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Newsletter
Familienhilfe
Newsletter Familienhilfe Juni 2018
DRK-Generalsekretariat
Inhalt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir freuen uns, Ihnen neben vielen Neuigkeiten auf dem Feld der Familienpolitik auch zwei neue Entwicklungen im Rahmen der bundesweiten DRK Familienbildungsangebote vorzustellen.

Die neu entwickelte Broschüre für jugendliche Babysitter wird in Mainz und in Münster in einem Tagesworkshop für Kursleitungen "Fit fürs Babysitting" vorgestellt.

Die langjährigen Programme ElBa® und SpieKo® werden in einer Ausbildung zusammengefasst und um die Fortbildung zu Offenen Treffs erweitert.
Die Pilotausbildungen finden ab Herbst in Baden-Württemberg und in Hessen statt.

Im September planen wir wieder eine Veranstaltung zu Paten -und Großelterndiensten, diesmal mit dem Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre,

Ümit Yüzen

 Neues aus dem DRK

DRK-Wohlfahrtskongress, 31.01.-01.02.2019, Berlin

Wandel. Weitsicht. Wohlfahrt! Ideen, Konzepte und Impulse für eine zukunftsfähige Wohlfahrtspflege
31. Januar bis zum 01. Februar 2019 Urania, Berlin

Gemeinsam mit Ihnen wollen wir beim Wohlfahrtskongress des DRK die Bedeutung und Rolle der Freien Wohlfahrtspflege in den Blick nehmen. Ziel ist es, den Fachdiskurs aufzugreifen, neue Impulse zu setzen und Konzepte zu entwickeln, um eine zukunftsfähige Wohlfahrtspflege zu stärken. Der Wohlfahrtskongress richtet sich an die interessierte Fachöffentlichkeit aus den Verbänden, Politik, Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft.

Gerne möchten wir das Programm des Kongresses mit Ihnen gemeinsam gestalten und laden Sie recht herzlich ein, Themenvorschläge für den Kongress einzureichen. Wir suchen Expertinnen und Experten, die auf dem Wohlfahrtskongress mit einem Beitrag präsent sein möchten.

Nähere Informationen zur Ausschreibung können Sie hier nachlesen.

Postkarten und Plakat-Sets zur Bedeutung der Rotkreuz- und Rothalbmond-Grundsätze für die pädagogische Arbeit des DRK

Die öffentlichkeitswirksamen Postkarten und Kleinplakate informieren zu den Grundsätzen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung und ihrer Bedeutung für die pädagogische Arbeit mit Kindern. Mit ihrem farbenfrohen Design, handlichen Format und ihren prägnanten Texten laden sie zum Anschauen und darüber Austauschen ein und lassen sich vielseitig verwenden. Lassen Sie sich inspirieren! Die Postkarten- und Plakat-Sets können ab sofort kostenlos gegen eine Versandkostenpauschale im Rotkreuzshop www.rotkreuzshop.de bestellt werden.

Die A3-Plakate sind jeweils im 7er-Set zu den Rotkreuz-Grundsätzen zusammengestellt. Die Postkarten-Sets enthalten 20 Postkarten pro Grundsatz:

  • Menschlichkeit
  • Unparteilichkeit
  • Neutralität
  • Unabhängigkeit
  • Freiwilligkeit
  • Einheit
  • Universalität
 Bundesweite Programme

Pilotausbildungen zu neuem Ausbildungskonzept DRK Familienbildung, ab September 2018

Zusammenarbeit mit Eltern und ihren Babys oder Kindern in Gruppen

Die langjährigen Erfahrungen in den DRK-Eltern-Kind-Angeboten ElBa® und SpieKo® werden hier erstmals zusammengeführt und modular ausgestaltet, so dass Teilnehmende das Zertifikat beider Programme im Zeitraum einer Ausbildung erwerben können. Das Know-how für offene Treffs kann in diesem Rahmen über einen Fortbildungstag erworben werden.

Mit den Programmen ElBa® und SpieKo® werden Eltern mit Babys und Kindern ab 4 Wochen bis 3 Jahren erreicht.

