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Artikel 37 der Kinderrechtskonvention

Artikel

Verbot von Folter, Todesstrafe, lebenslanger Freiheitsstrafe; Rechtsbeistandschaft

Die Vertragsstaaten stellen sicher,

a) dass kein Kind der Folter oder einer anderen grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung oder Strafe unterworfen wird. Für Straftaten, die von Personen vor Vollendung des achtzehnten Lebensjahres begangen worden sind, darf weder die Todesstrafe noch lebenslange Freiheitsstrafe ohne die Möglichkeit vorzeitiger Entlassung verhängt werden;

b) dass keinem Kind die Freiheit rechts-widrig oder willkürlich entzogen wird. Festnahmen, Freiheitsentziehung oder Freiheitsstrafe darf bei einem Kind im Einklang mit dem Gesetz nur als letztes Mittel und für die kürzeste angemessene Zeit angewendet werden;

c) dass jedes Kind, dem die Freiheit entzogen ist, menschlich und mit Achtung vor der dem Menschen innewohnenden Würde und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Personen seines Alters behandelt wird. Insbesondere ist jedes Kind, dem die Freiheit entzogen ist, von Erwachsenen zu trennen, sofern nicht ein anderes Vorgehen als dem Wohl des Kindes dienlich erachtet wird; jedes Kind hat das Recht, mit seiner Familie durch Briefwechsel und Besuche in Verbindung zu bleiben, sofern nicht außergewöhnliche Umstände vorliegen;

d) dass jedes Kind, dem die Freiheit entzogen ist, das Recht auf umgehenden Zugang zu einem rechtskundigen oder anderen geeigneten Beistand und das Recht hat, die Rechtmäßigkeit der Freiheitsentziehung bei einem Gericht oder einer anderen zuständigen, unabhängigen und unparteiischen Behörde anzufechten, sowie das Recht auf alsbaldige Entscheidung in einem solchen Verfahren.

Kommentar

Bild: Mandy Merker

»Kinder schützen!«

Kommentar von Mandy Merker, 33 Jahre alt. Sie ist Sozial- und Erlebnispädagogin und stellvertretende Bundesleiterin im Jugendrotkreuz 

Manchmal tun Kinder auch etwas unüberlegtes, müssen eine Mutprobe bestehen oder sind gezwungen Straftaten zu begehen. Sehr oft werden Kinder von Erwachsenen auch dazu missbraucht, Straftaten für sie selbst zu begehen. In einigen Ländern werden sie auch gezwungen, zu einer Waffe zu greifen.

Unsere Aufgabe ist es, Kinder auch dann zu schützen, wenn sie etwas getan haben, was in anderen Augen eine Straftat ist. Wenn Kinder eine Straftat begehen, sollten wir immer hinterfragen, welche Zwänge und Gründe ihre Taten haben. Denn oftmals handeln sie aus reiner Strategie des Überlebens … und dann brauchen sie keine Gefängnisse oder harte Strafen, sondern eine helfende Hand, die da ist, schützt und begleitet. 

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