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  1. Arbeitsfelder
  2. Familienbildung, Familienpolitik

Der Alltag von Familien ändert sich; Kinder kommen früher in die Kita, die Familienformen und Familienhintergründe werden vielfältiger und damit auch ihre Unterstützungsbedarfe. Medien spielen eine immer größere Rolle im Familienalltag.

Mit foglenden Fragestellungen haben sich die Teilnehmenden und Vortragenden der Veranstaltung beschäftigt:

Welche Angebote gibt es für die wachsende Anzahl von Alleinerziehenden Familien und Patchwork-Familien? Wie stellen sich klassische Familienbildungsangbote den aktuellen Anforderungen? Welche Unterstützungsangebote für Familien mit Fluchterfahrung gibt es?

Wie sieht gelingende Väterarbeit im interkulturellem Kontext aus?

Ehrenamtliche Unterstützungsangebote für Familien wie Patenschaften oder Wunschgroßelterndienste gewinnen immer mehr an Bedeutung und bieten in Zeiten des demografischen Wandels gute Gelegenheiten, den Zusammenhalt der Generationen zu stärken. Wie können diese Dienste für alle Beteiligten gleichermaßen bereichernd sein?

Zum Programm der Veranstaltung.

Befunde des Staatsinstituts für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb) - Elternbefragung zur Familienbildung 2015, Dr. Adelheit Smolka

Das Staatsinstitut für Familienforschung hat schon 2002 und 2006 Befragungen zur den Bedarfen der Eltern durchgeführt. Dr. Smolka stellte uns die Ergebnisse der aktuellen Befragung 2015 vor. Neben den Bedarfen der Familien geht es auch um Angebote im ländlichen bzw. städtischen Regionen.  Spannend sind die Befunde zu den Veränderungen in den Bedarfen der Familien.
Folgende Erkenntnisse aus der Erhebung sorgten für eine intensive Diskussion:

  • Familienbildungsangebote sind sehr viel bekannter als früher
  • Unsicherheiten in Erziehungsfragen nehmen ab; hier wurde in der Diskussion spekuliert, woran das liegen könnte; evtl. hängt es mit der größeren Bekanntheit der Angebote der Familienbildung und deren Inanspruchnahme zusammen.
  • Eltern wünschen sich zentrale Anlaufstellen (Die Frage hängt mit dem bayrischen Landesprogramm Familienstützpunkte zusammen).
  • die gesamte Bandbreite der Angebote wird von den Familien gewünscht (Printmedien, Onlineangebote, Vorträge, Gruppenangebote ....) In der Diskussion wurde die Frage der Kapazitäten und Ressourcen der Träger thematisiert.

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wir2 - das Bindungstraining für Alleinerziehende mit Kindern zwischen drei und zehn Jahren. Walter-Blüchert-Stiftung, Anita Offel-Grohmann, Dr. Ralf Schäfer

20% der Familien, in denen Kinder leben sind alleinerziehend. Meist sind es die Mütter, die mit den Kindern alleine leben. Für sie ist eine existenzsichernde Erwerbsarbeit besonders voraussetzungsreich. 40% der Haushalte der Alleinerziehenden sind auf staatliche Grundsicherungsleistungen angewiesen. Ihr Alltag ist oft geprägt durch Zeitnot, Geldnot und emotionalen Spannungen durch die Trennung.

Die Walter-Blüchert-Stiftung hat ein Programm entwickelt, das Alleinerziehende nachweislich entlastet. Das Programm wir 2.wurde im Jahre 2010 mit dem renommierten Heigl-Preis ausgezeichnet. Bei der Evaluation des Programms wurden ähnlich hohe Maßstäbe angesetzt, wie in klinischen Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten.

Das Training hat eine sehr kurze Ausbildungszeit von 3 Tagen. Als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung genügt eine Erzieher*innenausbildung. Für die alleinerziehenden Eltern ist die Teilnahme kostenfrei. Das Training wird oft über Kitas angeboten, da die Familien dort am besten zu erreichen sind. Die Finanzierung erfolgt meist über die Kommune.

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Patchworkfamilien, David Riha, Dipl. Psychologe, Trainer und Coach

Patchwork-Familien erfordern von Eltern und Kindern ein hohes Maß an emotionaler Flexibilität und Stärke: es geht es um die Kooperationsbereitschaft geschiedener Paare, es geht um die Herstellung von Bindung und Alltag ohne räumliche Nähe, es geht um das Zusammenleben mit Menschen, die das Scheitern einer Familie erlebt haben.

In einem Artikel im Pro Familia Magazin erläutert David Riha die Konfliktpotentiale in dieser Familienform und empfiehlt eine bestimmte Beratungsstrategie.

