justiz.

 Veranstaltungen und Fortbildungen

Kindliche Sexualität: Zwischen sexueller Bildung und Schutz vor Missbrauch

Jedes Jahr veranstaltet die Liga für das Kind eine Jahrestagung, auf der ein Thema in wissenschaftlicher, praktischer und politischer Perspektive behandelt wird.

Die diesjährige Jahrestagung findet zu dem Thema "Kindliche Sexualität:
Zwischen sexueller Bildung und Schutz vor Missbrauch" am 9./10.10. 2015 in Erfurt statt. Das Programm und die Anmeldemöglichkeit finden Sie unter den unterlegten Links.

Vorankündigung: Grundkurs "Kinderschutz in DRK-Kindertageseinrichtungen"

Vom 25.-29. April 2016 wird das DRK Generalsekretariat e.V. wieder einen Grundkurs "Kinderschutz in DRK-Kindertageseinrichtungen", diesmal im Raum Nordrhein-Westfalen anbieten. Der genaue Ort und das Programm werden noch bekannt gegeben.

 Links und Literatur

www.sichere-orte-schaffen.de

Ein Drittel aller Opfer sexuellen Missbrauchs ist zwischen 12 und 18 Jahre alt. Auch junge Erwachsene werden ebenso wie Jugendliche nicht selten am Ausbildungsplatz, in der Disko, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Schule oder im Netz durch Erwachsene oder Gleichaltrige sexuell belästigt. Dennoch gibt es bis heute kaum Präventionsmaterialien für jugendliche Mädchen und Jungen sowie junge Frauen und Männer.

Nun hat Zartbitter eine Homepage mit den neuen inklusiven Präventionsmaterialien (u.a. Videos, Comic-Clips, Skulpturen, Songs) und ersten Arbeitshilfen für Fachkräfte ins Netz gestellt. Die Materialien empfehlen sich nicht nur als Arbeitshilfe für die Jugendarbeit, sondern ebenso für (Berufs-) Schulen.

www.sichere-orte-schaffen.de

Digitale Risiken

Digitale Medien bieten Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten, mit anderen zu kommunizieren oder sich schnell Wissen anzueignen. Vor allem soziale Netzwerke und Chats im Internet bergen aber auch Risiken. Denn Täter und Täterinnen versuchen hier, aus der Anonymität heraus, mit Mädchen und Jungen Kontakt aufzunehmen. Sexuell gefärbte Dialoge, die Zusendung von pornografischen Inhalten bis zur Verabredung eines realen Treffens - die Bandbreite möglicher Übergriffe ist groß. Die digitalen Risiken für Kinder und Jugendliche, aber auch, was Eltern und andere Erziehende wirksam gegen Gefahren aus dem Netz tun können, werden auf der Webseite des Unabhängigen Beauftragen für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs geschildert.

Opfer, Schlampe, Hurensohn

Was sollen Jugendliche tun, wenn sie einen Mobbing-Fall mitbekommen? Wie können sich Betroffene schützen? Das Internetportal handysektor.de widmet sich dem Thema Cyber-Mobbing inklusive neuem Erklärvideo.

Buchtip: Anna und Jan gehen vor Gericht

"Anna und Jan gehen vor Gericht" ist ein Kinderbuch zur Psychosozialen Prozessvorbereitung bei Sexualstraftaten. Es erklärt in kindgerechter Weise, was ein Strafverfahren ist, wie dieses abläuft und wer alles daran beteiligt ist. Es enthält darüber hinaus Informationen, wer vor, während oder nach einem Strafverfahren helfen kann.

Das Buch wurde von zwei Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle Violetta aus Hannover geschrieben, die Betroffene sexueller Gewalt betreuen und Erfahrungen im Umgang mit Polizei und vor Gericht haben.

Hier findet man das Buch als pdf.

  Ansprechpartner*innen

DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Sabine Urban
Kinderhilfe
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de


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