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Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG)

Zu Beginn des Jahres 2012 ist das neue Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) in Kraft getreten, das insbesondere die das Gesetz umsetzende Ebene vor neue Herausforderungen stellt. Das DRK hat in einer Stellungnahme zum Bundeskinderschutzgesetz im Juni 2011 viele Aspekte begrüßt, aber auch den Weiterentwicklungsbedarf formuliert (alle Stellungnahmen finden Sie in unseren Veröffentlichungen).

Um die Kreis- und Landesverbände des Deutschen Roten Kreuzes bei der Umsetzung des BKiSchG zu unterstützen, hat das DRK-Generalsekretariat im März 2012 eine Fachtagung durchgeführt und eine Arbeitshilfe veröffentlicht. 

Im Rahmen der Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes ist es ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung, Erfahrungen, Einschätzungen und Informationen zur Wirkung des Gesetzes aus der Fachpraxis bei der Erstellung des Berichtes an den Deutschen Bundestag einzubeziehen. Dieser soll zum 31.12.2015 vorliegen und auf Entwicklungsbedarfe des Gesetzes aufmerksam machen. Auch den Verbänden hat man die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Wir haben im Rahmen einer verbandsweiten Abfrage konkrete Problemstellungen und offene Fragen in der Umsetzung zusammengetragen und im März 2015 in einer Stellungnahme veröffentlicht.

Wichtige Kernbereiche für die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendschutzes aus Sicht des DRK sind:

  • Kinder- und Jugendschutz als ressortübergreifende Querschnittsaufgabe verstehen und auf Bereiche außerhalb der Kinder –und Jugendhilfe ausweiten;
  • eine wieder verstärkt präventive Ausrichtung des Kinder- und Jugendschutzes
  • den Kinderschutz wieder stärker mit dem Jugendschutz verzahnen;
  • ganz konkret im SGB VIII:
    • Ein eigenständiger Rechtsanspruch von Minderjährigen auf Beratung auch außerhalb einer Not- und Konfliktsituation verankern;
    • Vereinbarungen zwischen den öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe zum § 8a und § 72a SGB VIII auf Augenhöhe gemeinsam aushandeln;
    • Finanzierung der insoweit erfahrenen Fachkraft absichern;
    • Die Verfahren zur Ausstellung des erweiterten Führungszeugnisses (§ 72a SGB VIII) insbesondere mit Blick auf die Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit entbürokratisieren;
  • einen individuellen Rechtsanspruch für alle (werdenden) Mütter und Väter auf Beratung und Hilfe im Hinblick auf die Entwicklung von Kindern;
  • eine Stärkung der Strukturen zum Schutz von Frauen mit Kindern, die von innerfamiliärer Gewalt betroffen sind;
  • eine Absicherung der Wirksamkeit von Kinderschutzinterventionen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrungen;
  • Kinder- und Jugendschutz zu einem größeren Bestandteil der Ausbildung von Fachkräften machen.
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