Für diese Familienform ist es wichtig, an Kommunikations- und Gruppenangebote wahrzunehmen. Dafür können konkrete Beratungsangebote, wie eine Sozialberatung, als Türöffner dienen. Krisenhafte Phasen in dieser Familienform sind ganz normal - das sollte den Familien auch vermittelt werden.

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SpieKo©Plus, Anna Zalac, DRK-KV Duisburg

SpieKo© ist ein Programm des DRK, das in den 80er Jahren entwickelt wurde.  SpieKo© steht für Spiel –und Kontaktgruppen. Das Programm stellt sehr konkrete, strukturierte Spielstunden zur Verfügung. Material- und Bewegungserfahrung stehen im Vordergrund.

Für Familien mit Kindern in einer Flüchtlingsunterkunft, die noch an keiner Bildungsinstitution angebunden sind, sind Angebote, die den Kindern den Übergang in eine Kita oder eine Schule erleichtern, sehr wichtig. Dadurch, dass ihre Eltern dabei sind, fühlen sich die Kinder sicher und können sich gut auf die Inhalte einlassen. Eltern bekommen durch die Teilnahme einen Einblick über die Arbeit mit Kindern im institutionellen Kontext in Deutschland.

Seit Anfang des Jahres entwickelt der KV Duisburg auf der Grundlage von SpieKo© ein Angebot für Familien mit Fluchthintergrund.

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ElBa© Eltern-Babyprogramm des DRK, Anna Becker, Vera Wenzel, ElBa Lehrberaterinnen

ElBa© ist ein Gruppenangebot für Eltern mit ihren Babys von 4 Wochen bis zu einem Jahr. Wir wissen heute, dass kleine Kinder sich ohne ein verlässliches „Basislager“, ohne Rituale und Wiederholungen, ohne eine ruhige und entspannte Umgebung nicht gut entwickeln können. Ein Angebot wie ElBa© vermittelt diese Grundlagen durch seine Struktur und das direkte Handeln der Kursleitung in der Gruppe. ElBa© vermittelt Eltern Sicherheit und Gelassenheit – Aspekte, die heute wichtiger denn je sind.

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JUKI© - Jugendliche für Kinder, Katharina Reitz, DRK KV Düsseldorf

Seit vielen Jahren gibt es die DRK Babysitting Ausbildung "Fit fürs babysitting". Jugendlichen wird darin vermittelt, worauf es bei der Kinderbetreuung ankommt. Ob altersgerechte Spiele, Verhalten in schwierigen Situationen oder Unfallverhütung: der Kurs gibt den Jugendlichen Orientierung über den Umgang mit Kindern und ist gleichzeitiger ein erster Schritt zur Vorbereitung zur Elternschaft.

Seit vielen Jahren bietet der Kreisverband Düsseldorf das Ehrenamtsprojekt JuKi© an: Jugendliche für Kinder. Jugendliche bekommen die Ausbildung "Fit fürs babysitting" und verpflichten sich, für einige Stunden in der Woche Kinder aus Familien in schwierigen Situationen zu betreuen.

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Bits21, Sarah Lange, Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e. V. | fjs e. V.

Medien nehmen in Familien einen immer größeren Raum ein. Die Eltern beschäftigen sich viel mit neuen Medien. Schon zwei Jährige können über das IPad wischen und auf neue Seiten kommen. Medienkompetenz für die gesamte Familie wird immer wichtiger: ob Recherchekompetenzen, die Kompetenz sensible Daten zu erkennen und nicht weiter zu geben, die Kompetenz seriöse Seiten von unseriösen zu unterscheiden, die Kompetenz zu wissen, was in die sozialen Medien gehört und was nicht. Was ist von vernetztem Spielzeug zu halten, das Daten über das Kind speichert?  Was von Kontrollinstrumenten rund um das Kind? Mit dieser Entwicklung Schritt zu halten ist anspruchsvoll. Fortbildungen dazu sind für Pädagogen unverzichtbar. Bits ist eine Fortbildungseinrichtung mit medienpädagogischem Schwerpunkt.

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Seminarprogramm

Onlineberatung, Dana Urban, Bundeskonferenz für Erziehungsfragen (BKE)

Die BKE bietet eine breite Palette von Angeboten für ratsuchende Eltern, Kinder und Jugendliche an.

Darunter auch digitale Angebote wie eine niedrigschwelligen Online- Beratung für Jugendliche und Eltern. Daneben werden auch verschiedene Möglichkeiten des digitalen Austausches wie Gruppenchats und Einzelchats angeboten.

