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Newsletter
Kinder- und Jugendschutz
Newsletter Kinder- und Jugendschutz Dezember 2016
DRK-Generalsekretariat
Team Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Inhalt

Liebe Leser*innen,

wir haben wieder aktuelle Informationen zu verschiedenen Themen des Kinder- und Jugendschutzes für Sie zusammengestellt, wünschen eine interessante Lektüre und einen guten Start für das Jahr 2017.

Beste Grüße

Sabine Urban
Referentin Kinderhilfe/Kindertagesbetreuung

Team - Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
DRK Generalsekretariat

 

 

 Veranstaltungen

Kinderschutzzentren: Fachkongress zum Thema Psychisch kranke Eltern am 23./24. März 2017 in Mainz

Der erste Fachkongress der Kidnerschutzzentren im Jahr 2017 dreht sich um psychisch kranke Eltern und Risikofaktoren für ihre Kinder. Welche Facetten psychischer Erkrankungen gibt es, welche Auswirkungen haben diese auf das Kindeswohl, und wie sehen Hilfe- und Unterstützungsangebote aus? Dies sind nur einige der Fragen, die die Kolleg*innen in Vorträgen, Foren und Workshops genauer beleuchten wollen. Eine Anmeldung ist in Kürze hier möglich.

 Fachpolitisch Aktuelles

Umgang mit sexueller Gewalt - Eine praktische Orientierungshilfe für pädagogische Fachkräfte

Im Zusammenhang mit der Studie "Sprich mit! - Erfahrungen von Jugendlichen in Einrichtungen der Jugendhilfe und Internaten zu sexualisierter Gewalt" wurden aktuell nicht nur die Ergebnisse veröffentlicht, sondern auch ein praktischer Leitfaden entwickelt. Dieser soll Mitarbeitenden in Einrichtungen der Hilfe zur Selbsthilfe im Umgang mit Fällen sexueller Gewalt sein. Dafür wird zunächst dargestellt, was sexuelle gewalt ist und wie diese erkannt werden kann. Konkrete Handlungsempfehlungen sollen bei der Orientierung in einem (Verdachts-)Fall von sexueller Gewalt unterstützen. Dabei werden u.a. wichtige Hinweise zur Dokumentation relevanter Informationen in solchen Fällen sowie rechtliche Aspekte, Tipps zur Gesprächsführung und Unterstützungsmöglichkeiten für alle Mitarbeitenden beschrieben. Weiterhin werden Hinweise zur Umsetzung von Schutzkonzepten zur Prävention sexueller Gewalt in Einrichtungen gegeben.

Mit der Orientierungshilfe soll das Bewusstsein für Verdachtsfälle ebenso wie die eigene Handlungssicherheit gefördert werden. Entstanden ist die vorliegende Arbeit im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten o.g. Projektes. Durchgeführt wurde das Projekt von Prof. Dr. Thea Rau an der Univeristätsklinik in Ulm.

Die sehr umfassende und interessante Orientierungshilfe finden Sie hier.

„Aktionsplan im Dialog“ – Netzwerkarbeit für den Kinderschutz

Anlässlich des Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch fand am 17./18.11.2016 die Netzwerkkonferenz "Aktionsplan im Dialog" statt. Themen waren Präventions- und Schutzmaßnahmen sowie Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Betroffene.

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesjugendministerium, eröffnete die Netzwerkonferenz gemeinsam mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Herrn Johannes-Wilhelm Rörig.

"Das Recht von Mädchen und Jungen auf Schutz vor sexueller Gewalt und Ausbeutung ist ein elementares Kinderrecht. Bei allen Maßnahmen, die wir in diesem Bereich ergreifen, müssen wir noch mehr vom Kind her denken", sagte Dr. Ralf Kleindiek in seiner Eröffnungsrede.

Das breite Themenfeld der Konferenz reicht von Präventions- und Schutzmaßnahmen in Einrichtungen, bedarfsgerechten Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Betroffene, Schutz vor sexueller Ausbeutung im Tourismus und Schutz in den digitalen Medien über Risiken sexueller Ausbeutung für geflüchtete Kinder bis hin zur Verbesserung von Schutz und Unterstützung für Kinder, die Opfer von Menschenhandel oder ritueller sexualisierter Gewalt geworden sind.

Die Konferenz fällt auf den zweiten Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. Der Tag geht auf eine Initiative des Europarats zurück, die seit 2015 an diesem Tag zahlreiche Aktivitäten vor Ort und über die sozialen Netzwerke in den Mitgliedstaaten bündelt.

Die Netzwerkkonferenz dient in erster Linie der Weiterentwicklung des Aktionsplans der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung und greift damit auch die Themen aus dem Gesamtkonzept zum Schutz von Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2014 auf.

Videoreportage von Jugendlichen

Mit dabei war auch eine Jugenddelegation von 27 Jugendlichen und jungen Erwachsenen der unterschiedlichsten Jugendgruppen, die als Expertinnen und Experten in eigener Sache aus ganz Deutschland angereist waren und engagiert mitdiskutierten. Ihre Sicht auf die Veranstaltung haben sie in einer Videoreportage festgehalten

Bilanz des Unabhängigen Beauftragten

Neben dem Staatssekretär würdigte auch der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes-Wilhelm Rörig das Engagement der Akteurinnen und Akteure. In seiner Bilanz ging er unter anderem auf den wichtigen Start der Unabhängigen Aufarbeitungskommission und die gemeinsam mit den Kultusbehörden der Länder entwickelte Initiative "Schule gegen sexuelle Gewalt" ein. Beklagenswert sei nach wie vor die vielerorts nicht ausreichende Ausstattung der Fachberatungsstellen und die enorme Verzögerung bei der Reform des Opferentschädigungsgesetzes. Die Rede des UBSKM finden Sie hier.