Weitere Informationen zur Ausbildung

Termine

Tagesveranstaltung: Einführung in die Broschüre für Jugendliche "Fit fürs Babysitting"

Der Kurs "Fit fürs Babysitting" ist sehr gut geeignet, Jugendliche zur Reflexion über den Umgang mit Kindern anzuregen. Die Handreichung wurde entwickelt, um den Jugendlichen auch nach dem Kurs Orientierung und Informationen an die Hand geben. Die Broschüre geht auf Kinderrechte und Kinderschutz ein. Die Sprache und das Layout sind auf Jugendliche abgestimmt. 

Die Tages-Veranstaltung dient dazu, Kursleitungen des DRK Programms "Fit fürs babysitting" in die Inhalte der Broschüre einzuführen und sie darin zu unterstüzen, die Broschüre gut in ihre Ausbildung zu integrieren.

Einführung in die Broschüre in Mainz durch Resi Schmitz und Beatrix Duttine Eberhardt: 27.10.2018, Intercity Hotel Mainz

Einführung in die Broschüre in Münster durch Barabra Kirk und Silke Schroeder-Matthies: 10.11.2018, DRK Landesverband Westfalen-Lippe.

Zur Broschüre

Die Veranstaltung wird demnächst ausgeschrieben unter: http://drk-wohlfahrt.de/veranstaltungen.html

 Termine

Großeltern und Patendienste im DRK, 28.09.-29.09.2018, Berlin, Sylter Hof

Paten- und Großelterndienste des DRK haben ein großes Potential, um den Zusammenhalt unter den Generationen zu stärken, Familien zu untersützten und Seniorinnen und Senioren ein sinnstiftendes Ehrenamt zu ermöglichen. Neben guter und zielgerichteter Öffentlichkeitsabreit ist die gute finanzielle Ausstattung dieser Dienste von großer Bedeutung. Ehrenamtliche dürfen nicht überfordert werden, sondern benötigen eine Fachkraft, an die sie sich bei Fragen wenden können. Sie sollen sich gut angesprochen fühlen und eine angemessene Würdigung und Anerkennung erhalten. Dafür müssen ausreichende Ressourcen bereitgestellt werden. In der Veranstaltung werden gute, nahhaltige und zielgruppenspezifische Strategien für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising erarbeitet, um notwendige Rahmenbedingungen für Paten- und Großelterndienste zu sichern.

Anmelden unter: http://drk-wohlfahrt.de/veranstaltungen.html

 Familienpolitik

Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte menschlich gestalten

AGF, DGB, Liga für das Kind, Diakonie Deutschland, VE NRO und Zentralkomitee der deutschen Katholiken drücken einem gemeinsamen Brief an die Abgeordneten sowie an die Bundesminister des Inneren und für Familie ihre Sorge über den aktuellen Gesetzesvorschlag der Bundesregierung zum Familiennachzug von Geflüchteten mit subsidiärem Schutz aus. Dieser sieht eine neuerliche erhebliche Einschränkung des Familiennachzugs vor, mit Ausnahmen lediglich aus humanitären Gründen und nur für ein schmales Kontingent von Angehörigen. Die Unterzeichner des Briefes halten die damit verbundene Trennung von Ehepaaren und Familien auf lange Dauer für nicht hinnehmbar: „Sowohl das Grundgesetz als auch die Europäische Menschenrechtskonvention schützen das familiäre Zusammenleben als grundlegenden Bestandteil des Familienlebens in besonderer Weise. Dieser Schutz gilt auch für geflüchtete Menschen.“ Zudem haben die Organisationen massive Zweifel an der Anwendbarkeit des Entwurfs und beklagen, dass dieser noch nicht einmal eine zwingend notwendige Evaluation vorsieht. Weiter mahnen sie an: „Die Argumentation um mögliche Grenzen der ‚Integrationsfähigkeit‘ sehen wir als irreführend an. Vielmehr kann die Zusammenführung der Kernfamilie einen Beitrag für eine erfolgreiche Integration leisten, da sie die Betroffenen anspornt und von der ständigen Angst um Leib und Leben ihrer Angehörigen befreit.“ Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Diakonie Deutschland, die Deutsche Liga für das Kind, VENRO sowie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordern Abgeordnete und Regierung auf, statt Ängste zu schüren ein Signal zu setzen, dass Deutschland ein starkes Land, eine offene Gesellschaft und eine handlungsfähige Demokratie ist und seiner Verantwortung für die Menschenrechte und den Schutz der Familie auch für Geflüchtete gerecht wird.