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Zur Website des BKE

Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien“, Josephine Reußner

Das Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien“ entwickelt Angebote zur Beratung, Information und Vernetzung, die der Aufklärung zum Medienverhalten und zur Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen dienen. Es unterstützt pädagogische Fachkräfte, Ehrenamtliche und Eltern, die in ihrem Alltag das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen begleiten. Das Initiativbüro wird zu einer zentralen Anlaufstelle für „Gutes Aufwachsen mit Medien“ im Internet aufgebaut.
Mehr zum Initiativbüro finden Sie auf der Webseite  www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de.

Väterarbeit im interkulturellen Kontext, Kazιm Erdoğan, Aufbruch Neukölln e.V.

Kazιm Erdoğan ist vom Hauptberuf Psychologe. Er war lange Jahre im Psychosozialen Dienst des Bezirksamtes Neukölln tätig. Er hat ehrenamtlich viele Inititiativen gegründet, bspw. die Initiative „für ein noch besseres Neukölln“ und den Vereins "Aufbruch Neukölln e.V.". Neben vielen anderen Gruppen hat er auch eine türkische Männergruppe und eine Vätergruppe ins Leben gerufen. 

Für seine Verdienste wurden er mit mehreren Preisen ausgezeichnet u.a. „Das Band  für Mut und Verständigung 2007“, “Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz 2007“, „Deutscher Engagementpreis 2010“, „Botschafter für Demokratie und Toleranz 2011“, „Taz Panterpreis 2011" und dem „Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 2012“

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Großelterndienste, Ellen Schneider, DRK KV Märkisch-Oder-Havel-Spree

Viele Familien und Alleinerziehende haben in ihrer Nähe keine Großeltern, die sich mit um die Kinder kümmern und so die Eltern entlasten könnten. Wunschgroßeltern können in diesem Fall Familien darin unterstützen, den Alltag besser in den Griff zu bekommen. Sie sind aber viel mehr als praktische Babysitter: sie ermöglichen Kindern die Erfahrung, mit der älteren Generation in einen intensiven Austausch zu kommen. Die Wunschgroßeltern erfahren viel von der Welt, den Wünschen und Vorstellungen der neuen, heranwachsenden Generation und ernten durch ihr Engagement eine hohe Anerkennung. Gemeinsame Erlebnisse geben den verschiedenen Generationen das Gefühl der Zugehörigkeit – von der alle profitieren.
Wir konnten in diesem Jahr mit der Unterstützung von der Fa. Procter und Gamble die Handreichung Großelterndienste im DRK herausgeben. Darin werden praktische Hilfestellung gegeben, um ehrenamtliche Großelterndienste aufzubauen.

Ein gutes Beispiel für einen Großelterndienst ist der DRK Großelterndienst Märkisch-Oder-Havel-Spree.

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Das Frühchen-Projekt im KV Berlin-City e.V., Sabine Krämer, Angelika Zoll-Rüter

Das Frühchen-Patenschaftsprojekt des KV Berlin City unterstützt  Familien von Frühgeborenen und Kindern, die mit einer Behinderung geboren wurden. In Kooperation mit der Elternberatung der Neonatologie in der Charité werden Müttern/Vätern ehrenamtliche Mitarbeiter vermittelt, die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus der Familie hilfreich zur Seite stehen. Die Ehrenamtlichen werden speziell für diese Aufgabe vom DRK geschult. Anschließend besuchen sie ein Mal wöchentlich für circa 3 Stunden die Familie. Sie unterstützen bei der Versorgung und Betreuung der Neugeborenen, sind Gesprächspartner für die Eltern, Spielpartner für ältere Geschwisterkinder, helfen bei der Alltagsbewältigung und vieles mehr.

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Familienpaten, Lydia Lindemann, DRK KV Borken

Familienpaten sind lebenserfahrene Ansprechpartner. Sie bieten individuelle und bedarfsgerechte Hilfe und Unterstützung im familiären Lebensalltag. Sie kommen zu Ihnen nach Hause, sind für Sie da und geben Entlastung, wo sie nötig ist. Eine Familienpatenschaft ist ein freiwilliges und auf Gegenseitigkeit beruhendes „Füreinander und Miteinander“ auf Zeit.

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Weitere Informationen

Leitfaden Väter- und Großväterarbeit im DRK, Michael Meyen, DRK KV Hannover

Der Leitfaden gibt erstmalig einen Überblick über die Grundlagen, Rahmenbedingungen, Ziele und inhaltliche Beispiele der Väter- und Großväterarbeit im DRK. Ebenso informiert er über deren Einbindung in das Aufgabenfeld des DRK als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege.

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