Kinderrechte

Guter Kinderschutz fängt mit der Stärkung von Kinderrechten an. Kinder haben ihre ganz eigenen Rechte - sie gehören ausdrücklich ins Grundgesetz. Das findet auch ein Großteil der Bevölkerung: In einer aktuellen Umfrage des Bundesfamilienministeriums sprechen sich 79 Prozent der Befragten dafür aus, dass die in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen festgelegten Kinderrechte ausdrücklich im Grundgesetz verankert werden.

 

Quelle: PM BMFSFJ, 17.11.2016

Schutz, Prävention und Therapie stärken

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verstärkt die Forschung zu sexualisierter Gewalt und Missbrauch, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Mit insgesamt 25 Millionen Euro starten weitere Forschungsvorhaben. Untersucht werden insbesondere sexualisierte Gewalt im pädagogischen Umfeld sowie Verhaltensstörungen, die im Zusammenhang mit Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend auftreten können.                                               

"Wir wollen den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt weiter verbessern. Präventiv setzen wir verstärkt auf kindgerechte Aufklärung und Sensibilisierung von Erziehern und Lehrkräften. Zugleich wird die Gesundheitsforschung ausgebaut, um für Betroffene neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Dabei sollen Forschung und Praxis noch enger vernetzt werden.

Seit 2011 baut das BMBF eine nachhaltige und international sichtbare Wissenschafts- und Forschungslandschaft zum Thema sexualisierter Gewalt und Missbrauch in Deutschland auf. Über 50 Forschungsvorhaben und fünf Juniorprofessuren konnten bislang etabliert und mit rund 38 Millionen Euro gefördert werden.

Ergebnisse dieser Forschung wurden heute auf der Tagung "Schutz, Prävention, Therapie – Forschung zu sexualisierter Gewalt" in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Wissenschaftlerinnen der Technischen Hochschule Nürnberg präsentierten ein Präventionskonzept für Kinder im Vorschulalter, das in dem Projekt "Resilienz und Sicherheit" entwickelt wurde. Der Forschungsverbund CANMANAGE an der Universität Ulm zeigte, wie Kindern und Jugendlichen, die Opfer von Missbrauch oder Misshandlung geworden sind, besser geholfen werden kann. Entscheidend dafür ist, dass Kinder- und Jugendhilfe, Justiz und Gesundheitsversorgung eng zusammenarbeiten.

Für die kommende Förderphase werden folgende Schwerpunkte gesetzt und eine Transferforschung für die Praxis bevorzugt.

- strukturelle Bedingungen sexualisiierter Gewalt in pädagogischen Kontexten

- personale und interaktionale Bedingungsfaktoren sexualisierter Gewalt im Spannungsverhältnis von Nähe und Distanz in pädagogischen Kontexten

- Resilienz und Salutogenese stärkende Faktoren für eine verbesserte sexuelle Selbstbestimmung, zur Abwehr und Verarbeitung sexualisierter Grenzverletzungen und zur Entwicklung förderlicher Rahmenbedingungen

- Evaluation und (Weiter-)entwicklung präventiver pädagogischer Konzepte, Strategien und Materialien einschließlich Fort- und Weiterbildungskonzete für Fachkräfte und sonstige im pädagogischen Bereich Beschäftigte.

Antragssteller ist immer die Forschungseinrichtung, die aber eine Zusammenarbeit mit der Praxis nachweisen muss. Ziel der Forschung soll ein Nutzen für die PRaxis sein. Wenn Sie also interessante Projekte haben oder Interesse ein Projekt planen, was evaluiert werden soll, könnte ein Kontakt zu Forschungseinrichtungen interessant sein. Eine Übersicht über die Juniorprofessuren erhalten Sie im nächsten Artikel.

Weitere Informationen zum Thema unter:

https://www.bmbf.de/de/schutz-von-kindern-und-jugendlichen-vor-sexueller-gewalt-1241.html

In der Sendung Mona-Lisa im ZDF vom 3.12.2016 wurde zum Thema und zur Netzwerkkonferenz berichtet. Den spannenden Beitrag sowie die Intervies mit Frau Wanka und Herrn Rörig finden Sie hier:

https://www.zdf.de/gesellschaft/ml-mona-lisa/der-kampf-gegen-kindesmissbrauch-100.html

Das Thema Sexualisierte Gewalt im Studium Soziale Arbeit

"Bislang wird das Thema an den Hochschulen viel zu wenig behandelt. Sexueller Missbrauch von Kindern ist, ebenso wie Vernachlässigung und Misshandlung, auch in der Wissenschaft vielfach ein Tabuthema. Das hat weitreichende Folgen. Da es kaum Professorinnen und Professoren, Doktorandinnen und Doktoranden und Habilitierende gibt, die sexualisierte Gewalt zum Schwerpunkt haben, werden nur ausnahmsweise Vorlesungen und Seminare zum Thema angeboten. Die nachwachsende Generation wird in ihrer Ausbildung kaum mit der Thematik konfrontiert."