Zur Presseerklärung

Gesundheit von Trennungskindern, Antwort auf die Kleine Anfrage der FDP-Fraktion

Die Bundesregierung strebt an, bei der Regelung des Umgangs- und Unterhaltsrechts stärker zu berücksichtigen, dass Eltern nach Trennung und Scheidung zumeist beide für ihr Kind Verantwortung übernehmen wollen. Das schreibt das Bundesjustizministerium namens der Bundesregierung in der Antwort (19/2327) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/2052) mit Verweis auf den Koalitionsvertrag. Die Abgeordneten hatten die Bundesregierung nach Zahlen zu Trennungen und Scheidungen sowie nach möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von unterschiedlichen Betreuungsmodellen bei minderjährigen Kindern aus Trennungsfamilien gefragt. In der Antwort wird auf die vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen einschlägigen Statistiken verwiesen. Danach gab es 2016 (letztes Jahr, für das Daten vorliegen) 81.936 geschiedene Ehen mit Kindern. Betroffen gewesen seien 131.955 Kinder. Zahlen, differenziert nach Trennungen von verpartnerten Paaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften, sowie Paaren in eheähnlichen Lebensgemeinschaften und unverheirateten Eltern, enthalte die Statistik nicht. Die Bundesregierung habe keine Kenntnis darüber, bei wie vielen Verfahren vor Familiengerichten betroffene Kinder aufgrund von physischen/und oder psychischen Beschwerden in ärztlicher beziehungsweise psychologischer Behandlung sind oder waren. Dies könne daher nicht nach Residenzmodell und Wechselmodell aufgeschlüsselt werden. Beim familienrechtlichen Wechselmodell werden die Kinder von beiden Elternteilen im Wechsel zeitlich annähernd gleich lang betreut. Beim Residenzmodell leben die Kinder nach der Trennung bei einem Elternteil.

hib – heute im Bundestag Nr. 363 vom 1.6.2018

Wechselmodell nur einvernehmlich sinnvoll, Positionspapier VAMV

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) veröffentlicht ein Positionspapier zum Wechselmodell. Der Bundestag berät zur Zeit über Anträge und gesetzliche Änderungswünsche hierzu.  „Das Wechselmodell ist sehr anspruchsvoll. Als gesetzliches Leitmodell für alle Familien eignet es sich deshalb nicht. Bei vielen getrennt lebenden Eltern liegen die notwendigen Rahmenbedingungen nicht vor, besonders nicht bei Eltern, die sich streiten. Ihnen ein Betreuungsmodell zu verordnen, das besonders viel Kommunikation und Kooperation erfordert, wird dem Wohl der betroffenen Kinder nicht dienen“, erläutert Erika Biehn, VAMV-Bundesvorsitzende. „Aus psychologischer Sicht ist nicht die Quantität, sondern die Qualität des Kontaktes entscheidend. Generelle Vorteile eines Wechselmodells für Kinder hat die Forschung bislang nicht gefunden.“ Auch die Lebensverlaufsperspektive findet zu wenig Beachtung. Gerne ist die Rede von Eltern, die sich bereits vor der Trennung Erwerbs- und Sorgearbeit gleichmäßig aufteilen. Diese jedoch kann man in Deutschland mit der Lupe suchen: „In über 80 Prozent der Familien mit Kindern ist der Mann der Hauptverdiener. Die Mütter übernehmen dafür den Löwenanteil an der Kindererziehung und gehen – im Gegensatz zu den Vätern – selten mit einer existenzsichernden Berufstätigkeit in die Trennung“, so Biehn. Hier sieht der VAMV Handlungsbedarf: Eltern, die ein Wechselmodell leben möchten, brauchen faire Unterhaltslösungen, die weder das Kind noch den ökonomisch schwächeren Elternteil benachteiligen. Ein Betreuungsmodell sollte in erster Linie den Bedürfnissen des Kindes und nicht der Gleichstellung der Eltern dienen. „Das Umgangsrecht verzichtet bislang aus guten Gründen auf eine Festlegung von Betreuungsanteilen, um individuelle Lösungen zum Wohl des Kindes zu ermöglichen“, betont Biehn. „Das sollte im Interesse der Kinder auch so bleiben. Das Umgangsrecht ist nicht der richtige Ort für Gleichstellungspolitik. Diese muss zu Beginn des Familienlebens ansetzen und nicht nach der Trennung.“

