Gemeinsam über die Gefahren des Schüttelns aufklären

Zusammen mit dem bundesweiten „Bündnis gegen Schütteltrauma” klärt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums ab November über die Gefahren des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern auf. Auch das DRK ist dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” beigetreten und unterstützt die Maßnahmen zur Prävention von Schütteltrauma. weiter lesen Jährlich werden schätzungsweise zwischen 100 bis 200 Säuglinge und Kleinkinder mit Schütteltrauma in deutsche Kliniken gebracht. Dem Bündnis gehören rund zwanzig Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe an. Durch die gemeinsame Aktion sollen möglichst alle Eltern von Säuglingen und werdende Eltern erreicht werden. Das NZFH hat Flyer und Innenraumplakate entwickelt, die von Fachkräften kostenlos bei der BZgA, dem Träger des NZFH, bestellt werden können. Das DRK bittet seine Mitglieder, sich an den Präventionsmaßnahmen zu beteiligen und zum Beispiel den Aufklärungsflyer zum Schütteltrauma Eltern in der Beratung/Sprechstunde/beim Hausbesuch zu überreichen. Außerdem können sie Eltern von Säuglingen, die viel schreien, ab November auf die bundesweite Beratungsstellensuche auf www.elternsein.info verweisen. Die Suche enthält die Daten von rund 500 qualifizierten Schreiambulanzen und Beratungsstellen öffentlicher und freier Träger und wird stetig erweitert.

Der Flyer (Bestellnummer 16000535) und das DIN-A2-Plakat (Bestellnummer 16000536) können bei der BZgA per E-Mail: order@bzga.de oder Fax 0221-8992-257 ab sofort angefordert werden.

Mehr Informationen unter:

www.fruehehilfen.de

www.elternsein.info

GeMuKi -Gemeinsam gesund: Vorsorge plus für Mutter und Kind

Zum offiziellen GeMuKi-Projektbeginn begrüßt die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) Anfang Oktober das dreiköpfige Berliner Team; für die Projektleitung konnte peb Dr. Anne-Madeleine Bau gewinnen. Die Diplom-Oecotrophologin und Gesundheitswissenschaftlerin hat am Institut für medizinische Soziologie der Charité Universitätsmedizin promoviert und bringt langjährige Erfahrungen zum Thema Übergewicht und Adipositas mit. Ihre Expertise umfasst sowohl die Durchführung von epidemiologischen und klinischen Studien, als auch die ernährungstherapeutische Betreuung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern, immer mit differenziertem Blick auf die Zielgruppen. Zum Auftakt von GeMuKi betont Bau: „Die flächendeckenden und intensiv genutzten Vorsorgeuntersuchungen bieten ein herausragendes Potenzial die ersten 1.000 Tage der Schwangerschaft und der frühen Kindheit für die Prävention zu nutzen, um die spätere Gewichts- und gesundheitliche Entwicklung positiv zu beeinflussen. Das GeMuKi-Team tritt an, um diesen Wirkzusammenhang zu beleuchten. Unterstützt wird Bau durch die Projektkoordinatorin und Gesundheitswissenschaftlerin Cornelia Wäscher, die bereits das Vorgängerprojekt „9+12 Gemeinsam gesund in Schwangerschaft und erstem Lebensjahr“ sowie das Antragsverfahren zum Erfolg geführt hat. Die Drittmittelverwaltung übernimmt die Absolventin der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Claudia Zunk, M.A. Vier Studienassistentinnen, die GeMuKi in Baden-Württemberg dezentral betreuen, werden das Team in Kürze ergänzen. GeMuKi wird aus Mitteln des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert und erhält für vier Jahre eine umfangreiche Förderung zur Stärkung der fächerübergreifenden Gesundheitsberatung für Schwangere und junge Eltern. Die Beratung wird an die bestehenden und weit verbreiteten Schwangerschafts- und Kindervorsorgeuntersuchungen gekoppelt. Im Fokus der Beratungen stehen unterstützende Angebote zu ausgewogener Ernährung und mehr Bewegung. Die Konsortialführung für das Projekt hat die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. Die vier Konsortialpartner von GeMuKi, die ebenfalls in diesen Tagen ihre Arbeit aufnehmen, sind das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie an der Universitätsklinik Köln / IGKE (Prof. Dr. med. Stefanie Stock), das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme / FOKUS (Dr. Michael John), die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (Dr. med. Norbert Metke und Rüdiger Kucher) sowie die BARMER (Dr. Christian Graf und Karsten Menn) als Vertreterin der Krankenkassen. Als Kooperationspartner sind die Landesärztekammer Baden-Württemberg (Dr. Ulrich Clever), die Universität Freiburg (Prof. Dr. med. Ulrike Korsten-Reck), der Ausschuss für Prävention und Frühtherapie beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte / BVKJ (Dr. med. Thomas Kauth) und das Netzwerk „Gesund ins Leben“ / GiL (Maria Flothkötter) an Bord von GeMuKi. „Zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von Frauen und jungen Familien ist insbesondere eine enge Vernetzung von Frauenärzten, Hebammen sowie Kinder- und Jugendärzten und einheitliche Botschaften zu den Themen Ernährung und Bewegung erforderlich“, unterstreicht Korsten-Reck, Vorstandsmitglied von peb. Die Plattform Ernährung und Bewegung e. V. (peb) ist ein Zusammenschluss von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Eltern und Ärzten. Rund 100 Partner setzen sich aktiv für eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen ein.

Pressemeldung der Plattform Ernährung und Bewegung vom 9.10.2017

Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas. Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Nur 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen hat es sich zusammen mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ). „Leider kommt es immer wieder vor, dass Babys durch Schütteln schwer verletzt werden, manche sogar sterben. Deshalb ist Aufklärung für Eltern notwendig. Sie müssen wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie sich überfordert fühlen“, erklärte Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Eltern dürfen in schwierigen Situationen nicht alleine gelassen werden. Deshalb ist die Arbeit des ‚Bündnis gegen Schütteltrauma‘ so wichtig. Ich danke allen Bündnispartnerinnen und -partnern für ihr Engagement.“ Das Wissen über frühkindliche Schreiphasen, die als Hauptauslöser für das Schütteln von Säuglingen gelten, ist in der Bevölkerung gering. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dem Träger des NZFH, berichtet: „Zwei Drittel der Befragten ist nicht darüber informiert, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann. 18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern von Babys, die viel schreien, gut informiert sind und wissen, wo sie rechtzeitig Unterstützung finden können.“ 23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe haben sich dem „Bündnis gegen Schütteltrauma“ angeschlossen.

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