Dieses Zitat aus dem Abschlussbericht des „Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch“ (2011, S. 43) markiert sehr deutlich eine Lücke im bisherigen Angebot universitärer und hochschulischer Ausbildung. Zwar gab es immer Forscherinnen und Forscher sowie Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, die das Thema sexuelle Gewalt in Lehrveranstaltungen diskutiert haben, jedoch fehlte zumeist eine strukturelle Verankerung und Absicherung durch entsprechende Profes-suren und Denominationen. Die Förderung von fünf Juniorprofessuren innerhalb der Förderlinie „Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ gibt den Anstoß, dem Thema einen dauerhaften Platz in der hochschulischen Ausbildung zu geben und trägt zum Aufau einer flächendecken-den Forschungs- und Wissenschaftslandschaft zu den Themen Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt bei. Damit der Aufau einer solchen Landschaft gelingt, sehen sich die Juniorprofessorinnen und -professoren auch als Unterstützerinnen und Unterstützer der Vernetzung der vielfältigen Projekte der Förderlinie untereinander. Sie setzen sich außerdem für die Verständigung auf gemeinsame forschungsethische Standards sowie Qualitätsrahmungen für Aus-, Fort- und Weiterbildungen und abgestimmte Handlungsempfehlungen für die Praxis ein. Die Juniorprofessuren leisten mit ihrer Arbeit zum einen ihren Beitrag zu einer grundlegenden Professionalisierung im Handlungsfeld und zum anderen gestalten sie die Etablierung eines guten Theorie-Praxis-Transfers mit. Die Juniorprofessuren der Standorte in Kiel, Hamburg, Münster, Kassel und Merseburg tragen den dort bereits vorhandenen (sexual-)pädagogischen und sexualwissenschaftlichen Schwerpunkten sowie den jeweiligen Zentren universitärer Ausbildung in Schule und Sozialer Arbeit Rechnung.

Eine Übersicht der Juniorprofessuren finden Sie im Abschlussbericht der ersten Förderlinie "Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten" des BMBF auf Seite 10 ff.

Wenn das eigene Zuhause nicht sicher ist – Gewalt in Paarbeziehungen

Am 22.11.2016 haben Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und der Präsident des Bundeskriminalamtes Holger Münch zum ersten Mal Zahlen vorgestellt, die einen Einblick darüber bieten, in welchem Umfang und mit welchen Ausprägungen Gewalt in Paarbeziehungen bei der Polizei bekannt wird.

Erstmals liegt eine detaillierte Aufbereitung vor, die zeigt, in welcher Beziehung Täter und Opfer stehen, welche Delikte passieren. Leider wird deutlich: Mord und Totschlag, Sexualdelikte, Körperverletzungen und Stalking kommen nicht selten in Beziehungen vor.

Die kriminalstatistische Auswertung des BKA bestätigt: Meist sind es Frauen (82%), die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind. Fast die Hälfte von ihnen lebte zum Tatzeitpunkt mit dem Täter in einem Haushalt (49%).

„Häusliche Gewalt gegen Frauen, gegen Männer, gegen Kinder ist keine Privatsache. Es ist eine Straftat – und sie muss entsprechend verfolgt werden. Gewalt, die oft in den eigenen vier Wänden stattfindet, also an einem Ort, wo man sich eigentlich sicher fühlen sollte – ist leider für viele Frauen Realität. Dieses Tabu, darüber nicht zu sprechen, muss weiter gebrochen werden. Zum ersten Mal wurden nun Zahlen ausgewertet speziell zu diesem Thema:“, machte die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig deutlich.

„Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter“, sagt BKA-Präsident Holger Münch. „In einer erstmals erstellten Auswertung der bei der Polizei registrierten Fälle haben wir festgestellt, dass sie über subtile Formen wie Demütigungen, Beleidigungen und Einschüchterungen, psychischen, physischen und sexuellen Misshandlungen bis hin zu Vergewaltigungen und Tötungen reicht. Ebenso muss man von einem nicht unerheblichen Dunkelfeld ausgehen. Denn Opfer häuslicher Gewalt empfinden ihre Situation oft als ausweglos, sie werden nicht bemerkt und sie machen sich nicht bemerkbar. Hier sind neben den Strafverfolgungsbehörden vor allem staatliche und nichtstaatliche Institutionen gefragt, Opfern mit Hilfsangeboten zur Seite zu stehen. Partnerschaftsgewalt darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben!“

Zu den Zahlen:

Im Jahr 2015 wurden durch ihre Partner oder Ex-Partner insgesamt 127.457 Personen Opfer von Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking, davon knapp 82% Frauen.

Das sind über 104.000 Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen waren. Gemessen an der Gesamtzahl weiblicher Opfer in den Bereichen Mord und Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking ist das ein Anteil von 36%.

In 2015 wurden in Deutschland Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt

o          von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung: über 65.800,

o          von Bedrohung: über 16.200,

o          von gefährlicher Körperverletzung: über 11.400,

o          von Stalking: über 7.900,

o          von Mord und Totschlag: 331.

Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Partnerschaften sind die Opfer zu fast 100% weiblich, bei Stalking und Bedrohung in der Partnerschaft sind es fast 90%. Bei vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung sowie bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen sind es 80%.