Positionspapier VAMV zum Wechselmodell

10,2 Milliarden Euro für starke Familien in Deutschland - Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey stellt Einzelplan des Bundesfamilienministeriums im Bundestag vor

Am 17.Mai 2018 brachte die Bundesregierung den Haushaltsentwurf 2018 in die parlamentarischen Beratungen ein. 10,2 Milliarden Euro stehen dem BMFSFJ danach in 2018 zur Verfügung – das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 681 Millionen Euro. Mittel, die gut investiert werden. Unter anderem in eine gute Kinderbetreuung, eine bessere Unterstützung für Alleinerziehende, für ältere Menschen und für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey sagte bei der Vorstellung des Haushaltsplans im Deutschen Bundestag: "Wir investieren in gute, faire Chancen für alle Kinder. Damit alle Talente gefördert werden und Träume fliegen lernen. Damit es jedes Kind packt. Wir investieren in gute Kinderbetreuung und damit in die Fachkräfte, die für einen wichtigen sozialen Beruf mehr Anerkennung verdient haben. Wir kümmern uns um die Kümmerer. Und wir investieren in starke Familien, in starke Frauen und Mütter, Männer und Väter, die alles können: Familie und Beruf zusammen. All das sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes."

Zur Pressemitteilung BMFSFJ

Berücksichtigung der UN-Kinderrechtskonvention bei der Debatte um geplante AnkER-Zentren

Ein breites Bündnis von 24 Verbänden und Organisationen fordert bei der Debatte um die geplanten AnkER-Zentren die umfassende Berücksichtigung der Rechte von Kindern und Jugendlichen im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention. Das Bündnis sieht die Idee der AnkER-Einrichtungen für Geflüchtete als menschenrechtlich höchst problematisch an. Zudem muss aus Sicht der Verbände die Primärzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe für die Identifizierung, Alterseinschätzung, Unterbringung und Versorgung von unbegleiteten Flüchtlingskindern erhalten bleiben. In einem offenen Brief an die Oberbürgermeister und Bürgermeister der 24 Kommunen, in denen sich gegenwärtig Ankunftszentren des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge befinden, plädieren die Organisationen dafür, dass das Kindeswohl Vorrang vor flüchtlingspolitischen Erwägungen haben muss...

zur Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes

Offener Brief

Bundesfamilienministerium: Neues Geld zur Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey stellt auch nach 2018 jährlich jeweils rund zwei Millionen Euro zur Verfügung, um die bundesweite Initiative „Trau dich!“ zur Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch fortzuführen. Die bisherige Finanzierung wäre Ende dieses Jahres ausgelaufen. Die Initiative wird gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und in Kooperation mit verschiedenen Bundesländern umgesetzt. Im Mittelpunkt der Initiative steht das Theaterstück „Trau dich!“, das Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), am 30.05.2018 im Heimathafen Neukölln besuchten. Kinderrechte, körperliche Selbstbestimmung und sexueller Missbrauch sind die Themen des Theaterstücks, das heute vor rund 600 Kindern und ihren Lehrerinnen und Lehrern aufgeführt wird. Es sensibilisiert Kinder und gibt ihnen die Möglichkeit, über diese Themen zu sprechen. Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren werden über ihre Rechte aufgeklärt. Dadurch wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt und sie erfahren, wo sie im Falle eines Übergriffs Hilfe finden.

