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Artikel 39 der Kinderrechtskonvention

Artikel

Genesung und Wiedereingliederung geschädigter Kinder

Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen, um die physische und psychische Genesung und die soziale Wiedereingliederung eines Kindes zu fördern, das Opfer irgendeiner Form von Vernachlässigung, Ausbeutung und Misshandlung, der Folter oder einer anderen Form grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe oder aber bewaffneter Konflikte geworden ist. Die Genesung und Wiedereingliederung müssen in einer Umgebung stattfinden, die der Gesundheit, der Selbstachtung und der Würde des Kindes förderlich ist.

Kommentar

Bild: Rüdiger Fritz

Kommentar von Sven (Name geändert)

Sven ist heute Schüler an der DRK-Fachschule für Sozialpädagogik des DRK-Bildungswerk Nord gGmbH

Es ist 7:00 Uhr morgens. Mal wieder werde ich geweckt von dem Schreien meines Vaters. Ich bin erst 8 Jahre alt, aber erlebe jeden Tag den selben Albtraum.

Ich schleiche mich leise aus meinem Bett, öffne vorsichtig die Tür und laufe auf Zehenspitzen in Richtung Badezimmer.

„MAAX“: höre ich nur aus der Küche schreien; „KOMM HER“.

Mein Vater ist mal wieder total besoffen. Bevor ich überhaupt richtig in der Küche bin, habe ich seine große Faust schon im Gesicht. Meine Tränen laufen über meine Wangen. Seine Alkoholfahne ist unerträglich. Mama sitzt wimmernd auf ihrem Stuhl, den Blick auf den Boden gerichtet.

Ich halte es hier nicht mehr aus, ich muss hier weg. Voller Wut, Trauer und Hass renne ich in Richtung Wohnungstür. Ich reiße die Tür auf und renne den Hausflur hinunter. Mein Vater schreit mir noch irgendwas hinterher, aber verstehen kann ich ihn nicht.

Es ist kalt draußen und das einzige was ich anhabe, ist eine Hose und ein T-Shirt.

Die Straßen sind leer und ich laufe und laufe immer weiter…

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