Bei deliktsspezifischer Betrachtung ist festzustellen, dass der größte Anteil der Opfer partnerschaftlicher Gewalt, gemessen an der Opfergesamtzahl in den einzelnen Straftatenbereichen, im Jahr 2015 sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern auf Nachstellung (Stalking) entfiel (Anteil bei den weiblichen Opfern 46,7%, bei den männlichen 20,9%), gefolgt von Mord und Totschlag (Anteil bei den weiblichen Opfern 43,7%, bei den männlichen 5,1%) sowie vorsätzlicher einfacher Körperverletzung (Anteil bei den weiblichen Opfern 39,4%, bei den männlichen 6,4%).

Ministerin Schwesig erklärt dazu: „Wir brauchen diese Zahlen, denn sie helfen dabei, häusliche Gewalt sichtbar zu machen. Sie helfen auch, Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von häuslicher Gewalt zu entwickeln. Sie sind zugleich ein Indikator dafür, in welchem Umfang sich Opfer trauen, Hilfe bei Polizei und Justiz zu suchen. Die Bundesregierung räumt dem Schutz vor Gewalt höchste Priorität ein.“

Mit dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 08000 116 016 wird betroffenen Frauen seit 2013 eine bundesweite 24 Stunden-Beratung angeboten, die kostenlos eine anonyme und niedrigschwellige Erstberatung in 15 Sprachen ermöglicht.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.bka.de und www.hilfetelefon.de

Kindeswohl und elterliche Sorge im Lichte der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts

Am 30. November 2016 trafen sich Fachkräfte aus den Jugendämtern, Familienrichter/innen und Rechtsanwälte zu einer gemeinsamen Tagung in Mainz. Anlass der Veranstaltung waren Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, bei denen Eltern gegen den Entzug der elterlichen Sorge geklagt hatten und das Gericht die vorausgegangenen familiengerichtlichen Entscheidungen als verfassungswidrig eingestuft hatte.

Bei der Tagung sollten die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf die Arbeit der Familiengerichte und die Tätigkeit der Jugendämter in den Blick genommen werden.

Eröffnet wurde die Veranstaltung, die vom Sozialpädagogischen Fortbildungszentrum in Kooperation mit dem Ministerium der Justiz und der Rechtsanwaltskammer Koblenz organisiert worden war, durch den Präsidenten des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung Detlef Placzek. Er hob hervor, dass der Entzug der elterlichen Sorge ein höchst gravierender Eingriff in die Grundrechte und das Leben eines Kindes und seiner Familie darstellt und dass das Bundesverfassungsgericht in seinen Entscheidungen sehr gezielt die Punkte in Sorgerechtsverfahren benannt hat, an denen eine besondere Sorgfalt und Prüfung erforderlich ist.

Ingrid Luther, Direktorin des Amtsgerichts Wittlich stellte in ihrem Vortrag noch einmal die vom Bundesverfassungsgericht besonders hervorgehobenen Vorgaben dar.

Nachhaltige Kindeswohlgefährdung setzt voraus, dass schon ein Schaden eingetreten ist oder, dass gegenwärtig eine derartige Gefahr besteht, dass bei weiterer Entwicklung eine erhebliche Schädigung ziemlich sicher voraussehbar ist. Ein Sorgerechtsentzug ist ultima ratio und muss besonders strengen Anforderungen genügen. Können und wollen die Eltern die Gefahr abwenden, bedarf es keines Sorgerechtsentzugs. Frau Luther legte detailliert dar, welche Vorgaben sich aus den Verfassungsgerichtsentscheidungen ergeben für den Ablauf und die Gestaltung des familiengerichtlichen Verfahrens und betonte insbesondere die hohen Darlegungserfordernisse bei der Begründung der richterlichen Entscheidung. Es darf keine pauschale Bezugnahme auf Jugendamtsberichte, Stellungnahmen von Fachkräften oder des Verfahrensbeistands oder auf Sachverständigengutachten geben, sondern es ist eine eigene Würdigung konkret darzulegender Tatsachen vorzunehmen.

Prof. Dr. Schrapper von der Uni Koblenz nahm im zweiten Vortrag die Anforderungen an das Jugendamt genauer in Augenschein. Die Sachverhaltsdarstellung für das Gericht muss die 3 großen K erfüllen: Konkret beobachten, konkret beschreiben, und konkret belegen.

Dazu kommt das kleine 1 x 1 der Kindeswohlgefährdung:

  • es muss eine gegenwärtige Gefahr gegeben und ein erheblicher Schaden mit ziemlicher Sicherheit vorhersehbar sein;
  • Art, Schwere und Eintrittswahrscheinlichkeit der Schädigung müssen benannt werden;
  • die Bedeutung des realen elterlichen Verhaltens und der tatsächlichen Entwicklung müssen erläutert sein;
  • nur wer tatsächlich helfen kann, darf eingreifen;
  • Vorurteile und (fremdenfeindlichen) Unterstellungen müssen vermieden werden;
  • wer (gut) schreibt, der bleibt ...

Das Jugendamt wird den Anforderungen gerecht indem es

  • systematische Instrumente zur Beobachtung, Dokumentation und Analyse konkreter Lebenssituationen nutzt;
  • über vertiefte Kenntnisse kindlicher Entwicklung und familiärer Beziehungsdynamik verfügt;
  • fundierte Reflexions- und Vergewisserungs-Schleifen entwickelt;
  • Konzepte und Kompetenzen für Deeskalation und Konfliktmoderation besitzt;
  • Zugang zu qualifizierten Unterstützungs- und Hilfeangeboten in familiären Krisen hat;
  • eine konstruktive, verständigungsorientierte und entschiedene Haltung zeigt;
  • über qualifiziertes Personal, gute Konzepte, tragfähige Kooperationen verfügt.