Zur Pressemitteilung BMFSFJ

 Initiativen

Kinderrechte ins Grundgesetz, DKHW

Das Deutsche Kinderhilfswerk plädiert erneut nachdrücklich für die Aufnahme von Kinderrechten im Grundgesetz. Nach Ansicht der Kinderrechtsorganisation fehlt dort bislang der Gedanke, dass Kinder gleichberechtigte Mitglieder unserer Gemeinschaft, eigenständige Persönlichkeiten mit eigener Würde und dem Anspruch auf Anerkennung ihrer Individualität sind. Kinderrechte im Grundgesetz sollten vor allem den Vorrang des Kindeswohls, Beteiligungsrechte für Kinder und Jugendliche sowie Entwicklungs- bzw. Entfaltungsrechte der kindlichen Persönlichkeit beinhalten. Am 06.06.2018 kam erstmals eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zusammen, die bis Ende 2019 einen Vorschlag für eine entsprechende Grundgesetzänderung vorlegen soll. An der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Arbeitsgruppe sind das Bundesjustizministerium, das Bundesfamilienministerium, das Bundesinnenministerium und das Kanzleramt beteiligt, auf Seiten der Länder sind Vertreter von Justiz- und Familienministerien Teil der Kommission.

Ein im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes vor kurzem vorgelegtes Rechtsgutachten hatte sich für die explizite Aufnahme von Kinderrechten im Grundgesetz ausgesprochen. Die Gutachter kamen zu der Einschätzung, dass die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland durch die aktuelle Rechtslage nicht abgesichert sei. So bestehe ein erhebliches Umsetzungsdefizit in Rechtsprechung und Verwaltung, da die Kinderrechte durch eine völkerrechtsfreundliche Auslegung des Grundgesetzes oder eine Kombination mit anderen Verfassungsnormen erst kompliziert hergeleitet werden müssen. Deshalb würden eindeutige Formulierungen im Grundgesetz zum besseren Verständnis und zu mehr Rechtssicherheit beitragen, so dass eine angemessenere Berücksichtigung von Kinderrechten durch Gerichte, die Verwaltung und den Gesetzgeber zu erwarten sei. Das „Gutachten bezüglich der Aufnahme eines ausdrücklichen Kindergrundrechts in das Grundgesetz vor dem Hint ergrund der Maßgaben der Kernprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention" kann unter www.dkhw.de/kinderrechte-ins-grundgesetz heruntergeladen werden.

Berliner Fachstelle für Suchtprävention setzt sich ein für „Rauchfreie Autos für Kinder“

Schon wenige Züge an der Zigarette im Auto erhöhen die Feinstaubbelastung im Innenraum enorm. Tabakqualm ist der gefährlichste und zugleich bedeutendste vermeidbare Innenschadstoff für Kinder. Das ist Eltern oft nicht bewusst. Dabei beeinträchtigt Passivrauchen Kinder noch stärker als Erwachsene, denn ihre Organe sind noch nicht voll entwickelt und damit besonders empfindlich. Selbst wenn nicht in Anwesenheit von Kindern geraucht wird, werden diese mit den Giftstoffen konfrontiert, denn die lagern sich z.B. in Textilien ab und werden noch lange Zeit nach dem Rauchen in die Luft abgegeben. Dies gilt umso mehr, wenn auf kleinem Raum, zum Beispiel im Auto, geraucht wird. Bei Kindern kann Passivrauchen zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen und zu akuter und chronischer Mittelohrentzündung führen, Asthma verschlimmern, sowie den Bluthochdruck und das Krebsrisiko erhöhen. Bei Babys gehört das Passivrauchen zudem zu den Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod! Die Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin setzt sich gemeinsam mit vielen anderen Akteuren mit dem Landesprogramm Berlin qualmfrei für den Ausbau des Nichtraucherschutzes in Berlin ein. 

