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Artikel 38 der Kinderrechtskonvention

Artikel

Schutz bei bewaffneten Konflikten

(1) Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die für sie verbindlichen Regeln des in bewaffneten Konflikten anwendbaren humanitären Völkerrechts, die für das Kind Bedeutung haben, zu beachten und für deren Beachtung zu sorgen.

(2) Die Vertragsstaaten treffen alle durchführbaren Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Personen, die das fünfzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht unmittelbar an Feindseligkeiten teilnehmen.

(3) Die Vertragsstaaten nehmen davon Abstand, Personen, die das fünfzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zu ihren Streitkräften einzuziehen. Werden Personen zu den Streitkräften eingezogen, die zwar das fünfzehnte, nicht aber das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, so bemühen sich die Vertragsstaaten, vorrangig die jeweils ältesten einzuziehen.

(4) Im Einklang mit ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht, die Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten zu schützen, treffen die Vertragsstaaten alle durchführbaren Maßnahmen, um sicherzustellen, dass von einem bewaffneten Konflikt betroffene Kinder geschützt und betreut werden.

Kommentar

gemalt von Ella (7 Jahre)

"Keine Schulen für militärische Zwecke nutzen"

Im Jahr 2014 wurden laut Bericht des UN-Generalsekretärs in mehr als 19 Ländern Kindersoldaten eingesetzt. Das sind nach Schätzungen 250.000 Kinder, die in den meisten Fällen entführt oder unter falschen Versprechungen gelockt und zu Kämpfer_innen an der Waffe ausgebildet werden. Wer mit diesen Kindern und Jugendlichen hier in Deutschland spricht, hört Geschichten von Gräueltaten und Misshandlungen. Viele von ihnen sind traumatisiert und emotional verwahrlost. Ich bin immer wieder sehr erschüttert darüber, was diese Kinder erlebt haben. Eine andere Seite in Kriegssituation ist, dass immer wieder auch Schulen für militärische Zwecke genutzt werden, indem sie zu Baracken oder Waffen- und Munitionslagern umfunktioniert werden. Damit werden Schüler_innen und Lehrende einer großen Gefahr ausgesetzt oder den Kindern und Jugendlichen wird das Recht auf Bildung genommen, weil sie nicht zur Schule gehen können. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes hat auf diese Verletzung von Kinderrechten im Rahmen der UN-Generalversammlung im Oktober 2015 hingewiesen (https://www.icrc.org/en/document/promotion-and-protection-rights-children-icrc-statement-united-nations-2015).

Das ist ein Kommentar von Christian Reuter, DRK-Generalsekretär

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