Sein Fazit: Die Richter am Bundesverfassungsgericht...

  • haben der Praxis in deutschen Gerichts- und Amtsstuben eine deutliche Rüge erteilt.
  • stellen hohe Anforderungen an Sorgfalt, Präzision und Haltung.
  • stehen für ein erkennbares Plädoyer für Kinder-Grundrechte.
  • sehen eine staatliche Verpflichtung zu qualifizierter Unterstützung und Hilfe durch eine sozialpädagogische Kinder- und Jugendhilfe.

Am Nachmittag wurde in drei professionsübergreifenden Gruppen die aktuelle Praxis unter dem Blickwinkel der aufgezeigten besonderen Anforderungen diskutiert. Einig war man sich in allen Gruppen, dass mehr Qualifizierungsangebote gebraucht werden. Befürwortet wurde besonders, dass es auch weiterhin berufsgruppenübergreifende interdisziplinäre Veranstaltungen geben soll.

Quelle: Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz vom 12.12.2016

 Tipps und Links

Masterstudiengang „Kinderschutz“ an der Alice Solomon Hochschule Berlin Bewerbungen können ab jetzt eingereicht werden

Seit Frühjahr 2015 bietet die Alice Salomon Hochschule (ASH Berlin) den weiterbildenden Masterstudiengang „Kinderschutz – Dialogische Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen und im Kinderschutz“ an. Das Teilzeitstudium richtet sich an Praktiker(innen) der Sozialen Arbeit, des Gesundheitssystems sowie des Bildungswesens, die mit Frühen Hilfen und/oder Kinderschutz befasst sind. Die Bewerbungsfrist für das Sommersemester hat nun begonnen und läuft noch bis zum 15. Februar 2017.Weitere Informationen finden Sie hier.

EMMA unantastbar! Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Mädchen mit geistiger Behinderung

EMMA unantastbar! ist ein Projekt zur Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Mädchen mit einer leichten geistigen Behinderung (IQ von 50-69).

Frauen mit geistiger Behinderung sind zwei- bis viermal häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als die Allgemeinbevölkerung. Trotz dieser Tatsache gibt es nur vier englischsprachige Studien zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern mit einer geistigen Behinderung, in deutschen Fachzeitschriften sogar keine.

Einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren und Jugend (BMFSFJ) zufolge erlebt etwa jedes vierte Mädchen mit geistiger Behinderung bereits vor seinem 18. Geburtstag sexuelle Übergriffe und sexualisierte Gewalt. Die Studie des BMFSFJ empfiehlt daher, dass Prävention bereits im Kindes- und Jugendalter einsetzen sollte.

Genau dies beabsichtigt das Präventionsprogramm EMMA unantastbar!

Das Präventionsprojekt EMMA unantastbar! wurde von der Universität Rostock zusammen mit dem kbo-Heckscher Klinikum München und Wildwasser München e.V. ins Leben gerufen. Unser Anliegen ist es, speziell Mädchen mit geistiger Behinderung vor sexualisierter Gewalt zu schützen.


Ziel des Projektes ist es, ein Präventionstraining zu entwickeln und zu evaluieren, welches das Risiko für Mädchen mit geistiger Behinderung senkt, Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden. Die Mädchen sollen lernen, Grenzverletzungen und potentiell gefährliche Situationen zu erkennen, und Handlungskompetenzen zu entwickeln. Insgesamt soll das Selbstbewusstsein der Mädchen gestärkt werden.

Im Rahmen von EMMA unantastbar! erhalten aktuell 146 Mädchen zwischen 8 und 12 Jahren mit leichter geistiger Behinderung ein Präventionstraining, das von Psychologinnen und Pädagoginnen an den Standorten München und Rostock durchgeführt wird. Die Teilnahme an EMMA unantastbar! ist für die Mädchen selbstverständlich kostenfrei.

Das Programm wird nach Abschluss der Studie Fachkräften, die mit Kindern mit geistiger Behinderung arbeiten, und ausgebildeten Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstrainerinnen als Trainingsmanual über einen halböffentlichen Online-Zugang verfügbar gemacht. Durchgeführt wird das Projekt durch die Uni Rostock. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderlinie von Forschungsvorhaben zu sexualisierter Gewalt.

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage des Projektes.

Forschungsprojekt RELEASE - Traumatherapie für Betroffene von Missbrauch und Gewalt in der Kindheit

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt RELEASE arbeiten klinisch und wissenschaftlich tätige Psychologen, Psychotherapeuten  und Ärzte gemeinsam an dem Ziel, die psychischen Folgen von Missbracuh und Gewalt besser zu verstehen und zu behandeln. Viele Betroffene von Gewalterfahrung oder sexuellem Missbrauch in der Kindheit und Jugend entwickeln Posttraumatische Belastungsstörungen. Im Rahmen der klinischen Studie bietet das Projekt betroffenen Frauen eine ambulante Psychotherapie bei speziell ausgebildeten Therapeuten an. Die Therapie wird an drei Zentren in Deutschland durchgeführt. Mehr Informationen zum Projekt und Zugang für Betroffene finden Sie unter http://www.traumatherapie-verbund.de/

Wissen to Go: Selbstverletzendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen

In der Broschüre werden Tipps und Informationen für Jugendleiter/-innen zum Thema Selbstverletzendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen praxisnah und kompakt zusammengefasst. Herausgegeben wird die Ausgabe der Reihe »Wissen to go« vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend Landesverband NRW e.V. und der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V.
Der gefaltete Din-A-4-Flyer bietet Basiswissen zum Thema, wichtige Kontaktadressen und vor allem konkrete Tipps für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, kurz zusammengefasst in einem übersichtlichen Ampelsystem. So können haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte sich im Bedarfsfall schnell informieren, wie etwa ein bestimmtes Verhalten einzuschätzen ist und welche Handlungsschritte ratsam wären.