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Familienperspektive in der Sozialgesetzgebung verankern, EAF

Die Evalgelische Arbeitsgemeinschaft Familie tritt für einen Perspektivwechsel der Familienpolitik ein: Die staatliche Gemeinschaft sollte nicht erst tätig werden, wenn es (fast) zu spät ist, sondern grundsätzlich fördernde Strukturen für alle bereit halten, wie z.B. Familienbildung und Familienberatung. Familien, deren Kinder eine Behinderung haben, brauchen tatsächliche Inklusion in allen Lebensbereichen von Anfang an. Noch viel zu oft werden sie zwischen verschiedenen Bereichen des Sozialrechts hin- und hergeschoben. „Unser gesamtes Sozialrecht ist auf den Einzelnen fokussiert und berücksichtigt Familienzusammenhänge zu wenig“, stellt Christel Riemann-Hanewinckel, die Präsidentin der eaf, fest. „Es ist wenig hilfreich, alle Belange der Kinder- und Jugendlichen auf ein Sozialgesetzbuch (SGB VIII) zu konzentrieren. Die Perspektive von Kindern, Jugendlichen und Familien muss vielmehr grundsätzlich in der Sozialgesetzgebung verankert werden. Wir for dern eine entsprechende Berücksichtigung im Sozialgesetzbuch I (SGB I), sozusagen als Präambel für alle zwölf Sozialgesetzbücher“, so Frau Riemann-Hanewinckel weiter.

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VAMV: Betreuungslücken schließen

Eltern können ein Lied davon singen: Die Kita öffnet um 8:00, die Schicht beginnt um 6:00. Solche Betreuungslücken bedeuten für Alleinerziehende oft das Aus. Deshalb fordert der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) die Politik auf, einen Anspruch auf ergänzende Kinderbetreuung im Haushalt der Familien einzuführen sowie durch das Arbeitsrecht die Arbeitszeitsouveränität von Beschäftigten zu stärken. Im Rahmen der Fachtagung „Betreuungslücken schließen – Chancen und Möglichkeiten ergänzender Kinderbetreuung“ hat Antje Beierling vom VAMV-Landesverband NRW das Modellprojekt „Sonne, Mond und Sterne“ vorgestellt. Dank der ergänzenden Kinderbetreuung früh, spät und am Wochenende konnten Alleinerziehende ihre Erwerbstätigkeit bzw. Ausbildung sichern. Als besonders positiv hob die Projektleiterin hervor, dass sich auch Teilhabe und Perspektive der Kinder verbessert haben. Auch Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe als Mitglied des Beirats der begleitenden Evaluation stellte die Erfolgsgeschichte der Modellprojekte heraus, welche der VAMV ergänzend zu den Regeleinrichtungen in Essen, Berlin und Mainz angeboten hat: Die Zufriedenheit der Teilnehmenden mit der ökonomischen Situation sowie mit der Vereinbarkeit ist deutlich gestiegen. Meier-Gräwe regte Gutscheine für haushaltsnahe Dienstleistungen als einen gangbaren Weg an, um ergänzende Kinderbetreuung in die Fläche zu bringen. „Wir müssen das Ganze von oben in Bewegung bringen und rechtliche Ansprüche verankern. Denn Familien sollen nicht gezwungen sein, sich einseitig den Zeitanforderungen des Arbeitsmarkts anzupassen, sondern auch die Arbeitswelt muss familien-freundlicher werden“, forderte Elisabeth Küppers, VAMV-Bundesvorstand, beim abschließenden Podiumsgespräch.

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 Studien, Literatur und Medien

FLIMMO-Online-Special zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018

Es ist wieder so weit: Die Fußball-WM 2018 beginnt in wenigen Tagen. Auch auf Kinder können große Sportereignisse eine besondere Faszination ausüben. Doch wie gehen Eltern am besten damit um, wenn ein Spiel erst spät beginnt? Ist Public Viewing etwas für Kinder? Wie reagiert man auf Konsumwünsche der Kinder und übermäßige Vermarktung? FLIMMO hat in einem WM-Special ein paar Tipps für Eltern zusammengestellt.