Bestellungen an: Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V., Schillerstraße 44a, 48155 Münster, Telefon: 0251 54027, Telefax: 0251 518609, E-Mail: info@thema-jugend.de

Quelle: Pressemitteilung der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V., Münster, 27. September 2016

 

 

»Geflüchtete Kinder und Jugendliche« Neues Dossier der BAJ

Weltweit sind 50% der Flüchtlinge unter 18 Jahre alt. Sie sind alleine oder mit Familienangehörigen auf der Flucht. Nach Deutschland sind 2015 über 300.000 Kinder und Jugendliche geflüchtet, davon die überwiegende Mehrheit in Begleitung von Familienangehörigen.


Im Dossier »Geflüchtete Kinder und Jugendliche« werden verschiedene relevante Aspekte angesprochen, z.B. die Unterbringungs- und Versorgungssituation, die Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuungsangebote sowie rechtliche Aspekte. Die Zusammenstellung von aktuellen Studien und Projekten, Stellungnahmen und Positionspapieren, sowie ausgewählter Materialien und Adressen bietet einen kompakten Überblick zum Thema.
Das Dossier 1/2016 »Geflüchtete Kinder und Jugendliche« ist auch in höherer Stückzahl kostenlos erhältlich. Bezug: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, info@bag-jugendschutz.de, Online unter http://www.bag-jugendschutz.de/publikationen_dossiers.html

Quelle: Pressemeldung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e. V., Berlin, 11. Oktober 2016

Kostenlose Broschüren zu Kinderunfällen der Aktion DAS SICHERE HAUS

Die Aktion Das Sichere Haus (DSH), Hamburg, verschickt ein kostenloses Info-Paket rund um den Unfall- und Gesundheitsschutz von Kindern. Das Paket umfasst fünf Broschüren, unter anderem zu Vergiftungsunfällen bei Kindern und zu sicheren Kinderfahrzeugen wie Laufrad oder Inlineskates.
„Wir wollen, dass Kinder sicher, gesund und mit viel Bewegung aufwachsen. Deshalb diese kostenlose Aktion“, sagt Dr. Susanne Woelk, Geschäftsführerin der DSH. Pro Jahr passieren in Deutschland rund 5,9 Millionen Heim- und Freizeitunfälle – viele von ihnen betreffen Kinder unter 14 Jahren. Zwischen 60 und 80 dieser Unfälle endeten in den vergangenen Jahren tödlich.


Das Paket enthält diese Broschüren:
„Achtung! Giftig! Vergiftungsunfälle bei Kindern“: So können Vergiftungen mit Reinigungsmitteln, Medikamenten, Kosmetika, Nikotin und Alkohol vermieden werden. Wie sieht eigentlich die giftige Herbstzeitlose aus? Was muss ich tun, wenn mein Kind sich vergiftet hat?
„Mobile Kinder. Tipps für Kinderfahrzeuge – vom Rutschauto bis zum Snowboard“: Sicher unterwegs im Straßenverkehr, in der Halfpipe, im Schnee. Welche Schutzausrüstung brauchen Mini-Radler und Inline-Skater? Laufräder können ganz schön schnell werden.
„Babysitter: auswählen, einweisen, versichern“: Faltblatt für Eltern, die auch mal wieder einen freien Abend genießen wollen. Was müssen Babysitter und Eltern beachten, zum Beispiel bei der Einweisung in den Haushalt? Muss mein Babysitter eine Haftpflichtversicherung haben?
„Spiele von gestern für Kinder von heute – Spiele drinnen“: Reaktions-, Merk- und Geschicklichkeitsspiele für Kinder und Kindergruppen ab drei Jahre.
„Spiele von gestern für Kinder von heute – Spiele draußen“: Ball-, Hüpf- und Laufspiele für Kinder und Kindergruppen ab fünf Jahre.


Bezugsadressen: Das Kindersicherheitspaket kann so bestellt werden:
Internet: http://das-sichere-haus.de/broschueren/kinder/cache/nc/
Mail: bestellung@das-sichere-haus.de, Stichwort „Kisipa“
Post: DSH, „Kisipa“, Holsteinischer Kamp 62, 22081 Hamburg.
Quelle: OTS: DSH - Aktion Das Sichere Haus vom 6.9.2016