Defizite bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes zur UN-Kinderrechtskonvention zeigt an vielen Stellen Umsetzungsdefizite konkreter Kinderrechte in verschiedenen lebensweltlichen Bereichen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. So sagen nur 19 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 23 Prozent der Eltern, dass sie sich mit den in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechten „ganz gut auskennen". Nur 2 Prozent der Kinder und Jugendlichen werden bei kommunalen Angelegenheiten häufig nach ihrer Meinung gefragt, 13 Prozent gelegentlich. 39 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, dass es in ihrer Schule einen Internetzugang für alle Schülerinnen und Schüler gibt, bei weiteren 21 Prozent einen für bestimmte Altersgruppen. Im Unterricht spielen wichtige Themen in Bezug auf digitale Medien, wie Mobbing im Internet (58 Prozent), Urheberrechte (56 Prozent), Datenschutz (55 Prozent) oder Cyber-Grooming (51 Proze nt) nur in gut der Hälfte der Klassenzimmer eine Rolle. Nur ein geringer Teil der Kinder und Jugendlichen nutzt häufig Spielplätze (6 Prozent), Parks und öffentliche Grünanlagen (12 Prozent), Jugendzentren und Jugendclubs (5 Prozent) oder Sportanlagen (31 Prozent). Hier gibt es allerdings sehr starke Altersdifferenzierungen, außerdem nutzt ein Teil der Befragten diese Angebote zumindest gelegentlich. Als häufigsten Grund für die Nichtnutzung gaben die Befragten an, dass es kein passendes Angebot für ihr Alter gibt oder ihnen das Angebot nicht gefällt. Eltern sehen die Qualität von Spielplätzen eher positiv, insbesondere wenn es um die leichte und sichere Erreichbarkeit geht. Gleichzeitig hält nur eine knappe Mehrheit (58 Prozent) die Spielplätze für sauber, und nur 49 Prozent sind der Auffassung, dass die Spielplätze vielfältig und anregend gestaltet sind. Das sind einige der Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Politikforschungsinstituts Kantar Public im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerks. Die Daten wurden für die Pilotstudie „Kinderrechte-Index" erhoben, die das Deutsche Kinderhilfswerk im Herbst dieses Jahres vorstellen wird. Bei dieser Studie wird der Stand der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in verschiedenen Lebensbereichen von Kindern und den damit verbundenen Politikfeldern in den deutschen Bundesländern gemessen und evaluiert.  Im Pilotprojekt Kinderrechte-Index werden aussagekräftige, wissenschaftlich fundierte Kinderrechte-Indikatoren zu verschiedenen Themenbereichen der UN-Kinderrechtskonvention entwickelt und für ihre Bewertung relevante Daten und Studienergebnisse zusammengetragen.

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Umfrage zum Weltspieltag 2018 zu Bedingungen für das Draußenspiel von Kindern

Nur eine knappe Mehrheit von 53 Prozent der Kinder und Jugendlichen spielt selbst bei schönem Wetter drei oder mehr Tage die Woche draußen. Hinderungsgründe für das Draußenspielen sind für Kinder und Jugendliche vor allem, dass keine anderen Kinder zum Spielen draußen sind (47 Prozent), zu viele parkende Autos, die beim Spielen im Weg sind (28 Prozent), dass es keine geeigneten Orte zum Spielen in der Nähe gibt (26 Prozent) und dass der Straßenverkehr zu gefährlich ist (26 Prozent). Erwachsene erachten das Draußenspielen als wesentlich wichtiger (für 61 Prozent „äußerst wichtig") als die Kinder und Jugendlichen selbst (12 Prozent). Zugleich ist nur ein etwa ein Viertel der Erwachsenen (24 Prozent) der Meinung, dass Draußenspielen wichtiger für Kinder ist als Hausaufgaben zu machen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Umfrage des Politikforschungsinstituts Kantar Public im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes anlässlich des Weltspieltages am 28. Mai.

Weitere Informationen unter: www.dkhw.de/umfrage-weltspieltag2018

  Ansprechpersonen

DRK-Generalsekretariat
Carstennstraße 58
12205 Berlin
Team 42 Hauptaufgabenfelder, Ehrenamt, Leistungsfragen und Projekte
Team 41 Gesellschaftliche Trends und Innovation aus Sicht des DRK

Ümit Yüzen
Familienbildung und Familienpolitik
Telefon: 030 / 030 8 54 04 - 359
E-Mail: yuezenue@drk.de


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