Cyber-Mobbing. Informationen für Jugendliche

Mobbing ist kein Spaß. Trotzdem passiert es in vielen Schulklassen und anderen Gruppen. Und Cyber-Mobbing spielt dabei oft die Hauptrolle: Demütigungen oder Drohungen per Textnachricht, gemeine Fotos oder Filme, die heimlich aufgenommen und dann weitergeleitet werden – es gibt eine Menge Möglichkeiten, andere zu schikanieren und bloßzustellen. Wer so etwas erlebt, weiß, dass Mobbing großen Stress verursacht.
In der Broschüre der LJS werden Beispiele für Cyber-Mobbing und seine Folgen beschrieben. Es wird erklärt, wie man sich schützen und auf Attacken reagieren kann. Und es gibt Hinweise, was man gegen Mobbing tun kann, auch wenn man selbst gar nicht betroffen ist.
Jugendliche können sich mit der Broschüre eigenständig über das Thema informieren. Darüber hinaus kann das Heft auch als Einstieg in Gruppengespräche zu Gewalt im Netz genutzt werden. Mit der Übersetzung in die englische und die arabische Sprache sollen auch die Jugendlichen erreicht werden, die erst kurz in Deutschland leben und aufgrund von Sprachschwierigkeiten mit vorhandenen Unterstützungs- und Hilfsangeboten in Kontakt sind.
Cyber-Mobbing. Informationen für Jugendliche
Hrsg.: Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen
DIN A6 | 16 Seiten | 1. Auflage 2016 (deutsch-englisch-arabisch)
Bestellung unter: www.jugendschutz-materialien.de

Quelle: Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Hannover, August 2016

 

 

Erste-Hilfe-App bei Cybermobbing Hilfe von Jugendlichen für Jugendliche

Beleidigungen auf Facebook oder peinliche Fotos, die über WhatsApp verbreitet werden – Cybermobbing ist unter Jugendlichen keine Seltenheit. Teilnehmer des »Youth Panels« der EU-Initiative Klicksafe haben daher eine Smartphone-App entwickelt, die Jugendlichen bei Mobbing über Internet und Handy Unterstützung anbietet.  Die App bietet Jugendlichen im Alter von zehn bis 16 Jahren in akuten Mobbing-Situationen Unterstützung an, etwa wenn jemand über soziale Medien oder Messenger beschimpft wird oder peinliche Fotos verbreitet werden. Im Mittelpunkt der App stehen die beiden Guides Tom und Emilia, die hilfesuchende Jugendliche durch die App führen und Tipps geben. Klickt man einen der beiden an, kann man sich zum Beispiel kurze Videos und Tutorials zu verschiedenen Themen anschauen. »In den Videos werden viele Tipps gegeben, etwa, dass man sich jemandem anvertrauen soll, wie man mithilfe eines Screenshots die Angriffe dokumentiert, wie man auf den verschiedenen Plattformen jemanden meldet, blockiert oder löscht, aber auch zur rechtlichen Situation«, erklärt Stefanie Rack von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) in Ludwigshafen.
Die App kann kostenfrei von den gängigen App-Stores für iOS und Android heruntergeladen werden.

Quelle: www.polizei-dein-partner.de, 15. September 201

Neuer Elternratgeber "Computerspiele"

Die Stiftung Digitale Spielekultur und die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) bieten einen neuen Elternratgeber rund um Computerspiele an.   

Im Rahmen von Elternabenden in Kindertagesstätten und Grundschulen treten häufig Fragen und auch Diskussionen auf, welche Medien den Kindern zur Verfügung stehen sollten. Was können Eltern tun, wenn Computerspiele zum Auslöser von Konflikten in der Familie werden?

Ein Schwerpunkt des Ratgebers liegt auf Kleinkindern und ihrer Nutzung von Medien wie Tablet und Smartphone. Hierbei stehen insbesondere die Sicherungsmaßnahmen zum Jugendschutz auf diesen Geräten im Vordergrund.Zudem wird thematisiert, welche Computerspiele sich für welches Alter eignen, wie es mit der Spieldauer aussieht und was die Alterskennzeichen aussagen.

Die vermittelten Grundlagen sind auch für Eltern von Grundschulkindern wertvoll und helfen den Blick für die Mediennutzung in der Familien zu schärfen. Mit diesem Hintergrundwissen fällt es den Beteiligten sicher leichter, den Weg für den weiteren Erwerb von technischen und kommunikativen Fähigkeiten in der Grundschule gemeinsam zu beschreiten.    

Die Broschüre kann Eltern Argumente und Informationen für die medienpädagogische Elternarbeit liefern. Sie steht hier als PDF zum Download zur Verfügung und kann als Druckversion bestellt werdn

Mia, Mats und Moritz… Das Begleitheft Neue Arbeitshilfe zum Umgang mit Kindern aus Familien Suchtkranker

Die Geschichte »Mia, Mats und Moritz« erzählt von Alltagsproblemen in einer Familie mit einem suchtkranken Elternteil. Hier ist es die Mutter der drei Kinder. Erzählt wird aber auch von den Stärken der Kinder.
Jetzt liegt das Begleitheft für Fachkräfte und Ehrenamtliche im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen sowie für Angehörige vor. Hier finden sich Hinweise für die Gesprächsaufnahme mit den Kindern und mit deren Eltern, ebenso Anregungen für die Stärkung der Kinder sowie Hinweise auf weiterführende Hilfen.


Das Begleitheft und die Broschüre können bei der DHS unter http://www.dhs.de/nc/informationsmaterial/bestellung.html kostenfrei bestellen.
Unter http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/MiaMatsMoritz_web.pdf bzw. http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/MMM_Begleitheft.pdf stehen die Broschüren zum Download bereit.

Schau hin: Let´s plays kritisch begleiten

Sogenannte Let’s Plays sind gerade bei Jugendlichen beliebt. Für die wachsende Szene gibt es neben Twitch nun auch in Deutschland YouTube Gaming. YouTuber wie Gronkh, Unge, Dner, Paluten, LPmitKev oder GommeHD erreichen Millionen mit Let’s Plays, in denen sie in mehreren gestreamten Episoden Games spielen und kommentieren. Nutzer erhalten so einen direkten Eindruck, lernen bestimmte Tricks oder lassen sich einfach unterhalten. Die anschaulichen Erklärungen, der Seriencharakter, das Gemeinschaftsgefühl und die Gamer selbst machen den Erfolg aus. Ein wichtiger Aspekt ist die Zugehörigkeit zur Community rund um die Games- und Let’s Play-Szene sowie zu den Fans bestimmter Spiele oder Genres. Doch auch hier spielen Altersfreigaben, Starkult, versteckte Werbung und Urheberrechte eine wichtige Rolle. #

Am besten schauen Eltern mit ihrem Kind Let’s Plays an und besprechen, was zu beachten ist, rät SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer. Denn Let’s Plays können auch Spiele zeigen, die ab 16 oder 18 Jahren freigegeben sind, und Kinder dazu verlocken, auch solche Games zu spielen. Kritisch ist zudem wenn Let's Player vor allem auf Gewalt abzielen und etwa besonders grausame Wege zeigen, Gegner zu töten, oder Spielszenen zynisch oder sexistisch kommentieren, auch wenn dies für das Spiel nicht notwendig ist.
SCHAU HIN! bietet auf www.schau-hin.info/medien/games einen Schwerpunkt zu »Games« mit Wissenswertem, Goldenen Regeln, Sicherheitseinstellungen und einer Spieledatenbank.


»SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.« ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.


Quelle: Pressemitteilung von SCHAU HIN!, Berlin, 24. August 2016

Rauchfrei unterwegs? – Selbstverständlich!

»Rauchfrei unterwegs« so lautet der Slogan der bundesweiten, gemeinsamen Aktion der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), des Deutschen Krebsforschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft (DKFZ), der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), des ACE Auto Clubs Europa, des Deutschen Kinderhilfswerks, des Bundeselternrates und vieler weiterer Kooperationspartner.
Ziel der Kampagne ist es, Kinder und Jugendliche vor den Folgen des Passivrauchens im Auto zu schützen und Eltern für das Thema zu sensibilisieren. Hierzu werden die Partner ab August bundesweit Informationsmaterialien verteilen und für eine breite Berichterstattung in Mitgliedermagazinen und sozialen Medien sorgen. Unter anderem werden alle deutschen Kinderarztpraxen gebeten, die Kampagne aktiv zu unterstützen.
Weitere Informationen zur Aktion unter: www.rauchfrei-unterwegs.de und www.drogenbeauftragte.de

Quelle: Pressemitteilung der Drogenbeauftragten, 27.07.2016

Praxisleitfaden Kinderschutz in Kita und Schule – Das Buch der Deutschen Kinderhilfe ist erschienen

Kinder brauchen Menschen, die mit dem Herzen zuhören und mit dem Verstand handeln. Diesen Anspruch verfolgen Kita-Fachkräfte ebenso wie Lehrerinnen und Lehrer, die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe oder jene der Justiz. Wir alle möchten Kinder stärken, sie beschützen, versorgen und beteiligen. Doch sind wir mit gegen Kinder gerichteter Gewalt konfrontiert oder haben einen Verdacht, sind wir oft hilflos. Die Angst vor Falschverdächtigung und die Unsicherheit Vieler im Umgang mit Verdachtsfällen ist groß. Leider ist dies der beste Schutz für TäterInnen. Diesen Schutz können wir ihnen nehmen, indem wir Gewalt- und Kinderschutz verstehbar und handhabbar machen.
Die Deutsche Kinderhilfe hat deshalb gemeinsam mit dem Carl Link Verlag einen Praxisleitfaden zum Thema „Kinderschutz in Kita und Grundschule“ erarbeitet. Dieses Buch versteht sich als Ratgeber insbesondere für Einsteigerinnen und Einsteiger, also all jene, die erst seit kurzem mit oder für Kinder arbeiten, die bisher vor der Thematik zurückgescheut sind oder die noch nicht den richtigen Einstieg gefunden haben.

Bestellen können Sie den Praxisleitfaden hier.

Primolo - Der Webseiten Generator für Kinder

Mithilfe von Primolo lernen Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren, das Internet sicher zu nutzen und zu gestalten. Herzstück von Primolo ist der Webseiten-Generator. Darin werden Texte, Bilder, Audio- oder Videodateien über Eingabemasken zusammengestellt und Primolo generiert daraus Internetseiten. Ergänzt wird der Webseiten-Generator durch verschiedene Community-Funktionen für Lerngruppen und Lehrkräfte. Im Bereich „Lehrerzimmer“ stehen Informationen zu Primolo sowie themenrelevante, medienpädagogische Lehrmaterialien für Lehrerinnen und Lehrer bereit.Zusätzlich steht die Internetplattform als mehrheitlich barrierefreies Tool bereit (Primolo inklusiv). Somit können Kinder mit und ohne Lernschwierigkeiten, körperlichen Beeinträchtigungen oder Entwicklungsstörungen Primolo im Unterricht oder der Freizeitarbeit gemeinsam nutzen. Hierfür stehen unter anderem Texte in Leichter Sprache, eine Vorlesefunktion für zahlreiche Texte oder ein Videotutorial zur Verfügung.Weitere Informationen finden Sie unter www.primolo.de

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DRK-Generalsekretariat

Team Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
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Kinderhilfe
Telefon: 030 8 54 04 - 239
E-Mail: urbans@drk.de


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